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Neue These zum Voynich-Manuskript: Es wird nie entschlüsselt werden

Forscher analysierten das Voynich-Manuskript: Es ist kein Fake, aber bleibt rätselhaft

04.05.2017, 10:1404.05.2017, 10:33
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Das Voynich-Manuskript
Nackte Frauen im Bad, unbekannte Pflanzen, merkwürdige Apparaturen: Die Illustrationen im Voynich-Manuskript sind zum Teil bizarr.
quelle: wikimedia
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Schon Kaiser Rudolf II. rätselte vergeblich an diesem Text herum: Seit Jahrhunderten widersteht das sogenannte Voynich-Manuskript – ein mit unbekannten Schriftzeichen in einer bisher nicht identifizierten Sprache verfasster Kodex – jedem Versuch, seinen Inhalt zu entschlüsseln.

Auch die russischen Wissenschaftler, die sich jetzt mit dem kryptischen Text abgegeben haben, konnten den Code nicht knacken. Ihre statistische Textanalyse förderte dennoch einige Ergebnisse zutage: Das Schriftstück ist laut den Forschern zu 60 Prozent in Deutsch oder Englisch, zu 40 Prozent in einer romanischen Sprache – etwa Latein, Italienisch oder Spanisch – verfasst.

Keine Vokale

Dass es ihnen trotz dieser Erkenntnis nicht gelang, den Text zu entschlüsseln, begründen Yuri Orlov und sein Team vom Keldysh Institut für angewandte Mathematik in Moskau mit einer neuen These: Im Text fehlten alle Vokale. Auch die Wortzwischenräume seien entfernt und durch an anderer Stelle eingefügte Leerzeichen ersetzt worden. Ohne den passenden Schlüssel sei es daher unmöglich, den Text zu verstehen – es gebe dann schlicht zu viele mögliche Variationen, klagte Orlov. 

Andere Forscher hatten die These vertreten, der Text transportiere gar keine Informationen, sondern bestehe aus einer Aneinanderreihung von sinnlosen Zeichen. Allerdings lässt sich anhand der zahlreichen, zum Teil grotesken Illustrationen eine Art thematische Einteilung erkennen: Die Bilder befassen sich mit Themen wie Botanik, Anatomie, Pharmazeutik oder Astronomie. 

Lange verschollen

Das Manuskript wurde vermutlich in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts geschrieben, möglicherweise in Norditalien. Vom Kodex sind heute noch insgesamt 102 Pergamentblätter erhalten. Ursprünglich waren es mindestens 116 Blätter, die sich im Besitz von bekannten Persönlichkeiten befanden; Gelehrte wie der Jesuit Athanasius Kircher versuchten vergeblich, dem Kodex seine Geheimnisse zu entlocken.

Nachdem das Schriftstück lange verschollen war, wurde es 1912 von dem polnisch-stämmigen Antiquar Wilfrid Michael Voynich in einem Jesuitenkolleg bei Frascati entdeckt und gekauft. Heute liegt der nach Voynich benannte Kodex in der «Beinecke Rare Book & Manuscript Library» der Yale-Universität. 

(dhr)

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