Wissen
Forschung

In Äthiopien entsteht doch kein sechster Ozean

In Äthiopien entsteht doch kein sechster Ozean

28.08.2024, 13:3128.08.2024, 13:31

In der Afar-Senke in Äthiopien entsteht wider Annahmen der Wissenschaftsgemeinschaft kein neuer Ozean. Zu diesem Schluss ist ein internationales Forschungsteam um eine Geologin und einen Geologen der Universität Freiburg gekommen.

In this photo taken on Tuesday, Jan.26, 2016, a farmer shows his failed crops and farmland in the Megenta area of Afar, Ethiopia. The farmer said he has lost 100 percent of his crops. Morbid thoughts  ...
Hier, in der Afar-Senke, hätte gemäss Geologen einst ein Ozean entstehen können.Bild: AP/AP

Das Afar-Gebiet gilt als Archetyp des Auseinanderdriftens der Kontinentalplatten, wie es die Universität Freiburg (Unifr) formuliert: An diesem Ort trennen sich die afrikanische und die arabische Erdplatte. Bisher ist man in der Wissenschaft davon ausgegangen, dass diese Bruchbewegung zu einer schrittweisen Verdünnung der Erdkruste geführt hat – und das Anfangsstadium der Entwicklung eines Ozeans bildet.

Neue Daten zu Struktur und Entstehung der Bruchbewegung bringen diese Theorie allerdings ins Wanken, wie die Unifr am Mittwoch in einer Mitteilung schrieb. Die Kruste sei noch lange nicht dünn genug, um einen Ozean entstehen zu lassen, liess sich Valentin Rime vom Departement für Geowissenschaften zitieren.

Afar-Region ist vergleichbar mit Island

Die Afar-Senke entspricht gemäss den Forschenden eher dem frühen Entwicklungsstadium eines sogenannten ozeanischen Plateaus wie Island. Sie sei – wie Island – durch massives Austreten von Lava vor rund 30 Millionen Jahren entstanden. Aufgrund der anhaltenden Magmazufuhr wurde ein Ausdünnen der Erdkruste trotz ihrer Dehnung verhindert, so die Forschenden.

Die Studie wurde in der Fachzeitschrift «Geology» veröffentlicht und trägt gemäss der Unifr zu einem besseren Verständnis der Entstehung ozeanischer Plateaus bei. Letztere machen knapp drei Prozent der Erdoberfläche aus, besitzen eine dicke Kruste und liegen weniger tief als der sie umgebende Ozeanboden. Diese Gebiete spielen eine zentrale Rolle für die Meeresströmungen und die Artenverteilung, wie es weiter hiess. (saw/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
7 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Hans Jürg
28.08.2024 17:34registriert Januar 2015
In ein paar Hunderttausend oder Millionen Jshren wissen wir dann, wer Recht hst. Warten wir mal ab.
290
Melden
Zum Kommentar
avatar
Christian Mueller (1)
28.08.2024 15:58registriert Januar 2016
So ist Wissenschaft: Die bessere These mit besseren Argumenten gewinnt. Jedenfalls sollte sie so sein.
261
Melden
Zum Kommentar
7
Menschen trauen Xi mittlerweile mehr als Trump
Eine Studie zeigt, dass die Menschen auf der Welt zwar sowohl China als auch den USA misstrauen. Müssten sie sich aber entscheiden, würde Xi Jinping besser dastehen.
Es ist das erste Mal, dass China in Sachen globalem Ansehen vor den USA liegt, berichtet die BBC. Die US-Denkfabrik Pew Research Center hat dafür zwischen Februar und Mai 2026 über 42'000 Menschen aus 36 Ländern befragt. Zwar würden die Menschen generell sowohl US-Präsident Trump als auch Chinas Staatschef Xi Jinping wenig Vertrauen entgegenbringen – meistens kam es von weniger als der Hälfte der Menschen in einem Land. Trotzdem hat Xi die Nase vorn.
Zur Story