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Studie räumt mit Bösewicht-Image von Hyänen auf

Eine Hyäne

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Crocuta_crocuta_Mara_Triangle.jpg
Entgegen der popkulturellen Darstellung sind Tüpfelhyänen nicht nur sehr sozial, sondern auch Künstler der Deeskalation.Bild: Wikipedia

Sozial und Künstler der Deeskalation: Studie räumt mit Bösewicht-Image von Hyänen auf

11.07.2026, 07:1511.07.2026, 07:15

Hinterlistig? Von wegen: Entgegen der popkulturellen Darstellung sind Tüpfelhyänen nicht nur sehr sozial, sondern auch Künstler der Deeskalation, wie eine neue Studie unter der Beteiligung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin zeigt.

Demnach zeigen die Tiere ein hochentwickeltes Sozialverhalten und benutzen ein ausgeklügeltes System aus Mimik und Stimmen, um miteinander zu kommunizieren. Die präzise Kommunikation sei mit der vieler Primatenarten vergleichbar, heisst es in der Studie.

Offenes Maul heisst: Ich bin friedlich

Für die Untersuchung beobachteten die Forscherinnen und Forscher Tüpfelhyänen (Crocuta crocuta) in Tansania und Südafrika in freier Wildbahn beim Spielen. Wie auch bei anderen Säugetieren sei das entspannte offene Maul (auf Englisch: «relaxed open mouth», kurz ROM) das häufigste Signal, um friedliche Absichten zu signalisieren.

Den Beobachtungen zufolge benutzen die Tiere das ROM häufig beim Eins-zu-Eins-Spiel, wenn direkter Blickkontakt herrscht. «Wenn mehrere Hyänen miteinander spielen und sie sich nicht sicher sein können, dass alle Teilnehmenden das entspannte ROM sehen, dann setzen sie zusätzliche Signale in Form von spielspezifischen Lautäusserungen ein, die von allen Teilnehmenden registriert und verstanden werden», erklärte der Mitautor der Studie und Forscher am Leibniz-IZW, Oliver Höner.

Bellen, kichern, knurren, quietschen

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellten 13 verschiedene Lautäusserungen fest, von denen 5 den Angaben zufolge noch nie zuvor beschrieben wurden. Sie hörten die Tiere unter anderem bellen, kichern, knurren, grunzen, leise quietschen, winseln, wimmern oder fauchen.

Die Forschenden gehen davon aus, dass die Laute den fehlenden Blickkontakt ausgleichen sollen. Die Fähigkeit, ihre Körpersprache je nach Situation anzupassen, spreche für ausgeprägte kognitive und soziale Fähigkeiten. Trotz des teils rauen Umgangs eskalierte das Spielen laut Studie nie, führte also nicht zu echten Kämpfen zwischen den Tieren.

Tüpfelhyänen spielen und raufen in allen Lebensphasen, erwachsene Tiere besonders gerne im Wasser, wie das Leibniz-IZW erklärt. Sie leben in grossen sozialen Gruppen von bis zu 130 Tieren. Diese sogenannten Clans sind hierarchisch aufgebaut und werden von den Weibchen und ihren Jungen angeführt. Die Hyänen leben in mehreren Ländern Afrikas, südlich der Sahara. Sie jagen Gnus, Zebras oder Büffel und fressen auch Aas. (sda/dpa)

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