Wirtschaft
Rassismus

Zara: Shitstorm wegen gestreiftem Kinderpulli mit «Judenstern»

Aufgenähter Gelber Sherrifstern

Zara: Shitstorm wegen gestreiftem Kinderpulli mit «Judenstern»

27.08.2014, 11:1527.08.2014, 16:24

Das Modehaus Zara hat sich mit einem ihrer Produkte gehörig in die Nesseln gesetzt. Das Kinder-T-Shirt mit dem Namen «Streifenshirt ‹Sheriff› mit Knopfleiste» ist Auslöser eines beachtlichen Shitstorms in den sozialen Medien.

Der Grund dafür liegt auf der Hand. Das Leibchen erinnert auf den ersten Blick weniger an einen Gesetzeshüter im Wilden Westen, als vielmehr an die Häftlingskleidung der Juden in den KZ' im Zweiten Weltkrieg.

Die Produktebezeichnung «Sheriff» lässt darauf schliessen, dass man die heikle Symbolik der Kleidung nicht erkannt hat. Boshaftigkeit wird man dem Modehaus deshalb nicht unterstellen können, mangelndes Geschichtsverständnis aber allemal.

KZ Buchenwald im Februar 1941: Niederländische Juden, in gestreiften Häftlingkleidern mit aufgenähtem Stern.
KZ Buchenwald im Februar 1941: Niederländische Juden, in gestreiften Häftlingkleidern mit aufgenähtem Stern.Bild: Wikipedia.org

Zara hat in der Zwischenzeit aber bereits reagiert und das T-Shirt aus dem Sortiment entfernt: «Das T-Shirt ist nicht länger zu kaufen in unseren Filialen», teilt das Modehaus mit. Das Design sei einzig inspiriert durch den Sheriff-Stern in klassischen Western Filmen, wie der Slogan zum Shirt andeute. 

Dass der Sheriff-Stern nicht die erste Assoziation mit diesem Stern ist, dürfte Zara spätestens nach den Tausenden Meldungen über Twitter und Facebook aufgefallen sein. 

Man könnte meinen, das Modeunternehmen sei inzwischen vorsichtiger geworden. Es ist nämlich nicht das erste Mal, dass Zara mit zweifelhaften Motiven auffällt. Zuletzt provozierte ein T-Shirt mit dem Aufdruck «Weiss ist das neue Schwarz» Schlagzeilen: Ein rassistisches Statement? 2010 entdeckte zudem eine britische Kundin ein Hakenkreuz auf ihrer Handtasche. Zara tut in solchen Fällen jeweils reuig und nimmt das Produkt vom Markt. (rar/aeg)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Geheimdokumente offenbaren Spender für Trumps Ballsaal
Für Trumps Ballsaal sind Hunderte Millionen Dollar zusammengekommen. Viele Geldgeber haben auch geschäftliche Interessen gegenüber der US-Regierung.
Die Technologiekonzerne Nvidia und Apple spendeten jeweils 25 Millionen Dollar für den Ballsaal, den Donald Trump im Weissen Haus bauen lässt. Das geht aus einer Liste hervor, die der «Washington Post» vorliegt. Enthüllt wurden alle wichtigen Spender für das Projekt, darunter auch bisher nicht genannte Geldgeber, die von regulatorischen Entscheidungen, Regierungsaufträgen und in einem Fall von einer Begnadigung für ein Familienmitglied durch das Trump-Kabinett profitiert haben.
Zur Story