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Zalando-Vorstand Rubin Ritter.
Zalando-Vorstand Rubin Ritter.Bild: Michael Sohn/AP/KEYSTONE
Onlinehandel

Grösster Börsengang seit der Dotcom-Blase: So will Zalando die Märkte aufmischen

03.09.2014, 08:5503.09.2014, 10:33

Der Online-Modehändler Zalando strebt noch im Herbst an die Frankfurter Börse. «Abhängig vom Börsenumfeld» solle das Initial Public Offering (IPO) im zweiten Halbjahr 2014 über die Bühne gehen, teilte Zalando am Mittwoch mit. Der Sprung auf das Börsenparkett solle über eine Kapitalerhöhung möglich werden, die bisherigen Zalando-Gesellschafter wollten ihre Anteile behalten. Angestrebt sei eine Plazierung von 1 bis 11 Prozent des Eigenkapitals. Wie Reuters von einer mit der Transaktion vertrauten Person erfuhr, strebt Zalando damit ein Emissionsvolumen von mehr als 500 Millionen Euro an.

Zalando würde dabei mit insgesamt über 6 Milliarden Euro bewertet. Der Ausgabepreis solle in der Woche ab dem 29. September bekanntgegeben werden, sagte der Insider. Die Pläne der Firma sorgen auch deshalb für Aufsehen, weil es der grösste Börsengang eines Online-Unternehmens in Deutschland seit dem Platzen der Internetblase nach der Jahrtausendwende werden könnte. «Der Gang an die Börse ist der nächste logische Schritt in der Entwicklung von Zalando, da er uns die nötige Flexibilität gibt, um unsere langfristigen Wachstumsambitionen weiterzuverfolgen», begründete Zalando-Vorstand Rubin Ritter die Bekanntgabe der lang erwarteten Börsenpläne.

Quelle: statista

Anleger können sich mit Zalando am E-Commerce in Europa beteiligen, die Berliner Firma hatte im Halbjahr einen kleinen operativen Gewinn ausgewiesen. Bei einem Umsatzplus von knapp 30 Prozent auf 1,047 Milliarden Euro hatte der Online-Händler einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von 12 Millionen Euro nach einem Minus von 109 Millionen vor Jahresfrist ausgewiesen. Nach Steuern blieb ein Ergebnis von 0,2 Millionen Euro. Laut «Handelsblatt» wird auf den Börsengang von Zalando der Gang der Internetschmiede Rocket Internet der Brüder Samwer aufs Parkett folgen. Das Unternehmen könnte 500 bis 750 Millionen Euro einsammeln, zitierte die Zeitung aus Finanzkreisen.

Die Samwer-Brüder posieren für das Magazin Wired.
Die Samwer-Brüder posieren für das Magazin Wired.Bild: wired
7000 Mitarbeiter
Zalando, das als Schuh-Versand mit dem Werbeslogan «Schrei vor Glück» bekannt wurde, hat inzwischen 7000 Mitarbeiter. Mehr als die Hälfte des Absatzes konzentrieren sich auf Deutschland, die Schweiz und Österreich. Hinter Zalando stehen unter anderem die Internet-Unternehmer Oliver, Alexander und Marc Samwer. Sie sind mit 17 Prozent der zweitgrösste Anteilseigner hinter dem schwedischen Finanzinvestor Kinnevik, der 36,5 Prozent hält. Weitere Miteigentümer sind unter anderem Tengelmann mit etwas über 5 Prozent, der dänische Modeunternehmer Anders Holch Povlsen mit 10 Prozent sowie Holtzbrinck Ventures.

Alibaba kommt später

Mit der Ankündigung des baldigen Börsengangs nutze das Unternehmen das Zeitfenster, das sich durch die Verschiebung des Börsengangs des chinesischen Internetkonzerns Alibaba in New York geöffnet habe, berichtet das «Handelsblatt». Alibaba wollte ursprünglich in der ersten Septemberwoche an die Börse gehen. Demnach soll die Aktie zum 19. September erstmals in New York gehandelt werden. Mit einem kolportierten Volumen von über 20 Milliarden Dollar könnte es der bisher grösste Börsengang werden. (sza)

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