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Wenn Köstlichkeiten giftig sind

Diese 10 Lebensmittel sollten Sie unbedingt mit Vorsicht geniessen

Bohnen, Nüsse, Früchte, Kartoffeln – alles ganz normale, ungefährliche Lebensmittel? Je nach Sorte, Menge oder Zustand können einige dieser Esswaren ziemlich gefährlich werden.



1. Grüne Bohnen

Da zahlreiche Lebensmittel sowohl roh also auch gekocht geniessbar sind, neigen Menschen manchmal dazu, dies auf sämtliche Nahrungsmittel zu übertragen. Bei einigen sollten man aber tatsächlich Vorsicht walten lassen. Grüne Bohnen beispielsweise sind im rohen Zustand giftig.

Der Grund dafür ist das enthaltene Gift Phasin. Dieses lässt die roten Blutkörperchen zusammenklumpen, was zu Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall führen kann. Bei einer stärkeren Vergiftung sind aber auch Blutungen im Magen-Darm-Bereich möglich. Besonders gefährlich sind rohe Bohnen für Kinder, da hier schon deutlich kleinere Mengen lebensgefährlich sein können.

Beim Kochen wird das Phasin chemisch verändert und unschädlich gemacht. Der gleiche Stoff ist übrigens auch in Kichererbsen enthalten. Diese sollen deshalb mindestens zwölf Stunden lang gewässert – wobei das Wasser mehrfach gewechselt werden muss – und anschliessend etwa zwei Stunden lang gekocht werden. Bei grünen Bohnen genügt eine Kochzeit von etwa einer halben Stunde.

2. Kidney-Bohnen

Gewässert und gekocht werden müssen unbedingt auch Kidney-Bohnen. In ihnen ist ein anderer Giftstoff enthalten, der zwar in mehreren Bohnensorten steckt, in der Kidney-Bohne aber in einer besonders hohen Konzentration vertreten ist. Die Rede ist von dem sogenannten Phytohämagglutinin

Bild: Shutterstock

Gemessen wird dieser Stoff in Hau. Bei rohen Kidney-Bohnen liegt der Wert zwischen 20'000 und 70'000 Hau – nach dem Kochen sinkt er auf 200 bis 400 Hau. Beim Garen muss unbedingt darauf geachtet werden, dass das Wasser wirklich kocht, da der Effekt des Giftes sich verstärkt, wenn die Bohne nur erwärmt, nicht aber vollständig gekocht wird. Bereits ungefähr fünf rohe Kidney-Bohnen reichen aus, um Übelkeit, Brechreiz oder Durchfall auszulösen.

3. Muskatnuss

Muskatnuss ist ein beliebtes Gewürz, um beispielsweise Kartoffelgerichte zu verfeinern. Anders als andere Nüsse sollte man bei dieser Nuss aber unbedingt bei der Verwendung als Gewürz bleiben. Denn wer ganze Muskatnüsse isst, begibt sich ernsthaft in Gefahr. Schon ab vier Gramm wirkt die Muskatnuss wie eine Droge – löst Halluzinationen, Übelkeit oder gar Bewusstlosigkeit aus.

Ausserdem können schon relativ geringe Mengen tödlich sein: So ist ein Fall von einem achtjährigen Jungen bekannt, der nach dem Verzehr von zwei Muskatnüssen starb – bei Erwachsenen sollen drei Nüsse ausreichen, um eine lebensgefährliche Wirkung auszulösen. 

muskatnuss

Bild: Shutterstock

4. Bittermandeln

Optisch sind Bittermandeln kaum von Süssmandeln zu unterscheiden. Ihre Wirkung beim Verzehr unterscheidet sich dafür ziemlich deutlich. Während süsse Mandeln – die beim Backen zum Einsatz kommen oder auch im Studentenfutter vertreten sind – problemlos roh verzehrt werden können, ist das bei den Bittermandeln anders. Sie enthalten das Nervengift Blausäure.

Bild: Shutterstock

Wird die Bittermandel gekocht, ist das Problem beseitigt. Isst man sie jedoch roh, können für Kinder bereits fünf bis zehn Mandeln zum Tod führen – bei Erwachsenen liegt die Menge, die zu einer tödlichen Vergiftung führen kann, bei etwa 50 bis 60 Mandeln.

5. Paranüsse

In den Schalen der Paranuss kommt der Stoff Aflatoxin vor. Dieser wirkt in hoher Konzentration karzinogen – ist also krebserregend. In der Paranuss ist eine so grosse Menge des Stoffes enthalten, dass der Wert die EU-Richtlinien überschreitet. Aus diesem Grund hat die Europäische Kommission im Jahr 2003 Auflagen für den Import von Paranüssen erlassen, welche einem Importverbot gleichkommen.

