Historischer Kurseinbruch: Novartis verliert rund 24 Milliarden Franken an Börsenwert
Die Papiere des Pharmariesen Novartis haben am Dienstag gemessen am vernichteten Börsenwert einen historischen Tagesverlust eingebüsst. Der zweite gewichtige Forschungsrückschlag innerhalb weniger Tage liess die Aktien des Börsenschwergewichts um über 10 Prozent einbrechen.
Konkret gaben die Titel am Dienstag um 10,9 Prozent oder 13.66 Franken auf 111.80 Franken nach. Die Fallhöhe ist beträchtlich. Erst am 3. September waren die Aktien bis auf ein Rekordniveau von 132.68 Franken gestiegen.
Hochgerechnet sind damit rund 24 Milliarden Franken an Marktkapitalisierung verpufft und der Börsenwert des Pharmakonzerns auf etwa 215 Milliarden von rund 239 Milliarden Franken geschrumpft.
Gemäss einer Auswertung der Nachrichtenagentur AWP übertrifft der heutige Einbruch die bisherigen Negativrekorde deutlich. Bei der Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die SNB im Januar 2015 gingen gut 17 Milliarden Franken an Börsenwert verloren, beim Corona-Crash im März 2020 waren es gut 16 Milliarden. Während der Finanzkrise im Oktober 2008 lag der grösste Tagesverlust dagegen «nur» bei rund 10 Milliarden Franken.
Rückschlag bei Studien
Ein Grund für den Kurseinbruch ist, dass der Basler Konzern zum zweiten Mal innert weniger Tage einen Rückschlag in einer klinischen Studie vermelden musste. So musste Novartis am vergangenen Freitag mitteilen, dass ihr Wirkstoff Pelacarsen zwar wie erhofft den Lipoprotein(a)-Spiegel im Blut senkt, allerdings das Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse (also etwa Herzinfarkte oder Schlaganfälle) im Vergleich zu Placebos nicht wie erhofft reduzieren konnte.
Und am Dienstag hiess es dann, dass der primäre Studienendpunkt mit dem Medikament Del-Desiran zur Bekämpfung der Muskelkrankheit Myotone Dystrophie Typ 1 nicht erreicht wurde.
Eine Belastung für die Börse bleiben auch die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten. Zu den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen dem Iran und den USA gesellten sich News zu Angriffen der pro-iranischen Huthi-Miliz auf den wichtigen Erdöllieferanten Saudi-Arabien. Das liess die Ölpreise weiter in die Höhe klettern.
Der Kurssturz bei Novartis bremste den SMI aus: Der Schweizer Leitindex schloss den Handel am Dienstag 1,55 Prozent tiefer bei 14'057,61 Punkten ab und fiel somit erstmals seit Ende Juni unter die Schwelle von 14'100 Zählern. Bereits am Montag hatte der Index beinahe ein Prozent eingebüsst.
(sda/awp/cpf)
