Geheimdokumente offenbaren Spender für Trumps Ballsaal
Die Technologiekonzerne Nvidia und Apple spendeten jeweils 25 Millionen Dollar für den Ballsaal, den Donald Trump im Weissen Haus bauen lässt. Das geht aus einer Liste hervor, die der «Washington Post» vorliegt. Enthüllt wurden alle wichtigen Spender für das Projekt, darunter auch bisher nicht genannte Geldgeber, die von regulatorischen Entscheidungen, Regierungsaufträgen und in einem Fall von einer Begnadigung für ein Familienmitglied durch das Trump-Kabinett profitiert haben.
Der höchste Betrag auf der Liste stammt von Apple und dem Chipentwickler Nvidia.
Liste zeigt, wer hinter Millionenspenden für Trumps Saal steckt
Auch die Familie Adelson, eine der grössten Spenderdynastien der Republikaner, gab eine ähnlich hohe Summe für den Ballsaal. Ebenso wie der Milliardär Charles Ergen, Mitbegründer und Vorsitzender des Telekommunikationsunternehmens Dish Network.
Die von der «Washington Post» erhaltene Liste, eine interne Tabelle zur Erfassung der Spenden für die Spendenkampagne, enthält Quelle, Datum und Betrag aller 67 Spenden über 10'000 US-Dollar, die bis Ende letzten Monats eingegangen sind. Sie weist insgesamt 333 Millionen US-Dollar von privaten Spendern aus. Trump selbst taucht derweil nicht auf der Liste auf, obwohl er erklärt hatte, sich an den Kosten des Projekts beteiligen zu wollen.
Die Recherchen der «Washington Post» belegen keinen direkten Zusammenhang zwischen den Spendenzusagen und positiven Massnahmen der Trump-Regierung. Die Dokumente zeigen jedoch, dass der Grossteil der gesammelten Gelder von Unternehmen und Privatpersonen stammte, die Interessen gegenüber der Regierung hatten. Unternehmen oder Führungskräfte von Firmen, die während Trumps zweiter Amtszeit Verträge mit der Bundesregierung hatten, machten demnach etwa die Hälfte der Gesamtzahl aus.
Nvidia beispielsweise wurde im Herbst 2025 zu einem der Hauptspender für den Ballsaal, nachdem es mit Trump ein Abkommen über den Verkauf von Mikrochips an China geschlossen hatte, trotz Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit.
Apple untersteht in den USA zahlreichen staatlichen Handelsentscheidungen und laufenden Kartellverfahren. Laut Berichten vom Oktober 2026 prüfen Apple und das US-Justizministerium derzeit mögliche Vergleichs- und Einigungsgespräche. Es geht aber auch um Zölle, Steuerpolitik und Marktregeln, wobei der frühere Apple-CEO und heutige Verwaltungsrätspräsident Tim Cook einen guten Draht zu Trump gehabt haben soll. Cook hatte Trumps Amtseinführungs-Komitee Anfang 2025 eine Million US-Dollar aus seinem Privatvermögen von geschätzt über zwei Milliarden Dollar gespendet.
Apple profitierte schon früher von Ausnahmen bei US-Zöllen gegenüber in China produzierten Geräten.
Das Weisse Haus lehnte eine Stellungnahme zu einzelnen Spenden bislang ab. Spenden an Parteien sind auch in den USA unter Einhaltung des Gesetzes legal. Gleichzeitig sollen diese den Spendern nicht politisch zugutekommen.
Der Ballsaal, ganz in Gold und Weiss gehalten, soll im Ostflügel des Weissen Hauses entstehen und noch in Trumps zweiter Amtszeit fertig werden. Er soll Platz für 650 Gäste bieten und über 200 Millionen US-Dollar kosten.
Verwendete Quellen:
- washingtonpost.com: Secret documents reveal donors behind $330 million for Trump’s ballroom (Englisch)
- Handelsblatt.com: Künstliche Intelligenz: Merz schliesst KI-Pakt mit Nvidia (Zahlschranke)
- tagesschau.de: Trump lässt opulenten Ballsaal bauen

