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MoneyTalks

Warum es sich lohnt, wenn du deine Säule 3a schon im Januar einzahlst

Wie viel mehr kannst du aus deiner Säule 3a machen, wenn du früh einzahlst? Und wie viel Rendite gibst du bei monatlichen Einzahlungen ab? Eine Modellberechnung.
20.01.2022, 14:09
Olga Miler
Olga Miler
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Jetzt im Januar ist eine super Zeit, um deine private Vorsorge auf Trab zu bringen. Und das tun auch viele bereits. Immer mehr Menschen in der Schweiz nutzen die Säule 3a und investieren vermehrt in Wertschriften.

Bei Befragungen von Moneyland hatten ungefähr die Hälfte der 1'500 Befragten eine Säule 3a. Unter denjenigen, welche eine Säule 3a nutzen, sind in der Zwischenzeit Wertschriften und das 3a Sparkonto fast gleich wichtig. Eine ähnliche Entwicklung stellt auch der Verein Vorsorge Schweiz fest: Gemäss Erhebungen haben die Anlagen in Wertschriften in der Säule 3a bereits im Jahr 2020 um 10% gegenüber dem Vorjahr zugenommen.

Oft bekommt man die Ratschläge, dass es sich lohnen kann, die Einzahlung bereits Anfang Jahr zu machen, anstatt bis Ende Dezember zu warten. Nur, vielleicht haben nicht alle von uns die Möglichkeit oder möchten bewusst gestaffelt vorgehen. Mich hat interessiert, wie gross der Unterschied bei einer Säule 3a in Wertschriften ungefähr ist, wenn du eine Einmalzahlung machst, über das Jahr gestaffelt vorsorgst, oder eben doch erst bis auf den letzten Drücker wartest. Für alle, die sparen, habe ich es auch mit einem 3a Sparkonto verglichen. Untenstehend findet ihr eine Modellberechnung und seht selbst: Bei monatlichen Zahlungen lässt du gegenüber der Zahlung im Januar fast die halbe Rendite auf der Strecke.

Aber bevor es mit der Rechnerei losgeht, hier zuerst für alle, die noch gar keine Säule 3a haben:

5 Gründe warum du eine Säule 3a haben solltest

  • Fakt ist, wir leben länger und unsere staatlichen Systeme haben Reformbedarf. Gegenwärtig wird geschätzt, dass die AHV und Pensionskasse (für diejenigen, die eine haben), im dritten Lebensabschnitt etwa 60-70% deiner Lebenshaltungskosten abdecken werden. Da du im Alter aber nicht unbedingt weniger Geld brauchst, sollten wir alle, wenn möglich, privat vorsorgen, um auch im dritten Lebensabschnitt den gewünschten Lebensstandard aufrechtzuerhalten.
  • Je früher du anfängst, umso einfacher ist es, da du über die längere Zeitdauer mehr ansparen und mit Wertschriften deinem Geld die Chance geben kannst, über einen längeren Zeitraum zu wachsen. Der lange Zeitraum kann sich auch positiv auf dein Risiko, welches du bei der Anlage hast, auswirken. Fängt eine Person mit 20 an und zahlt jeden Monat z.B. 250 Franken ein, was im Jahr ungefähr die Hälfte des Maximalbetrages von 6'883 Franken ist, dann hätte diese Person mit Sparen allein im Nullzinsumfeld mit 65 bereits ungefähr 135'000 Franken zusätzlich auf dem Konto. Aber selbst wenn du schon weiter im Leben fortgeschritten bist, lohnt es sich zu starten. Wer z.B. mit 50 oder 55 anfängt, hat immer noch Vorteile. Deine Säule 3a kannst du bei regulärem Bezug 5 Jahre vor der Pensionierung und unter gewissen Bedingungen bis zu 5 Jahre nach der Pensionierung beziehen. Also, selbst wenn du z.B. mit 60 starten würdest, hättest du immer noch bis zu 10 Jahre, in denen du dein Geld mehren kannst.
  • In der Säule 3a ist dein Geld nicht zwingend bis zum Pensionsalter blockiert, sondern du kannst es für verschiedene langfristige Ziele früher nutzen, z.B. Finanzierung von Wohneigentum, Amortisation einer Hypothek, Übertritt in die Selbstständigkeit, Branchenwechsel bei Selbstständigen, Auswanderung. Es ist also auch ein gutes Mittel, um deine langfristigen Ziele wie z.B. ein Eigenheim zu unterstützen.
  • Bei einer Einzahlung der Säule 3a sparst du Steuern.
  • Deine Anlage in der Säule 3a kannst du mittlerweile dank verschiedener Online-Lösungen sehr flexibel anlegen und dabei sehr viel fast massgeschneidert selbst bestimmen, vom Aktienanteil bis zu den Themen.

Die Säule 3a eignet sich somit für die Altersvorsorge, aber auch für längerfristige Ziele wie späteres Wohneigentum.

