2016 holte der österreichische Immobilienmogul René Benko den damaligen Handelschef der Migros, Ernst Dieter Berninghaus, zu seinem Unternehmen Signa. Dieser sollte das Handelsgeschäft der Signa aufbauen und als Berater agieren. Mit seiner Hilfe konnten die Globus-Häuser, die Warenhausketten Karstadt und Galeria Kaufhof sowie das Kaufhaus Selfridges erworben werden.
Während es bei Benkos Unternehmen immer weiter bergab ging, bekam offenbar auch das Vertrauen in Berater Berninghaus Risse. Es kam offenbar so weit, dass Benko Berninghaus und seine Frau ausspionieren liess. Über die ersten Mutmassungen schrieb «Inside Paradeplatz». Es wurde für die Bespitzelung eine israelische private Spionagefirma beauftragt. Gemäss dem Nachrichtenmagazin «News» gehört diese Firma einem ehemaligen Mitarbeiter des israelischen Inland-Geheimdienstes Shin Bet.
Auf seine offizielle Mailadresse der Signa bekam Benko gemäss «News» am 10. Januar 2024 ein Dossier über Berninghaus, welches 39 Seiten lang war. Für die Spionage wurden offenbar fragwürdige Methoden benutzt. Beispielsweise enthält das Dossier eine Aufstellung der Transaktionen eins Aktiendepots bei einer Schweizer Kantonalbank. Dieses lautet auf eine Firma, welche auf den Namen von Berninghaus' Ehefrau läuft. Berninghaus enthielt seine Beratungs-Honorare über die Firma seiner Frau.
Nach dem Niedergang von Signa im Jahr 2023 war Berninghaus nicht mehr involviert.
Der Grund für die Spionage von Benkos ehemaligem Berater ist ungewiss. Möglich wäre die Angst einer Zusammenarbeit von Berninghaus mit der thailändischen Central Group, zu der er gute Verbindungen pflegte. Central Group war mit Signa zusammen am Kauf der Globus-Gruppe und Selfridges beteiligt. Beide Geschäfte haben sie nun ganz übernommen.