Wirtschaft
Schweiz

Schweizer Firmen sind bei Cyberabwehr im Rückstand

epa12725799 Signage in front of Cisco Systems, Inc. Corporate Headquarters in San Jose, California, USA, 10 February 2026. Cisco Systems will release its second-quarter fiscal year 2026 financial resu ...
94 Prozent der untersuchten Schweizer Firmen erlebten im vergangenen Jahr einen Cyberangriff, so die Studie von Cisco. Bild: keystone

Schweizer Firmen hinken bei Cyberabwehr hinterher

Die Mehrheit der Schweizer Unternehmen reagiert primär auf Cyberangriffe, statt sich vorausschauend darauf vorzubereiten. 72 Prozent der Firmen schaffen es laut einer Studie des IT-Konzerns Cisco nicht, ihre Abwehr proaktiv aufzustellen. Damit belegt die Schweiz unter neun europäischen Ländern den letzten Platz.
05.11.2026, 11:4105.11.2026, 11:41

Der am Donnerstag veröffentlichte «Relentless Defense Report» stuft 32 Prozent der 200 untersuchten Schweizer Unternehmen in die schwächste Kategorie ein. Bei ihnen befinden sich die Grundlagen der Cybersicherheit noch im Aufbau. Weitere 40 Prozent verfügen zwar über Abwehrfähigkeiten, setzen diese aber nur in einzelnen Unternehmensbereichen ein.

26 Prozent weisen solide Sicherheitsgrundlagen auf. Lediglich 2 Prozent gehören zur Spitzengruppe, die ihre Abwehr kontinuierlich optimiert. Zum Vergleich: In Grossbritannien, Italien und Frankreich ist der Anteil der Unternehmen mit schlechtem Schutzniveau deutlich tiefer.

Dabei ist die Gefahr real: So erlebten laut den Angaben 94 Prozent der Schweizer Unternehmen im vergangenen Jahr einen schwerwiegenden Cyberangriff.

Langwierige Genehmigungsprozesse

Als zentrale Hindernisse für eine wirksamere Abwehr nennt Cisco langwierige Genehmigungsprozesse, isoliert arbeitende Abteilungen und fragmentierte Daten. Nur bei 30 Prozent arbeiten Sicherheits-, Netzwerk- und IT-Abteilungen als Team zusammen. 47 Prozent verbringen nach eigenen Angaben mehr Zeit mit dem Sammeln und Abgleichen von Daten als mit der eigentlichen Cyberabwehr.

«Unsere Ergebnisse zeigen, dass Schweizer Unternehmen ihre Sicherheitsstrategie dringend von der Reaktion auf Vorfälle hin zu kontinuierlicher Prävention und Anpassungsfähigkeit entwickeln müssen», sagt Christopher Tighe, Geschäftsführer von Cisco Schweiz. Cyberresilienz dürfe nicht erst im Ernstfall eine Priorität werden.

Für den Bericht wurden im April und Mai 2026 weltweit 8000 Sicherheitsexperten in 30 Märkten befragt, darunter 200 in der Schweiz. Die Einstufung der Unternehmen basiert auf Selbstauskünften und berücksichtigt die Schutzabdeckung, die Geschwindigkeit bei der Erkennung und Behebung von Bedrohungen sowie organisatorische Hindernisse. (awp/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die hässliche Wahrheit über Ransomware-Attacken
1 / 14
Die hässliche Wahrheit über Ransomware-Attacken

Die Dunkelziffer bei erfolgreichen Ransomware-Attacken ist extrem hoch. In dieser Bildstrecke erfährst du, was dahintersteckt.

quelle: shutterstock
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Leere Kühlschränke nach Cyberattacke in Frankreich
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Blackphone
Verschlüsselungs-Stars kündigen Krypto-Smartphone an
Phil Zimmermann steigt ins Handy-Geschäft ein. Zusammen mit der spanischen Firma Geeksphone will er im Februar das Blackphone vorstellen. Das neue Smartphone soll verschlüsselte Telefonate und Nachrichten ermöglichen.
Es ist eine Allianz von Experten: Die Firmen Silent Circle und Geeksphone haben ein Joint Venture gebildet, um ein abhörsicheres Mobiltelefon zu entwickeln. Bereits Ende Februar soll das Blackphone genannte Gerät auf dem Mobile World Congress, der weltweit grössten Fachmesse der Mobilfunkbranche, vorgestellt werden. Zeitgleich will das Unternehmen damit beginnen, auf seiner Webseite Vorbestellungen für das Gerät entgegenzunehmen.
Zur Story