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Die originalgetreue Nachbildung eines Neandertaler-Skeletts, rechts, und das Knochengeruest eines modernen Menschen zeigt das 'Museum of Natural History' in New York am 8. Jan. 2003. Die vor 30.000 Jahren ausgestorbenen Neandertaler sind einer Studie zufolge schneller gewachsen als moderne Menschen. Die Ureinwohner Europas seien bereits mit 15 Jahren ausgewachsen gewesen, erklaerte Fernando Ramirez Rozzi vom Pariser Forschungsinstitut CNRS, wie am Mittwoch, 28. April 2004, gemeldet wurde. (AP Photo/Frank Franklin II)

Neandertaler-Schädel (vorn) und Schädel eines modernen Menschen: Der robuste Vetter starb aus. Bild: AP

Gewaltige Eruption in Italien: Gab ein Vulkanausbruch den Neandertalern den Rest?

Vor 40'000 Jahren neigte sich die Ära der Neandertaler allmählich ihrem Ende zu: Immer weniger von ihnen bevölkerten die eisfreien Gebiete Europas. Den Todesstoss gab unseren robusten Vettern der Ausbruch eines Supervulkans, vermuten Forscher. 



Westlich von Neapel erstrecken sich über eine Fläche von mehr als 150 km² die Phlegräischen Felder, ein Gebiet mit hoher vulkanischer Aktivität. Tief unter den Thermalquellen und Schwefeldämpfen lauert einer der 20 Supervulkane unseres Planeten. Vor 40'000 Jahren brach das Monster aus – die gewaltige Eruption blies 80 bis 150 km³ Lava und Vulkanstaub in die Atmosphäre. Der Ascheregen reichte bis in die russische Steppe. 

Für die bereits stark zurückgegangene Population der Neandertaler könnte dieser katastrophale Vulkanausbruch den Todesstoss bedeutet haben. Das vermutet ein Forscherteam um Benjamin Black von der University of California in Berkeley, das seine Studie im Fachmagazin «Geology» veröffentlicht hat. 

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Vulkanausbruch versetzte Neandertalern den Todesstoss
quelle: x00471 / nikola solic
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Fortpflanzungsmuffel Neandertaler

Zwar gibt es noch weitere Faktoren, die zum Aussterben unserer Verwandten geführt haben. Einer der wichtigeren dürfte gewesen sein, dass unsere direkten Vorfahren sich fleissiger vermehrten als der Neandertaler. So verdrängte der moderne Mensch, der Homo sapiens, den Homo neandertalensis allmählich. 

Der Ausbruch des Supervulkans unter den Phlegräischen Feldern beschleunigte diesen Vorgang, wie Berechnungen der Wissenschaftler vermuten lassen. Gemäss ihren Computersimulationen wurden damals genügend Schwefelaerosole freigesetzt, um das Klima über mehrere Jahre hinweg deutlich abzukühlen. 

Fataler «vulkanischer Winter»

Die Abkühlung in diesem sogenannten «vulkanischen Winter» war zwar in Osteuropa und Asien am stärksten, doch auch in Westeuropa – damals die Heimat der grössten Neandertaler-Bevölkerung – gingen die Temperaturen während ein, zwei Jahren um zwei bis vier Grad zurück. Obwohl «die Zentren der frühmenschlichen Besiedelung damit der stärksten Abkühlung» entgingen, wie die Forscher schreiben, erschwerte der Kälteeinbruch den Frühmenschen das Leben erheblich – und zwar sowohl dem Neandertaler wie dem modernen Menschen. 

Die Folgen der Eruption reichten allein nicht aus, um das Verschwinden der Neandertaler in Europa zu erklären, räumen Black und sein Team ein. Doch während unsere Vorfahren die widrigen Verhältnisse überlebten – möglicherweise weil sie flexibler und anpassungsfähiger waren –, dezimierte diese Klimaverschlechterung die bereits stark zurückgegangenen kleinen Gruppen von Eiszeitmenschen weiter. Vor 35'000 Jahren gab es keine Neandertaler mehr. (dhr)

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