Wirtschaft
Schweiz

«Auf den Konten lagen über 100 Milliarden Dollar»

#Swissleaks – HSBC unter Beschuss

«Auf den Konten lagen über 100 Milliarden Dollar»

09.02.2015, 06:3509.02.2015, 08:26

Mit Enthüllungen zu den Luxemburger Steuerdeals machte der internationale Rechercheverband ICIJ im vergangenen November von sich reden. Nun legt das internationale Konsortium investigativer Journalisten mit «Swissleaks» nach. Es analysierte dafür gestohlene Daten des Schweizer Ablegers der Bank HSBC.

«Das ‹Swiss Leaks Projekt› basiert auf einem Stock von fast 60'000 entwendeten Dokumenten, die Angaben zu über 100'000 HSBC-Kunden und deren Bankkonten enthalten», schreibt der ICIJ auf seiner Webseite. Bei den Daten handelt es sich demnach um drei verschiedene Typen interner Bankdokumente aus drei Zeiträumen.

1. Kundendaten

Der erste Dokumententyp widme sich Kunden und deren privaten Bankkonten, die grösstenteils aus den Jahren 1988 bis 2007 datieren. 

2. Momentaufnahmen

Der zweite Teil der Daten besteht aus Momentaufnahmen der Höchstbeträge auf den Konten in den Jahren 2006 und 2007. 

3. Notizen

Der dritte Typ zeige Notizen zu Kunden und Unterhaltungen zwischen diesen und Bankangestellten im Jahr 2005.

«Die Dokumente zeigen, dass auf den Konten insgesamt über 100 Milliarden Dollar lagen», heisst es weiter. Die vertraulichen Unterlagen würden auch eine Fülle anderer Angaben beinhalten, wie etwa verheimlichte Offshore-Unternehmen, die mit gewissen Konten verbunden seien.

Die gestohlenen Daten stammen vom ehemaligen HSBC-Angestellten Hervé Falciani, der diese 2008 der französischen Regierung überreichte, worauf deren Steuerbehörde eine Untersuchung einleitete. 

Ex-HSBC-Mitarbeiter Hervé Falciani brachte das Ganze ins Rollen.
Ex-HSBC-Mitarbeiter Hervé Falciani brachte das Ganze ins Rollen.Bild: ANDREA COMAS/REUTERS

Die französische Zeitung «Le Monde» erhielt eine Version der Daten, wie sie den Steuerbehörden vorlag, mit Angaben zu Konten von 106'000 Kunden aus 203 Ländern.

Die Zeitung verschaffte dem ICIJ Zugang zu den Dokumenten unter der Auflage, dass dieser ein Journalistenteam zusammenstellen würde, um die Daten auszuwerten und eine Berichterstattung zu realisieren. (feb/sda)

Mehr zu Swissleaks

Kennst du schon die watson-App?

Über 100'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wird von Apple als «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das Manöver von Thomas Aeschi erscheint plötzlich in neuem Licht
Das Zögern des SVP-Fraktionschefs sorgt im Bundeshaus für Rätsel. Nun macht eine neue Erklärung die Runde: Muss Aeschi zuerst herausfinden, ob ihn die eigene Fraktion überhaupt aufs Ticket setzt?
Thomas Aeschis Vorgehen gibt unter Bundesparlamentariern zu reden. Die SVP des Kantons Zug hat den Fraktionschef als Kandidaten für den Bundesrat nominiert. Aeschi aber zögert. Er will weitere Abklärungen treffen und erst danach über eine Kandidatur entscheiden.
Zur Story