Wirtschaft
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Zürich überholt Genf: So schnell wie hier waren Wohnungen noch nie weg

Eine Interessentin waehrend einer Wohnungsbesichtigung in einer Wohnung der Liegenschaften Stadt Zuerich (LSZ) am Dienstag, 28. Maerz 2023 in Zuerich. (KEYSTONE/Michael Buholzer)
In Chur dauert es durchschnittlich elf Tage, bis ein Wohnungsinserat wieder von der Immobilienplattform verschwindet.Bild: KEYSTONE

So schnell wie hier waren Wohnungen noch nie weg

Der Schweizer Mietwohnungsmarkt beruhigt sich auf nationaler Ebene leicht. Auf den Immobilienplattformen sind die Angebote wieder länger online. In gewissen Städten ist der Druck für Suchende dennoch weiterhin enorm.
24.06.2026, 08:1324.06.2026, 08:13

Der Mietwohnungsmarkt in der Stadt Zürich ist überhitzt. Im Schnitt sind Wohnungen dort nur zwölf Tage lang auf Immobilienplattformen online. Das zeigt der neueste Online-Wohnungsindex (OWI) von SVIT Schweiz, dem Hauseigentümerverband (HEV Schweiz) und dem Immobilienportal Newhome in Kooperation mit dem Swiss Real Estate Institute.

Nur in der Stadt Chur ist die sogenannte Insertionszeit zwischen April 2025 und März 2026 noch kürzer als in Zürich. Dort dauert es durchschnittlich gerade einmal elf Tage, bis ein Wohnungsinserat wieder verschwindet.

Neben Chur und Zürich verzeichnen auch Winterthur (13 Tage) und Luzern (15 Tage) kurze Laufzeiten für Wohnungsinserate, die Suchende unter grossen Zeit- und Konkurrenzdruck setzen. In Genf steigt die Dauer zwar um zwei Tage, bleibt mit 16 Tagen aber weiterhin deutlich unter dem Schweizer Schnitt von 24 Tagen. In Lugano und Neuenburg sinkt die Nachfrage gemäss der Studie ebenfalls, weil es weniger Inserate gibt und deren Laufzeiten deutlich steigen.

In vielen Kantonen sinkt die Nachfrage

Trotz der angespannten Situation in den Städten sinkt das Mietwohnungsangebot in der Schweiz insgesamt leicht – laut Studie ein Indiz für eine Marktberuhigung. Im Schnitt findet man auf den grossen Schweizer Immobilienplattformen 17'000 Inserate weniger (-4 Prozent) als im Vorjahr. In 20 von 26 Kantonen schrumpft das Angebot, am meisten in den Kantonen Uri (-19 Prozent), Schaffhausen (-15 Prozent), Zug (-14 Prozent) und Genf (-14 Prozent).

Gleichzeitig erhöht sich die Laufzeit der Inserate im Schnitt um einen Tag von 23 auf 24 Tage. Gemäss dem OWI zeigen die beiden Entwicklungen, dass die Nachfrage nach Mietwohnungen insgesamt leicht nachlässt. Dennoch seien die Insertionszeiten im mehrjährigen Vergleich weiterhin sehr kurz. Von einer generellen Entspannung des Wohnungsmarkts könne deshalb nicht die Rede sein.

Die grosse Ausnahme ist der Kanton Zürich: Das Angebot auf den Immobilienplattformen wächst dort leicht um zwei Prozent und die durchschnittliche Insertionsdauer sinkt von 17 auf 14 Tage.

Anders entwickeln sich etwa die Kantone Neuenburg (+9 Tage auf 47 Tage), Jura (+2 Tage auf 51 Tage) und Tessin (+5 Tage auf 35 Tage). Sie alle verzeichnen sinkende Inseratezahlen bei gleichzeitig längeren Ausschreibungszeiten – laut OWI sei dies ein klares Indiz für sinkende Nachfrage und lokale Überkapazitäten.

Die neue Wohnung ist meist teurer als die alte

Den landesweiten Rückgang der Wohnungsinserate und die gedämpfte Umzugslust erklärt die Studie primär mit wirtschaftlichen Faktoren. Zum einen sei ein grosser Teil der während der Pandemie aufgestauten Umzugswünsche inzwischen befriedigt. Zum anderen habe sich die Schere zwischen den bestehenden Mieten und den neu angebotenen Mieten in den letzten Jahren massiv geöffnet.

Für viele Mieterinnen und Mieter sei es finanziell schlicht vorteilhafter, in ihren aktuellen Wohnungen zu bleiben, anstatt sich den teureren Marktpreisen bei einem Wechsel auszusetzen. Das führe zu weniger Wohnungskündigungen, wodurch es wiederum weniger neue Inserate gebe. (olj)

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16 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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tryeen
24.06.2026 08:25registriert Oktober 2017
Überraschend lange. Als ich etwa 3.5 Jahre lang in Zug eine Wohning gesucht habe, waren die Inserate meist nur 1-2h online. Die Suche war daher beinahe ein 24/7 Job und anstrengend.
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Granatä Sepp
24.06.2026 09:33registriert April 2021
12 Tage in Zürich. 11 in Chur. Wer keine Beziehungen, kein dickes Portemonnaie und keinen perfekten Bewerbungsdossier hat, schaut in die Röhre. Und die Lösung laut Politik? Mehr bauen — während AirBnB Wohnraum in Ferienwohnungen verwandelt und Immobilienfonds die Rendite maximieren statt Wohnraum zu schaffen. Solange das Mietrecht nicht konsequent durchgesetzt wird und AirBnB ungezügelt weiterläuft, werden Normalverdiener irgendwann im Trailerpark wohnen. Nicht weil zu wenig gebaut wird — sondern weil das Falsche gebaut und verwaltet wird.
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mMn
24.06.2026 08:50registriert September 2020
Tage? Meine Wohnungen in Bern hatte ich jeweils in 5 Minuten los... die Apps haben ja alle Pushnachrichten. Da ruft nach 10 Sekunden wer an.
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