Wirtschaft
Schweiz

Erneut Cyberattacken auf Supermarkt-Kühlregale

ARCHIV - ZUR MELDUNG DER UEBERNAHME DER APERTO-GRUPPE DURCH DEN DETAILHAENDLER COOP, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Ein Kunde haelt mit seinem kleinen Finger einen Coop-Eink ...
Die Schweizer Detailhandelsriesen Coop, Migros und Aldi sind gemäss eigenen Angaben nicht betroffen.Bild: KEYSTONE

50 Grad im Kühlschrank? Erneut Cyberangriffe auf Supermärkte

Kühlschränke und Tiefkühltruhen in verschiedenen europäischen Ländern wurden per Fernwartungs-Zugriff durch Hacker aufgeheizt. Ein Supermarkt in Schweden berichtet davon, dass die Temperaturen auf bis zu 50 Grad anstiegen.
02.11.2026, 16:3603.11.2026, 11:26

Erneut haben Cyberkriminelle Kühlanlagen in europäischen Supermärkten über das Internet angegriffen. Die Angreifer sorgten in Belgien, Schweden, Irland, Luxemburg, Estland und den Niederlanden dafür, dass Kühlschränke und Tiefkühltruhen wärmer wurden. Das berichteten die Nachrichtenagenturen Belga und TT sowie mehrere Medien.

In Belgien sind demnach unter anderem Supermärkte von Delhaize, Carrefour und Spar betroffen. Belga berichtet unter Berufung auf den Kühltechnik-Dienstleister Sabcobel von bislang rund zwanzig betroffenen Anlagen.

Damit ist das Ausmass in Belgien nach bisherigem Stand deutlich geringer als bei einem ähnlichen Angriff in Frankreich Mitte vergangenen Monats. Dort waren etwa 150 Geschäfte betroffen.

Nach Angaben von Sabcobel wurden die Anlagen aus der Ferne in den Abtaumodus versetzt. «Wir haben heute Nacht ab 1 Uhr damit begonnen, Techniker zu mobilisieren, um die Situation unter Kontrolle zu bringen», sagte Sabcobel-Vorstandschef Stephan Moelans der Nachrichtenagentur Belga.

Mehrere EU-Länder ebenfalls betroffen

Auch in Schweden meldeten Supermärkte einen plötzlichen Temperaturanstieg in den Kühlanlagen. «Uns ist bekannt, dass eine begrenzte Anzahl von Filialen in der Nacht von einem Vorfall betroffen war, der die Kühl- und Gefriersysteme der Geschäfte beeinträchtigt hat», sagte der Pressechef der Supermarkt-Gruppe ICA der schwedischen Nachrichtenagentur TT. Um wie viele Geschäfte es sich handelt, wollte er nicht sagen.

Der Supermarkt ICA Kvantum in dem Ort Sjöbo schrieb auf Facebook, die Temperatur in den Kühl- und Gefrierschränken sei auf bis zu 50 Grad gestiegen, die Probleme seien einem Hackerangriff geschuldet. Die ICA-Gruppe bestätigte das aber nicht. Auch sechs Supermärkte der Kette Coop meldeten Probleme mit den Kühlsystemen.

In Irland waren nach Angaben des Senders RTÉ 13 Supermärkte betroffen. Vorsorglich wurden gekühlte und gefrorene Lebensmittel in den betroffenen Filialen aus dem Verkauf genommen. In den Niederlanden seien mindestens 17 kleinere Geschäfte betroffen, teilte das Kühltechnik-Unternehmen Danfoss mit.

Auch aus Estland wurde ein Fall bekannt. Ein Supermarkt und das zuständige Kühltechnik-Unternehmen bestätigten den Vorfall. Demnach verschafften sich Angreifer Zugang zum Steuercomputer eines älteren Kühlsystems von Danfoss, dessen Software bisher nicht aktualisiert worden war.

Keine Fälle in der Schweiz bekannt

In der Schweiz sind noch keine Cyberangriffe auf Kühlsysteme in Supermärkten bekannt. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP gaben Coop, die Migros sowie Aldi Suisse an, dass es nach heutigem Kenntnisstand zu keinem solchen oder ähnlichen Hackerangriff gekommen ist.

«Der Schutz unserer Infrastruktur hat oberste Priorität. Wir verfügen über umfassende Sicherheitsmassnahmen, die regelmässig überprüft und weiterentwickelt werden», schrieb Coop. Und Migros hielt fest: «Wir beobachten entsprechende Entwicklungen laufend und setzen angemessene Schutzmassnahmen ein.»

Korrekturhinweis: In einer früheren Artikel-Version hiess es fälschlicherweise, Schweizer Firmen seien betroffen.

(schweizheute.ch/sda)

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