Wirtschaft
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ARCHIV --- ZUM STEUERSTREIT DER CREDIT SUISSE MIT DEN US-BEHOERDEN STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Das Logo der Credit Suisse, aufgenommen am Montag, 31.Oktober 2011, in Zuerich. Die Credit Suisse hat den Steuerstreit in den USA beigelegt. Die Grossbank muss sich wie erwartet schuldig bekennen, US-Buergern bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben. Und sie muss tief in die Taschen greifen: Die Busse betraegt rekordhohe 2,6 Mrd. Dollar.(KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Im Mai hatte die CS bekannt gegeben, dass sie für die Bereinigung des Konflikts um in den USA unversteuerte Kundengelder umgerechnet 2,5 Milliarden Franken Busse bezahlt. Bild: KEYSTONE

Banken

Steuerstreit brockt Credit Suisse Hunderte Millionen Verlust ein

Die Einigung im US-Steuerstreit wird bei der Credit Suisse (CS) für einen happigen Verlust im zweiten Quartal sorgen. Im Kerngeschäft wird die Bank wie häufig vom Investmentbanking geprägt sein, das ein durchzogenes Quartal hinter sich hat: Der Handel an den Finanzmärkten läuft nicht gerade rund.

Im Mai hatte die CS bekannt gegeben, dass sie für die Bereinigung des Konflikts um in den USA unversteuerte Kundengelder umgerechnet 2,5 Milliarden Franken Busse bezahlt. Einen Teil davon begleicht die zweitgrösste Bank aus ihren umfangreichen Rückstellungen: 1,6 Milliarden Franken werden aber direkt dem zweiten Quartal belastet.

Das Schuldeingeständnis reisst die Bank ins Minus: Die Analysten der Deutschen Bank beispielsweise erwarten, dass die CS am nächsten Dienstag einen Reinverlust von 796 Millionen Franken berichtet. Abgesehen von den Folgen der Bussenzahlungen gehen Branchenbeobachter allgemein von einem durchzogenen Ergebnis der CS-Investmentbank aus.

«Das zweite Quartal war von schwierigen Marktbedingungen gekennzeichnet. Der Monat Juni war aber ziemlich gut, weshalb die Ergebnisse der US-Investmentbanken weniger schlimm ausfielen als befürchtet», sagte Andreas Venditti, Bankenexperte der Bank Vontobel, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda.

Die zwar nicht glänzenden, aber besser als erwarteten Investmentbankzahlen der US-Grossbanken könnten auf ein nicht allzu schlechtes Abschneiden von CS und UBS hindeuten. Andreas Brun, Bankenanalyst bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB), ist nach eigenen Aussagen bei der CS-Investmentbank aber pessimistischer als seine Kollegen: «Im Umfeld von tiefen Zinsen und niedriger Volatilität zeigt sich eine anhaltende Schwäche der Handelserträge», schreibt er in seinem Kommentar.

Erneut viel Neugeld

Vom US-Steuerkonflikt seit fünf Jahren unbelastet stellt die UBS ihre Ergebnisse am 29. Juli vor. ZKB-Analyst Andreas Brun erwartet, dass die Bank auf bereinigter Basis gut eine Milliarde Franken Reingewinn einfahren wird. Damit würde die UBS ihr Resultat im Vorjahresvergleich um etwa die Hälfte steigern.

Die ZKB schätzt den Abschluss der Sparte für zentrale Konzerndienste der UBS allerdings besser ein als andere Marktbeobachter. Somit gehört deren Milliardenprognose zu den optimistischsten Einschätzung. Die Analysten der Deutschen Bank sagen der UBS lediglich einen Gewinn von 769 Millionen Franken voraus.

In der Vermögensverwaltung dürften CS und UBS unter dem Strich wieder Milliarden an Neugeldern einsammeln. In den vergangenen Jahren deponierten vor allem schwerreiche Asiaten sehr viel Geld bei den Schweizer Grossbanken.

Andreas Venditti von Vontobel geht davon aus, dass die Margen im Vermögensverwaltungsgeschäft der Grossbanken unter Druck bleiben. Positiv auf den Vorsteuergewinn der Sparten dürfte aber wirken, dass die Banken mit steigenden verwalteten Vermögen und besserer Kostenkontrolle langsam wieder profitabler werden.

Julius Bär im Visier

Rechtsfälle sind indessen beide Schweizer Grossbanken noch lange nicht los. Die Untersuchungen verschiedener Regulatoren wegen vermuteter Währungsmanipulationen und die neu aufgeflammte Diskussion um Dark Pools, also Plattformen für anonymen Handel, dürften die Konzernjuristen noch lange beschäftigen und weiterhin hohe Rückstellungen erfordern.

Der US-Steuerstreit wirft indessen auch weiterhin einen Schatten auf die Vermögensverwaltungsgruppe Julius Bär, die am nächsten Montag den Reigen der grossen Bankabschlüsse zum Halbjahr respektive zum zweiten Quartal eröffnen wird. Julius Bär hat noch keine Einigung mit den Behörden in den USA bekannt gegeben.

Die hohe CS-Busse hat die Analysten aufgeschreckt. Einige der Beobachter haben daher ihre Erwartungen für eine Busse, die Julius Bär zahlen müsste, erhöht: Die Deutsche Bank geht im Moment von 600 Mio. Fr. aus. Bei den UBS-Analysten geht die Zahl von einer Milliarde Franken um. (viw/sda)



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