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Immunsystem stärken: Was wissenschaftlich belegt ist

So stärkst du dein Immunsystem (Spoiler: Gar nicht)

Niemand ist gerne krank. Darum boomt das Geschäft mit Abwehrkräften. Schnell ein paar Wundermittel schlucken – und Viren haben keine Chance. Doch so einfach ist es nicht.
18.10.2026, 19:2518.10.2026, 19:25

Sobald es draussen kälter und drinnen geschnieft wird, haben sie Hochsaison: Ratgeber, Werbeversprechen und Social-Media-Gesundheitsgurus, die wissen, wie sich das Immunsystem stärken lässt. Doch so einfach ist es nicht.

Denn das Immunsystem ist ein komplexes System, das sich über den gesamten Organismus erstreckt und uns vor Viren, Bakterien und Parasiten schützt. Auf mikroskopischer Ebene tobt ein ständiger Rüstungskrieg. Genau aus diesem Grund verlangt eine effektive Abwehr nach Balance – und nicht nach ein paar Wundermitteln.

Die Forschung kennt die Komplexität und Vernetzung der Immunantwort noch nicht vollständig. Bislang gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass sich die Immunfunktion durch einzelne Massnahmen gezielt «boosten» lässt.

Im Netz wimmelt es von Tipps, die das Immunsystem stärken sollen.
Im Netz wimmelt es von Tipps, die das Immunsystem stärken sollen.screenshot: tiktok

Mehr ist nicht automatisch besser. Das gilt auch für das Immunsystem. Aus dem Leistungssport weiss man: Blutdoping, also die künstliche Vermehrung der roten Blutzellen, steigert das Schlaganfallrisiko drastisch. Auf das Immunsystem übertragen wird die Sache noch komplexer. Dieses besteht aus unzähligen Zelltypen, die auf völlig unterschiedliche Erreger reagieren. Welche dieser Zellen sollte man also überhaupt «stärken»? Und in welcher Anzahl? Auf diese Fragen hat die Forschung keine Antwort.

Fest steht nur: Der Körper produziert ohnehin auf Vorrat. Er stellt ständig mehr Abwehrzellen her, als er überhaupt braucht. Was nicht gebraucht wird, baut er von selbst wieder ab. Welche Zellmenge für den perfekten Schutz überhaupt nötig wäre, weiss bis heute niemand.

Was der Körper wirklich braucht

Das Immunsystem lässt sich nicht per Knopfdruck aufrüsten, aber es muss versorgt werden. Wissenschaftlich gut belegt ist: Starker Nährstoffmangel schwächt die Abwehr – und macht anfälliger für Infekte. Statt auf Wundermittel zu setzen, lohnt es sich deshalb, auf die Grundpfeiler eines gesunden Lebensstils zu achten:

  • Nährstoffreiche Ernährung: reichlich Obst, Gemüse und Vollkornprodukte
  • Vermeidung von Tabak und Alkohol
  • Regelmässige Bewegung
  • Ausreichend Schlaf
  • Stressreduktion (Entspannungstechniken sind gute Möglichkeiten dafür)
  • Häufiges Händewaschen und gründliches Durchgaren von Fleisch
  • Impfungen trainieren das Immunsystem, bestimmte Krankheitserreger zu erkennen und abzuwehren.
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