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Aldi zieht in einen der grössten Bahnhöfe der Schweiz – und greift Coop frontal an

Die Expansion des deutschen Detailhändlers Aldi in die Innenstädte geht weiter. Nun eröffnet er mitten in der Stadt Zürich eine Filiale an bester Lage – und zieht der Konkurrenz direkt vor die Nase.
24.11.2021, 13:3325.11.2021, 07:40
Stefan Ehrbar / ch media
Bald Heimat eines Aldi: Der Bahnhof Zürich-Stadelhofen.
Bald Heimat eines Aldi: Der Bahnhof Zürich-Stadelhofen.Bild: sbb

Der deutsche Discounter Aldi will in die Schweizer Innenstädte expandieren. Darauf lege er ein «besonderes Augenmerk», schrieb die Medienstelle letzte Woche auf Anfrage von CH Media. «Zulegen wollen wir vor allem noch in Genf und Zürich.» Dort hatte Aldi im Sommer in der Nähe der Bahnhofstrasse bereits eine zweistöckige Filiale eröffnet. Nun folgt bereits der nächste Streich.

Am Zürcher Bahnhof Stadelhofen im Kreis 1, unweit des Sechseläutenplatz und des Opernhaus, wird Aldi eine Innenstadt-Filiale eröffnen. Das geht aus einem Baugesuch heraus, das am Mittwoch im städtischen Amtsblatt veröffentlicht wurde. Aldi ersetzt demnach das asiatische Restaurant Mishio der Gastronomiegruppe ZFV, das Ende August seinen Betrieb einstellte.

Erstmals ist Aldi in einem grösseren Bahnhof

Die neue Filiale ist nicht nur speziell, weil sie an bester – und teurer – Innenstadtlage zu liegen kommt. Sie wird auch die erste Aldi-Filiale in einem der zehn grössten SBB-Bahnhöfe in der Deutschschweiz sein. Im Vorkrisenjahr 2019 nutzten jeden Werktag rund 100'000 Menschen den Bahnhof Stadelhofen der Zürcher S-Bahn, was ihm Platz 9 im nationalen Ranking einbrachte. Zwar eröffnete Aldi im Jahr 2018 bereits im Bahnhof Lausanne (Platz 5) einen Laden, die Filiale ist derzeit allerdings geschlossen.

Diese Zahlen sind nicht mit den Passagierfrequenzen gleichzusetzen, sondern beinhalten auch Personen, die Bahnhöfe z.B. nur für den Einkauf nutzen.
Diese Zahlen sind nicht mit den Passagierfrequenzen gleichzusetzen, sondern beinhalten auch Personen, die Bahnhöfe z.B. nur für den Einkauf nutzen.Quelle: SBB – Grafik: ehs

Die neue Zürcher Filiale ist auch ein direkter Angriff auf die orange Konkurrenz. Etwa 100 Meter entfernt betreibt die Migros einen Supermarkt mit Restaurant und Take-Away-Angebot. Noch näher hat es Aldi nur zu Coop: Die nächste Filiale liegt gleich im anliegenden Gebäude – und ist dank der räumlichen Zugehörigkeit zum Bahnhof auch sonntags geöffnet.

Davon kann auch Aldi profitieren und in der neuen Filiale sieben Tage pro Woche Waren verkaufen. Der Discounter dürfte sich vor allem an die zahlreichen Pendler richten, die jeden Tag mit der S-Bahn vom Zürcher Oberland oder der Goldküste in die Stadt Zürich strömen. Die Öffnungszeiten seien «entsprechend der Bahnhofslage analog zu den anderen Geschäften geplant», sagt eine Sprecherin. Die Eröffnung der mit rund 260 Quadratmeter Verkaufsfläche eher kleinen Filiale sei auf Frühling 2022 geplant.

Auch Lidl zieht nach

«Da ein Grossteil der Schweizer Bevölkerung urban lebt und täglich viele Pendler und Reisende in den Innenstädten unterwegs sind, ist es für uns ein logischer Schritt, diesen Menschen eine nahe liegende Einkaufsmöglichkeit zu bieten», begründet die Aldi-Medienstelle ihre Expansion in die Zentren.

Aldi zieht in das mit «mishio» beschriftete Gebäude.
Aldi zieht in das mit «mishio» beschriftete Gebäude.Bild: Google street view

Damit ist Aldi nicht allein. Auch der andere deutsche Discounter Lidl will vermehrt in die Innenstädte vordringen und wird beispielsweise im Zürcher Kreis 4 eine neue Filiale eröffnen (CH Media berichtete). Der Kampf um die Innenstädte hat gerade erst begonnen. (bzbasel.ch)

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