Wirtschaft
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Swiss National Bank (SNB) Chairman Thomas Jordan gestures during news conference in Bern, Switzerland December 10, 2015.  REUTERS/Ruben Sprich

SNB-Präsident Thomas Jordan ist überzeugt von der Richtigkeit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses.
Bild: RUBEN SPRICH/REUTERS

SNB-Präsident Jordan verteidigt die Aufgabe des Euro-Mindestkurses



Nationalbankpräsident Thomas Jordan verteidigt die Aufhebung des Euro-Mindestkurses nach wie vor:

«Wir sind immer noch fest davon überzeugt, dass es der richtige Entscheid gewesen ist.»

Thomas Jordan

Der Entscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vom 15. Januar 2015 sei im Gesamtinteresse der Schweiz gewesen, sagte Jordan. Zum Entscheid geführt habe vor allem die extreme Euroschwäche. Der Euro-Mindestkurs sei 2011 zwar ein gutes Instrument gewesen, um den starken Franken zu bekämpfen, aber er sei kein gutes Instrument gegen die aktuelle Euroschwäche.

Kursstuerze und Turbulenzen an der Boerse nach der Aufhebung des Euromindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank in Zuerich am Donnerstag, 15. Januar 2015. (KEYSTONE/Walter Bieri )

A screen at the Swiss Stock Exchange in Zurich, Switzerland, showing the price of shares of Novartis and the rate of the Euro, pictured Thursday, 15 January 2015.  The euro dropped to its lowest level since November 2003 on 15 January 2015, after the Swiss central bank announced that it would give up its minimum exchange rate of 1.20 Swiss francs per euro. The euro intermittently fell to 1.1575 US dollars, down from a rate of 1.1735 US dollars the day before. Switzerland had been buying euros in order to prevent the franc from becoming too strong and hurting its export industry.  (KEYSTONE/Walter Bieri )

Kursstürze und Turbulenzen an der Börse nach der Aufhebung des Euromindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank in Zürich am Donnerstag, 15. Januar 2015.
Bild: KEYSTONE

Zu der anfänglich befürchteten scharfen Rezession, zu Massenarbeitslosigkeit und zu einer starken Deflation sei es nicht gekommen, bilanzierte Jordan. Die Arbeitslosigkeit sei in relativ bescheidenem Ausmass angestiegen. Die Unternehmen hätten sich an die schwierige Situation erstaunlich gut anpassen können.

Für 2016 erwartet die Nationalbank ein Wachstum von 1,5 Prozent. Das sei weniger als mit einem schwächeren Franken, räumte Jordan ein. Aber es sei ein positives Wachstum. Die Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro habe sich seit dem 15. Januar deutlich reduziert.

Hatte sie unmittelbar nach der Aufgabe des Euro-Mindestkurses von Fr. 1,20 pro Euro vor knapp einem Jahr noch 20 Prozent betragen, seien es nun gewichtet nach allen relevanten Währungen noch rund 8 Prozent. Gegenüber dem Euro allein seien es noch etwa 10 Prozent.

Nachdem die Nationalbank die Aufgabe des Mindestkurses beschlossen hatte, fiel der Euro zeitweise auf Parität zum Franken. Seit etwa August notiert er aber wieder um die 1,08 Franken.

(sda/awp)

