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Partners-Group-Gründer will nach Kurseinbruch besser kommunizieren

Partners-Group-Gründer will nach Kurseinbruch besser kommunizieren

06.06.2026, 20:3106.06.2026, 20:31
Die sonst so lautstarke Vereinigung gegen die EU-Verträge «Kompass Europa» um Unternehmer Fredy Gantner gibt sich in der aktuellen Abstimmungsdebatte erstaunlich wortkarg.

Nach den jüngsten Turbulenzen und dem massiven Kurseinbruch der Partners-Group-Aktie hat Firmenmitgründer Fredy Gantner eine aktivere Kommunikation gegenüber Anlegern angekündigt. «Wir müssen definitiv besser und proaktiver kommunizieren», sagte er in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der «SonntagsZeitung». Er sprach von einer «schmerzhaften Lektion».

Gantner bezeichnete die heftige Marktreaktion auf die jüngsten Entwicklungen als Branchenproblem und als «massive Überreaktion». Es sei offensichtlich, dass der Irankrieg tiefe Spuren hinterlasse und nicht so verlaufe, wie es sich US-Präsident Donald Trump erhofft habe. Die Unsicherheit bleibe hoch, und das wirke sich auf die Kapitalmärkte aus.

Vom Unternehmen zeigte sich der Mitgründer weiterhin überzeugt. «Partners Group hat ein Rekordjahr hinter sich, ist gut unterwegs im laufenden Jahr und handelt nun an einer rund 7-prozentigen Dividendenrendite», bekräftigte er. Trotz der Rücknahmen im Privatkundengeschäft sei der Trend bei den Kundengeldern positiv. Für 2026 erwartet die Gesellschaft weiterhin Bruttoneugeldzuflüsse von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar.

Mehr Aktien gekauft

Als Zeichen seines Vertrauens verwies Gantner auf eigene Investitionen. «Ich halte weiterhin ein grosses Aktienpaket und habe in letzter Zeit sogar zusätzliche Aktien gekauft, wie viele unserer Mitarbeitenden», sagte er. Erst am Freitagabend wurden beim Unternehmen Management-Käufe im Umfang von über 20 Millionen Franken bekannt.

Die Partners-Group-Aktie hat innert zwölf Monaten zeitweise rund die Hälfte ihres Werts verloren. Das entspricht einem Börsenwertverlust von rund 20 Milliarden Franken. Allein am letzten Mittwoch war der Kurs zeitweise um mehr als 16 Prozent eingebrochen, nachdem das Unternehmen bei mehreren offenen Fonds wegen Geldabflüssen weitere Rücknahmen begrenzt hatte. Zuvor hatte ein Bericht des Shortsellers Grizzly Research Zweifel an den Bewertungen einzelner Vermögenswerte geweckt.

Den Bericht des Shortsellers wies Gantner erneut zurück. Grizzly Research habe Partners Group mit «erwiesenermassen völlig unbegründeten Vorwürfen attackiert», sagte er. Das Unternehmen habe die Anschuldigungen widerlegt und rechtliche Schritte eingeleitet.

«Leider hat Grizzly mit ihren unlauteren Methoden ihr Ziel kurzfristig erreicht. Ihre Kunden werden ihre Shortpositionen nun mit viel Gewinn wieder eindecken», sagte Gantner. Der Verlust bleibe bei den «verständlicherweise verängstigten» Privatanlegern. (sda/awp)

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