Doch nicht überall sind die Richtlinien so streng wie in der EU, sodass die Paranuss längst nicht überall verboten ist. Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Tatsache, dass Paranüsse vergleichsweise grosse Mengen radioaktiver Stoffe enthalten. Der Grund dafür liegt in dem besonders tief gehenden und komplexen Wurzelsystem der Pflanze, welches diese Stoffe aus dem Boden aufnimmt.

6. Sternfrucht

Die Sternfrucht ist von einem hübsch dekorierten Dessertteller kaum noch wegzudenken. Für Menschen, deren Nieren erkrankt sind, ist das Obst jedoch sehr gefährlich. Die Sternfrucht enthält nämlich das Nervengift Caramboxin, das gesunde Menschen über die Niere ausscheiden. Bei Personen mit einer Nierenerkrankung kann die Sternfrucht zu Vergiftungen, Erbrechen, Krampfanfällen oder sogar zum Tod führen.

7. Kartoffeln

Wenn Kartoffeln sich grün verfärben, sieht das nicht bloss unschön aus – wir Menschen sollten diese Veränderung durchaus als Warnhinweis verstehen. Denn an diesen Stellen enthält das beliebte Lebensmittel Solanin. Dieses Gift kann Übelkeit, Erbrechen, ein Brennen im Hals, Schweissausbrüche oder sogar Atemnot auslösen. 

kartoffel grün

Bild: Shutterstock

Wichtig zu wissen ist ausserdem, dass das Gift beim Erhitzen nicht zerstört wird. Stattdessen geht es in das Wasser oder das Bratfett über. Deshalb sollte man grüne Stellen unbedingt abschneiden. Solanin wird dann verstärkt gebildet, wenn die Kartoffeln zu lange dem Licht ausgesetzt wurden. Am besten lagert man sie deshalb an einem kühlen und dunklen Ort.

Solanin steckt ausserdem in Auberginen, die aus diesem Grund auf keinen Fall roh gegessen werden sollten, und im Stiel der Tomate. Das ist auch der Grund, warum man bei der Tomate immer den Stielansatz mit entfernen soll.

8. Rhabarber

Auch der Rhabarber beinhaltet einen Stoff, der in grösseren Mengen Vergiftungserscheinungen auslösen kann – die Rede ist von der Oxalsäure. Hoch dosiert kann dieser Stoff zu Nieren- oder Blasensteinen führen. Schützen kann man sich davor, indem man nie die Blätter des Rhabarbers isst, denn dort ist am meisten Oxalsäure enthalten.

Insgesamt ist auch hier die Frage nach der Menge entscheidend: Personen, die zu Nierensteinen neigen, sollten Lebensmittel, die viel Oxalsäure enthalten, meiden oder nur sparsam verzehren. Neben dem Rhabarber gehören auch Spinat, Mangold, Sauerampfer, Sellerie, Rote Beete und Stachelbeeren zu dieser Lebensmittelgruppe. Für alle «gesunden» Menschen gilt: Finger weg von den Blättern des Rhabarbers.

Auch beim Rhabarber bietet das Kochen eine Möglichkeit, den schädlichen Stoff zu vermindern: Ein Teil der Oxalsäure geht dann ins Wasser über, weshalb man dieses unbedingt wegschütten sollte. Eine Alternative ist auch, den Rhabarber zusammen mit einem Milchprodukt zu sich zu nehmen, da dieses die Oxalsäure chemisch entschärft.

9. Lakritze

Sie ist süss und bleibt in den Zähnen hängen – die Lakritze. Abgesehen davon, dass die schwarze Masse als Nascherei konsumiert wird, ist sie zum Teil sogar in Arzneimitteln – beispielsweise zur Behandlung von Husten – enthalten. Dennoch sollten Menschen mit Bluthochdruck die Finger von der Leckerei lassen. 

Bereits 100 Gramm pro Tag können zu Bluthochdruck und Herzrythmusstörungen führen. Schuld daran ist das in der Lakritze enthaltene Glycyrrhizin, das dazu führt, dass unsere Nebenniere mehr Kortisol produziert. Dieses wiederum lässt den Blutdruck steigen.

10. Maniok

Maniok ist ein Lebensmittel, das hierzulande nicht ganz so häufig zum Einsatz kommt. Dennoch wird es manchmal genutzt, um beispielsweise Desserts, Saucen oder Kartoffelsuppen zu verfeinern. Die enthaltene Stärke macht das Lebensmittel in dem Zusammenhang so attraktiv.

Wer Maniok verarbeiten will, muss jedoch eines unbedingt beachten: Die Knollen dürfen niemals roh verzehrt werden. Sie enthalten den Stoff Glykosid, der im menschlichen Körper zu hochgiftigem Zyanid umgewandelt wird. Auch hier gilt also: Erst die Frucht wässern und garen – und erst dann verzehren.

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