Wirtschaft
Schweiz

Schweizer ÖV schneidet im Ausland-Vergleich gut ab

ARCHIVBILD ZUR KOMMUNIKATION DES BAV UEBER DIE VERGABE DER FERNVERKEHRSKONZESSIONEN UND DIE INTERREGIO-LINIEN, AM DIENSTAG, 12. JUNI 2018 - A SBB, left, and BLS train, right, at the train station in L ...
Besonders Einzelfahrten seien laut der neuen Studie im internationalen Vergleich eher teuer.Bild: KEYSTONE

Teuer, aber pünktlich: Schweizer ÖV schneidet im internationalen Vergleich gut ab

14.08.2018, 11:0014.08.2018, 12:01

Das Fazit einer internationalen Studie lautet: «Der öffentliche Verkehr der Schweiz hat ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis.» Im europäischen Vergleich punkte die Schweiz vor allem mit einer «hohen Netz- und Angebotsdichte» und einer «herausragenden Pünktlichkeit». Die Preise lägen gleichzeitig im Mittelfeld.

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«Bahn-, Bus- oder Schifffahren in der Schweiz ist teuer.» Dieser Satz ist sowohl von Schweizerinnen und Schweizern, insbesondere aber von ausländischen Touristen oft zu hören. Die dritte Preisvergleichsstudie, die am Dienstag vom Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr Litra und vom Verein Direkter Verkehr Schweiz ch-direct, vorgestellt wurde, widerlegt dieses Vorurteil zumindest teilweise.

Wer den öffentlichen Verkehr in der Schweiz nur gelegentlich nutzt, muss allerdings für ein Billett tief in die Tasche greifen. Doch dank neuer Sparangebote schliesst die Schweiz gemäss der internationalen Studie gut ab. Das Potenzial ist aber noch nicht ausgeschöpft.

Teure Einzelbillette

Für die Studie verglich das Forschungsinstitut Infras die Tarife in Italien, Deutschland, Frankreich, Österreich, den Niederlanden, Grossbritannien und der Schweiz. Generell lässt sich demnach festhalten, dass die Preise im Zeitraum zwischen 2016 und 2018 fast überall leicht gestiegen sind.

ARCHIVBILD ZUR LITRA-STUDIE "ANGEBOT UND PREISE DES SCHWEIZER OEV IM INTERNATIONALEN VERGLEICH", AM DIENSTAG, 14. AUGUST 2018 ---- A ticket machine in the entrance area of the SBB ticket hal ...
Abonnemente und Sparbillette lohnen sich laut Studie für den Kunden. Bild: KEYSTONE

Das bedeutet jedoch nicht für alle Kundengruppen dasselbe. So seien die Preise für Abonnements für Vielfahrer in der Schweiz beispielsweise sehr vorteilhaft. Auch das Fahren im innerstädtischen Verkehr und von der Stadt aufs Land sei günstig. Vergleichsweise teuer seien hingegen Einzelfahrten in der Schweiz – insbesondere bei Reisen im Metropolitanraum und zwischen zwei Städten, heisst es in der Studie.

Weitere Preisdifferenzierungen geplant

Die Branche arbeite daran, das Preisleistungsverhältnis im öffentlichen Verkehr weiter zu verbessern, sagte ch-direct-Präsidentin Jeannine Pilloud gemäss Redetext. Die Tarife für Gelegenheitsfahrer und bestimmte Kundengruppen müssten runter und die Eintrittshürden für Neukunden gesenkt werden.

Preisspanne zwischen dem Normalpreis und dem entsprechenden Sparpreis für die Reise von der Stadt aufs Land.
Preisspanne zwischen dem Normalpreis und dem entsprechenden Sparpreis für die Reise von der Stadt aufs Land.Bild: LITRA

Ansetzen will das ehemalige SBB-Kadermitglied insbesondere bei der Preisdifferenzierung. Die in den vergangenen Jahren eingeführten Sparbillette und Frühbucherrabatte hätten sich auffällig schnell entwickelt und auch die Preiswahrnehmungen positiv beeinflusst. Das Potenzial sei jedoch noch nicht ausgeschöpft.

Mit neuen Angeboten und Treuerabatten soll der ÖV-Anteil im Freizeitverkehr gesteigert werden, wie Pilloud ausführte. Zudem sollen Sortimente und Leistungen weiter standardisiert werden. (leo/sda)

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