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Ohne Umverteilung ist die Marktwirtschaft tot. Das zeigen diese drei Grafiken

Über die Erbschaftssteuer darf man streiten. Aber eines ist klar: Ohne massive Umverteilung geht die Marktwirtschaft kaputt. Hier ist der (grafische) Beweis.

werner vontobel



Im Abstimmungskampf um die Erbschaftssteuer geht es um Grundsätzliches, nämlich um das Verhältnis von Bürger, Staat und Wirtschaft. Viele sehen in dieser Vorlage einen der vielen Staatseingriffe, die letztlich die Marktwirtschaft an ihrer Entfaltung hindern oder diese gar lahmlegen soll. 

Das Gegenteil trifft zu. Das zeigt ein Blick auf die einschlägigen Fakten und auf diese Grafiken:

1. Wer verdient wie viel?

Verteilung Primäreinkommen

Einkommen in den Schweizer Haushalten pro Monat, wie sie durch den reinen Markt (Löhne, Mieteinnahmen, Zinsen und Dividenden) entstehen. Die Einteilung erfolgt in fünf gleich grosse Einkommensgruppen. 
Lesebeispiel: Das ärmste Einkommensfünftel verfügt demnach über 1072 Franken Einkommen pro Monat. Das ist 1,5 Prozent aller Haushaltseinkommen der Schweiz.
grafik: melanie gath/quelle: habe

2. Wer gibt wie viel aus?

Ein Blick auf eine zweite Grafik zeigt, dass der Konsum der Schweizer Haushalte sehr viel gleichmässiger verteilt ist als das Einkommen:

Verteilung des Konsums

Verteilung der Konsumausgaben der Schweizer Haushalte (eingeteilt in fünf gleich grosse Einkommensgruppen). grafik: melanie gath/quelle: habe

Kann sich der Konsum nicht einfach den Markteinkommen anpassen?

Nein. Aus folgenden Gründen:

Damit dies nicht passiert, wird diese Differenz von Einkommen und Konsumausgaben im Wesentlichen vom Sozial- und Steuerstaat ausgeglichen:

Wer bekommt und wer bezahlt wie viel?

Bild

In dieser Grafik sieht man, um wie viel Prozent die Markteinkommen der jeweiligen Einkommensgruppen nach oben und nach unten korrigiert werden. grafik: melanie gath

Während sich die Konsumausgaben immer gleichmässiger auf alle Bevölkerungsschichten verteilen, sind die Markteinkommen immer ungleicher geworden – auch in der Schweiz. 

Dennoch konnte der Sozialstaat das Verhältnis der verfügbaren Einkommen bei einem Verhältnis von etwa 4,5:1 stabilisieren.

Fazit: Ohne staatliche Rück- und Umverteilung geht es immer weniger

Die Frage ist bloss, wie man diese Umverteilung macht. Auch dazu geben unsere Grafiken einen Hinweis:

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