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • teufelchen7 09.01.2016 15:41
    Highlight Highlight die worte von herrn jordan klingt wie blanker hohn! wir haben einen anstieg der arbeitslosigkeit, kurzarbeit, lohnminderung, viele KMUs haben verluste erlitten und sie erzählen uns, das war zu unserem eigenen interesse?
  • vigi 09.01.2016 15:06
    Highlight Highlight Für mich ein totaler Fehlentscheid. Eine gestaffelte Reduktion wäre sicher besser gewesen.
    • Semper 09.01.2016 17:22
      Highlight Highlight Man kann einen Mindestkurs nicht gestafelt reduzieren, dies würde Raum für Spekulanten schaffen und den die SNB berechenbar machen.
  • flyingdutch18 09.01.2016 15:04
    Highlight Highlight Herr Jordan, treten Sie zurück!
    • Semper 09.01.2016 17:22
      Highlight Highlight Du hast keine Ahnung....
    • flyingdutch18 10.01.2016 00:34
      Highlight Highlight Also jetzt antworte ich doch. Jordan ist kein echter (kreativer) Banker, sondern ein professoraler Typ, der anders als sein Vorgänger Hildebrand und seine Kollegen von anderen Notenbanken nur nach Lehrbuch handelt. Ständig sagt er, der Franken sei "deutlich überbewertet". Was macht man mit etwas, das einen zu hohen Preis hat? Eben, man verkauft es. Doch genau das macht er nicht, und so riskiert er einen grossen volkswirtschaftlichen Schaden. Übrigens: Am Abend des 15. Januar war Herr Jordan bei einer Wahlveranstaltung von SVP und FDP. Das zeigt, wes Kind er ist.
    • Semper 10.01.2016 08:42
      Highlight Highlight Die SNB pumpt Milliarden von CHF in den Umlauf, um den Franken schwächer zu machen. Schau mal die Devisenreserven der SNB an... Meinst du das war gratis?
    Weitere Antworten anzeigen
  • JackMac 09.01.2016 14:43
    Highlight Highlight Was soll er denn sonst tun, der Technokrat?
    Uneinsichtigkeit, schuld zu sein an tausenden verlorenen Arbeitsplätzen, die weltweite Glaubwürdigkeit verloren zu haben und den CHF/EUR dafür einfach 10% tiefer weitertreiben zu lassen sind seine Stärken.
    Er ist verantwortlich für Mia. von Verlusten oder verminderter Gewinne bei Betrieben, das Anlage-Desaster bei Pensionskassen und den Vertrauensverlust in die Unabhängigkeit der SNB.
    Ihm fehlt das Format eines Hiltebrand. Absetzen, sofort!
    • Semper 09.01.2016 18:41
      Highlight Highlight Es ist nicht einfach schwere Entscheidungen zu treffen. Herr Jordan hat jedoch das absolut Richtige getan. Wenn sie ja Volkswirtschaftlich so viel Ahnung haben, können sie ja seine Job übernehmen...
  • pun 09.01.2016 14:42
    Highlight Highlight Massenentlassungen, Arbeitszeitverlängerung und Kurzarbeit für viele über Monate hinweg, fortschreitende Deindustrialisierung abseits der Zentren, Löhne die unter massivem Druck sind... Alles kein Problem für Jordan weil sie ihm die Statistik nicht allzu arg versauern. Für die Betroffenen allerdings ist die Situation am dampfen.
    • pun 09.01.2016 22:01
      Highlight Highlight Diese Absolventen entscheiden aber nie im Sinne des oder der einzelnen ArbeiterIn, das kennen wir doch schon.
      Die Aufgabe der SNB ist es, sehr verkürzt ausgedrückt, die Gesamtwirtschaft auf Kurs zu halten um der Gesellschaft zu dienen. Das tut sie meines Erachtens zur Zeit zu wenig.
    • pun 09.01.2016 22:40
      Highlight Highlight Natürlich wird die hiesige Wirtschaft vom Staat beeinflusst. Das ist auch gut so. Ihre Wunschvorstellung eine absolut freien Wirtschaft gibt es nicht und die letzte Finanzkrise, die sich immernoch zeigt und Menschen ins Elend treibt, sollte uns lehren, was passiert wenn "die Wirtschaft" an zu lockerer Leine gelassen wird.

      Russland, China oder N-Korea entsprechen meiner Vorstellung nicht, weil sich auch da eine kleine Elite nur schamlos bereichert, ohne an die Leute zu denken.
  • Semper 09.01.2016 14:09
    Highlight Highlight Es war die richtige Entscheidung. Gut gemacht Herr Jordan...

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