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Schweizer verschicken viel weniger Pakete in die EU

Schweizer verschicken viel weniger Pakete in die EU – wegen neuer Anti-China-Gebühr

Die EU-Zollpauschale für Pakete aus Drittstaaten, die die Eindämmung von Billig-China-Importen zum Ziel hat, hat sich laut Konzernchef Pascal Grieder auf die Post ausgewirkt.
03.10.2026, 07:3703.10.2026, 07:37

Die Zahl der verschickten Pakete in die EU brach im «mittleren zweistelligen Prozentbereich» ein, wie Grieder der CH-Media-Zeitung Schweiz am Wochenende sagte.

«Allerdings dürfte sich das auch wieder etwas normalisieren», sagte der Chef der Schweizerischen Post im Interview vom Samstag. Dies habe eine ähnliche Abgabe in den USA gezeigt, bei der die Auswirkungen am Anfang am stärksten gewesen seien.

Grieder steht der Massnahme eines Zolls von drei Euro pro Artikel skeptisch gegenüber. Er bezweifle, «ob das Ziel, den Markt vor chinesischen Importen zu schützen, erreicht wird», sagte er. Unternehmen wie der chinesische Billig-Onlinehändler Temu würden in Europa grosse Warenlager aufbauen und die Pakete von dort aus verschicken. So entfalle die Gebühr.

Der CEO der Schweizer Post, Pascal Grieder bei einem Gespraech anlaesslich des Swiss Media Forum vom Freitag, 8. Mai 2026 auf dem Motorschiff Diamant in Luzern. (KEYSTONE/Urs Flueeler)
Pascal Grieder zweifelt an der Wirksamkeit der EU-Massnahme.Bild: keystone

Massnahmen gegen Paketflut von Billigprodukten

Der Zoll von 3 Euro pro Produkt aus einem Drittland wird in der EU seit Juli erhoben. Für die Gebühr sind eigentlich die Verkäufer oder Importeure verantwortlich. Manche Händler reichen die Pauschale aber an Verbraucher weiter, die somit mehr zahlen müssen.

Unabhängig davon gilt für Importe aus Drittländern in die EU ab 1. November eine Bearbeitungsgebühr von zwei Euro, wie aus einem Dokument der Europäischen Kommission hervorging. Für die Zahlung sind nach Angaben der EU-Staaten die Online-Handelsplattformen zuständig. Die neuen Regeln dürften etwa Online-Händler wie Shein, Temu, oder AliExpress betreffen. Die EU will mit der Gebühr gegen die Flut an Billigpaketen vorgehen.

Auch wenn die Schweiz bei solchen Massnahmen nicht im Fokus gestanden haben dürfte, treffen diese auch hiesige Exporteure, wie Post-Chef Grieder im aktuellen Interview sagte.

Die Post transportiere heute 100 Millionen Pakete mehr pro Jahr als noch vor zehn Jahren. 60 Millionen Pakete kämen von grossen europäischen Anbietern, sagte der Konzernleiter. Kleine Läden würden weitere 20 Millionen Pakete ausmachen und chinesische Pakete weitere 20 Millionen. Der Anteil des chinesischen Paketgeschäfts sei im Vergleich zu vor zehn Jahren von 6 Prozent auf 11 Prozent des Paketvolumens gestiegen. (sda)

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