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Autoscheiben soll man mit viel heissem Wasser enteisen: wahr oder falsch?
Autoscheiben soll man mit viel heissem Wasser enteisen: wahr oder falsch?
Bild: KEYSTONE
Gefährlich oder sinnvoll?

Die 10 häufigsten Mythen übers Autofahren im Winter: wahr oder falsch?

02.02.2015, 16:1402.02.2015, 19:50

1. Bei frostigen Temparaturen sollte man den Motor warmlaufen lassen

Bild: KEYSTONE

Falsch: Im Winter Scheiben kratzen und dabei den Motor im Stand warmlaufen lassen, schadet der Umwelt und ist gesetzlich verboten. Der Motor wird im Stand deutlich langsamer warm als während der Fahrt. Also: Erst Scheiben frei kratzen, dann starten und gleich zügig losfahren.

2. Mit ABS kann man auf Schnee ganz normal bremsen

Bild: KANTONSPOLIZEI ZG

Falsch: ABS ist toll, aber auf schnee- und eisbedeckter Strasse hilft nur den Wetterbedingungen angepasstes Fahren. Wie man bei winterlichen Strassenverhältnissen sicher fährt, kann man in entsprechenden Kursen lernen.

3. Im Winter sollte man etwas Luft aus den Reifen lassen

Bild: KEYSTONE

Theoretisch richtig, aber trotzdem nicht sinnvoll: Geringerer Reifendruck erhöht die Radaufstandsfläche, was beispielsweise auf Sand, Eis oder zusammengepresstem Schnee das Durchdrehen der Räder verhindern kann. Der Haken dabei: Sobald man wieder auf normalem Strassenbelag fährt, ist es gefährlich, mit zu wenig Luft in den Pneus zu fahren. Man sollte daher auch im Winter nie mit zu tiefem Reifendruck unterwegs sein. Weitere Erklärungen gibt es hier:

4. Autoscheiben kann man rasch mit heissem Wasser enteisen

Bild: KEYSTONE

Das geht zwar, ist aber heikel: Autohersteller raten dringend davon ab. Der starke Temperaturwechsel kann zu Spannungsrissen führen. Weniger Probleme gibt es mit lauwarmem Wasser. Am sichersten sind nach wie vor die handelsüblichen Eiskratzer aus Kunststoff. 

Wer sich das Eiskratzen weitestgehend ersparen will, kann mit einer Spezialfolie aus dem Baumarkt vorbeugen. 

5. Es braucht eigentlich keine Winterreifen, Ganzjahresreifen tun es auch

Bild: AP

Falsch. Gemäss Tests des TCS sind Ganzjahresreifen meist eine Kompromisslösung. Sie bieten weder im Winter noch im Sommer dieselbe Sicherheit wie saisonale Bereifung. Zudem haben sie einen stärkeren Verschleiss und einen höheren Treibstoffverbrauch. 

6. Den Schnee auf dem Dach muss man (im Gegensatz zu den Fenstern) nicht zwingend runterwischen

Bild: KEYSTONE

Falsch: Viele kratzen nur die Scheiben frei und fahren los. Dass dies keine gute Idee ist, merkt man spätestens beim ersten abrupten Bremsen oder wenn ein Polizeiauto im Rückspiegel auftaucht.

7. Das Montieren von Winterreifen ist freiwillig

Bild: KEYSTONE

Richtig. In der Schweiz besteht keine gesetzliche Pflicht, das Auto mit Winterreifen auszurüsten. Wer bei Schnee oder Eisglätte ohne Winterreifen einen Unfall baut, riskiert jedoch, dass die Versicherung nicht bezahlt. Abgesehen davon ist es schlicht fahrlässig, da man sein eigenes sowie das Leben der anderen Verkehrsteilnehmer aufs Spiel setzt.

8. Es ist kein Problem, vier Winterreifen mit unterschiedlichen Profilen zu montieren 

Bild: AP dapd

Falsch. «Es ist wichtig, zumindest auf jeder Achse, Reifen der gleichen Marke sowie demselben Profil und vergleichbarer Abnutzung zu montieren. Bei ungeeigneter Bereifung helfen auch die besten Fahrerassistenzsysteme nicht weiter», schreibt der TCS.

9. Allradantrieb bringt dich sicher durch den Winter

Bild: EPA

Falsch: Allradantrieb soll mehr Traktion und Fahrstabilität bringen, verbessert aber keinesfalls den Bremsweg. Mit einem schlechten Fahrer und/oder schlechten Reifen ist Allradantrieb nicht besser als jeder andere Antrieb.

10. Die besseren Pneus sollte man vorne montieren, vor allem bei Vorderradantrieb

Bild: KEYSTONE

Auch das ist falsch. Der TCS schreibt: «Die besseren Reifen sollten aus Sicherheitsgründen grundsätzlich auf den Hinterrädern montiert werden. Damit wird eine gute Haftung der Hinterachse gewährleistet und das Ausbrechen des Fahrzeughecks in Grenzsituationen vermieden.»

Und wenn das Auto so aussieht, hilft nur noch auf den Frühling warten :)

Bild: KEYSTONE

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