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Lernende bei der Stadt Zürich erhalten mehr Ferien

ZUR MITTEILUNG, DASS DER BUNDESRAT EINEN NEUEN GESETZESENTWURF ZUR FOERDERUNG DER LOHNGLEICHHEIT LANCIEREN WILL, STELLEN WIR IHNEN AM MITTWOCH, 26. OKTOBER 2016, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG -  ...
Dia Stadt Zürich könnte die Anzahl Ferienwochen bei Lernenden bald von fünf auf acht aufstocken. (Symbolbild)Bild: KEYSTONE

Lernende bei der Stadt Zürich erhalten mehr Ferien

03.06.2026, 22:1103.06.2026, 22:12

Wer bei der Stadt Zürich eine Lehre absolviert, erhält in Zukunft mehr Ferien. Dies hat der Gemeinderat am Mittwoch entschieden. Derzeit haben die 1400 Lernenden fünf Wochen. Bald könnten es acht sein.

Erst vor zwei Wochen gab es gute Nachrichten für Lernende der Zürcher Stadtverwaltung: Der Stadtrat kündigte damals an, ihren Ferienanspruch zu erhöhen, von derzeit fünf auf sechs Wochen.

Nun gibt es schon wieder «Good News»: Das Stadtparlament überwies am Mittwoch mit 58 Ja-Stimmen zu 55 Nein-Stimmen eine AL-Motion, die eine weitere Erhöhung fordert. Der Vorstoss verlangt pauschal acht Wochen Ferien für alle Lernenden, egal welcher Berufsrichtung.

Daniel Leupi (Gruene) reagiert anlaesslich der Stadtratswahlen im Stadthaus in Zuerich am Sonntag, 8. Maerz 2026. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Daniel Leupi (Grüne)Bild: keystone

Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne) dämpfte die Erwartungen in der Debatte aber etwas. «Vielleicht machen wir einen Vorschlag, der etwas differenzierter ist als 8 Wochen für alle.» Möglich sei etwa ein abgestuftes System, wobei es zu Beginn der Ausbildung noch mehr Ferien gibt als gegen Ende. Solche Abstufungssysteme gibt es bereits in der Privatwirtschaft. Aber mehr gibt es auf jeden Fall.

«Schulische Anforderungen sind gestiegen»

Für die Grünen war klar, dass Lernende mehr Zeit für die Erholung brauchen. «Viele Lernende klagen über Stress», sagte Catalina Gajardo Hofmann. Sie würden unter der Doppelbelastung Arbeit und Berufsschule leiden, wobei die schulischen Anforderungen in vielen Berufen deutlich gestiegen seien.

«Viele Lernende klagen über Stress.»
Catalina Gajardo Hofmann

Gegen mehr Ferien stimmte die Mitte. Sie fürchtet, dass private Unternehmen als Arbeitgeber nun unattraktiver werden. «Wir dürfen die Stadt nicht immer stärker ausbauen und gleichzeitig die Privaten vergessen», sagte Karin Stepinski. Auch die SVP fürchtet Nachteile für die Privatwirtschaft. «Die kann da nicht mithalten», sagte Michele Romagnolo. «Man muss sich auch fragen, ob die Jungen so noch lernen, was Arbeit heisst: früh aufstehen und Pflichten wahrnehmen.»

Auch Ferien lösen nicht alle Probleme

Finanzvorsteher Daniel Leupi gab zu Bedenken, dass auch Ferien nicht alle Probleme lösen könnten. «Es ist klar, dass die Belastungen nicht nur aus der Lehre kommen.» Es gebe noch andere Stressfaktoren wie etwa Soziale Medien und «das schwierige Alter».

Leupi betonte weiter, dass die aktuell 1400 Lernenden bei der Stadt sehr gut betreut seien. Diese würden auch viele positive Rückmeldungen geben. 2021 gewann die Stadt Zürich den Nationalen Bildungspreis als «hervorragende Ausbildnerin».

Auch auf nationaler Ebene waren mehr Ferien für Lernende bereits ein Thema. Der Bundesrat lehnte jedoch mehrere Vorstösse dazu ab. Lernende in der Schweiz haben gemäss Obligationenrecht aktuell Anspruch auf fünf Wochen Ferien im Jahr. (sda)

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