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Gletscherschwund könnte Krankheiten bei Bienen verbreiten

Gletscherschwund könnte Krankheiten bei Bienen verbreiten

24.08.2026, 11:0724.08.2026, 11:07

Schmelzende Gletscher schaffen ein neues Problem: Weil sich die Pflanzenwelt verändert, stecken sich Wild- und Honigbienen leichter gegenseitig mit Krankheiten an. Das zeigt eine neue Studie unter Leitung der Universität Lausanne, wie diese am Montag mitteile.

Bienen fliegen zu Bienenst
Bienen könnten sich durch die Gletscherschmelze leichter anstecken.Bild: www.imago-images.de

Normalerweise gehen sich Wild- und Honigbienen bei der Nahrungssuche aus dem Weg, indem sie sich auf unterschiedliche Pflanzenarten spezialisieren. Diese natürliche Aufteilung verringert das Risiko einer gegenseitigen Ansteckung mit Krankheitserregern.

Durch die sich verändernde Pflanzenwelt im Zuge der Gletscherschmelze nutzen die Bienen jedoch zunehmenden dieselben Nahrungsquellen. Die Blüten fungieren dabei als Infektionsherde: Hinterlässt eine kranke Biene dort infektiöse Partikel, können diese von der nächsten Blütenbesucherin aufgenommen werden.

Walliser Bienen untersucht

Für ihre Studie untersuchten die Forschenden der Universitäten Lausanne und Mailand und der italienischen Forschungseinrichtung Crea die Bienenpopulationen am Mont-Miné-Gletscher im Val d'Hérens VS in der Nähe von Evolène. Sie konzentrierten sich dabei auf fünf Krankheitserreger: drei Viren und zwei Parasiten.

Bei Honigbienen fanden die Wissenschaftler in den erst kürzlich eisfrei gewordenen Zonen alle fünf untersuchten Erreger. Die dortigen Wildbienen waren mit zwei nachgewiesenen Pathogenen noch relativ gut geschützt. Ein völlig anderes Bild zeigte sich jedoch in den älteren eisfreien Zonen, in denen sich die Vegetation bereits stark gewandelt hat: Hier stieg die Präsenz des Flügeldeformationsvirus – ein typischer Erreger der Honigbiene – bei den Wildbienen deutlich an.

Die Studie beleuchte damit eine weniger sichtbare Folge des Klimawandels. Der Rückzug eines Gletschers bedeute nicht nur den Verlust von Eis und Wasserressourcen, sondern verändere das gesamte nachfolgende Ökosystem und das komplexe Zusammenspiel der Organismen. «Das Verständnis dieser Prozesse ist entscheidend, um wirksame Strategien für den Schutz der Bestäuber und der von ihnen erbrachten Ökosystemleistungen zu entwickeln», kommentierte Gianalberto Losapio, Mitautor der Studie, in der Mitteilung der Universität Lausanne. (hkl/sda)

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