Allerdings steht sie nicht allen zur Verfügung. Denn um eine Säule 3a haben zu können, brauchst du gemäss den heutigen Regelungen ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen, was viele Menschen ausschliesst.

Daneben gibt es auch weitere Nachteile:

  • Dein Geld ist gebunden, du kannst es nur für bestimmte Zwecke beziehen.
  • Um von den Steuervorteilen am besten zu profitieren musst du jährlich einzahlen, zahlst du z.B. in einem Jahr nicht ein, dann kannst du für die Steuerperiode auch keine Abzüge machen.
  • Es sind nur Auszahlungen möglich, nicht wie bei der Pensionskasse, wo du z.B. zwischen Rente oder Auszahlung oder wählen kannst oder bei einer ganz normalen Anlage, wo du die Bezüge weitestgehend selbst bestimmst.
  • Bei einer Anlage in Wertschriften ist dein Geld entsprechenden Risiken ausgesetzt.
  • Dein Geld hat keinen Mindestzinsatz wie z.B. beim obligatorischen Teil der Pensionskasse

Säule 3a schon im Januar einzahlen – warum es sich lohnt

Mich hat sehr interessiert, wie gross der Unterschied zwischen einer Einzahlung im Januar oder gestaffelten Einzahlungen jeden Monat im Vergleich zu einer Einzahlung erst im Dezember ist.

Hier ist eine Modellrechnung: Dauer 12 Monate, der Einfachheit halber, mit dem Maximalbetrag für Angestellte von 6'883 Franken, eine Anlage in Wertschriften mit einer monatlichen Rendite von 0.5% (etwas mehr als 6% im Jahr) und Gebühren (auf die Einzahlungsbeträge) von 0.5%, Inflation ist nicht berücksichtigt:

  • Wenn du den gesamten Betrag im Januar einzahlst, dann hättest du bis Ende Jahr +424.35 Franken Rendite erwirtschaftet.
  • Wenn du gestaffelt, jeden Monat 573.58 Franken einzahlst, dann hättest du nach einem Jahr +227.67 Franken erwirtschaftet, sprich bezahlst für die Flexibilität 2.86% an Rendite. Oder anders formuliert: Du hast bei gestaffelter Zahlung nur ungefähr die halbe Rendite, als wenn du im Januar alles einzahlst. Dafür steht dir das Geld für andere Sachen zur Verfügung.
  • Wenn du eine Säule 3a auf dem Sparkonto hast, dann trifft dieser Effekt im Niedrigzinsumfeld fast nicht ein: Zwar bekommst du mehr Zinsen, wenn du früher einzahlst, aber die Beträge sind verschwindend klein. Bei gegenwärtig durchschnittlichen Zinsen von 0.09% (Anbietervergleich lohnt sich, da gewisse Anbieter auch mehr bezahlen, andere sogar weniger) wären es ungefähr 6.20 Franken über die 12 Monate.

Wie man aus den Berechnungen sieht, kann sich eine frühere Einzahlung lohnen (im Modell kam ein Vielfaches heraus – geschätzt +6.20 Franken auf dem Sparkonto gegenüber +424.35 bei der Anlage).

Allerdings ist dieses Modell stark vereinfacht, berücksichtigt keine unvorhergesehenen Ereignisse und ist mit attraktiven Kosten gerechnet. Es ist wirklich ein Modell. Der beschriebene Effekt tritt abgeschwächt auch dann ein, wenn du nicht wie hier in der Modellrechnung den Maximalbetrag einzahlst, sondern weniger, z.B. weil du weniger zur Verfügung hast. Selbst dann lohnt es sich, so gut wie möglich früh einzuzahlen. Klar zu beachten ist, dass du bei einer Anlage in Wertschriften entsprechende Risiken hast. Wer auf dem Sparkonto vorsorgt, der sollte bei den historisch tiefen Zinsen unbedingt die Inflation im Auge behalten. Eine Möglichkeit die Risiken tief zu halten und die Situation zu verbessern ist eine Beimischung von einem kleinen Anteil an Wertschriften, z.B. 5%.

Für 2022 betragen die Maximalbeträge für die Säule 3a 6883 Franken für Angestellte und maximal 34'416 Franken (oder bis zu 20% des Erwerbseinkommens) für Selbstständigerwerbende.

Wie macht ihr das mit eurer Säule 3a? Einmalbetrag, gestaffelt, warten bis Dezember, Sparkonto oder Wertschriften?

bild: zvg
Olga Miler ...
... war über zehn Jahre in verschiedenen Funktionen bei der UBS tätig, unter anderem hat sie dort das Frauenförderungsprogramm und den UBS Gender ETF aufgebaut. Jüngst gründete sie das Start-up SmartPurse, eine Plattform, auf der sie digitale Kurse und Workshops zum Thema Finanzen für Frauen anbietet. Letztes Jahr schrieb Miler den watson-Blog «Frauen und Geld» und wird uns dieses Jahr mit «MoneyTalks» an ihrer Expertise teilhaben lassen.
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