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Dutzende Schweizer Gletscher dürften diesen Sommer komplett verschwinden

People walk on the Tsanfleuron Glacier at the "Glacier 3000" alpine resort, above Les Diablerets, Switzerland, Saturday, August 6, 2022. The Swiss Glacier Monitoring Switzerland (GLAMOS), fe ...
Ohne schützende Schneeschicht schmelzen die Gletscher im Hitzesommer 2026 stark ab.Bild: KEYSTONE
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Dutzende Schweizer Gletscher dürften diesen Sommer komplett verschwinden

13.08.2026, 13:1113.08.2026, 13:22

Der Hitzesommer setzt den Schweizer Gletschern zu. Glaziologe Matthias Huss rechnet mit einem der stärksten Schmelzjahre seit Beginn der Messungen – und damit, dass Dutzende kleine Gletscher ganz verschwinden. «Wir sind auf dem Weg zur zweitstärksten Gletscherschmelze, die wir je gemessen haben», sagt der Glaziologe Matthias Huss zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Besonders empfindlich auf diese Situation reagieren die kleinen Gletscher. «Ich gehe davon aus, dass in diesem Jahr viele kleine Gletscher verschwinden», sagt Huss. Eine genaue Zahl lasse sich derzeit kaum nennen. Er rechnet mit etwa 20 bis 30 Gletschern, deren verbliebenes Eis vollständig verschwinden könnte.

Matthias Huss, glaciologue a l'Ecole polytechnique federal de Zurich et directeur de Glamos, reseau des releves glaciologiques suisses, montre une balise mesurant 4 metres de haut et representant ...
Gletscher-Experte Matthias Huss beim Vermessen des «ewigen Eises».Bild: keystone

Bekanntheit erlangte in den vergangenen Tagen das Verschwinden des kleinen Bella-Tola-Gletschers im Wallis. Die Zeitung «Le Nouvelliste» hatte über dessen Verschwinden berichtet, nachdem Wanderer der Redaktion Fotos davon geschickt hatten. Ob der Bella-Tola-Gletscher tatsächlich bereits vollständig verschwunden ist, lässt sich laut Huss anhand der Fotos allerdings nicht zweifelsfrei bestätigen. Unter Geröll könne sich durchaus noch Eis befinden, sagt Huss.

Welche Gletscher es in der Schweiz gibt, wird im sogenannten Gletscherinventar festgehalten. Gemäss dem jüngsten Gletscherinventar gibt es schweizweit rund 1400 Gletscher. Die meisten davon sind klein und teilweise sogar namenlos. Vor 150 Jahren waren es noch 1000 Gletscher mehr.

Wenig Schnee und frühe Hitze

Aber auch bei den grossen Schweizer Gletschern ist die Lage angespannt. Ausschlaggebend für die starke Schmelze sind zwei Faktoren, die sich in diesem Jahr ungünstig verbinden: Die Gletscher sind mit wenig Schnee aus dem Winter gekommen, und bereits früh im Sommer setzte kräftige Wärme ein.

Damit fehlt den Eisflächen ihr wichtigster Schutz. Eine geschlossene Schneedecke reflektiert einen grossen Teil der Sonneneinstrahlung. Ist sie erst einmal verschwunden, liegt dunkleres, älteres Eis frei – und dieses nimmt mehr Energie auf und schmilzt entsprechend schneller.

Der Bella-Tola-Gletscher – hier im Jahr 2005 – ist in diesem Sommer komplett abgeschmolzen.
Der Bella-Tola-Gletscher – hier im Jahr 2005 – ist in diesem Sommer komplett abgeschmolzen.Bild: wikimedia

Wie dramatisch die Entwicklung ist, zeigte sich bereits Ende Juni. Nach Berechnungen des Schweizer Gletschermessnetzes Glamos waren die winterlichen Schnee- und Eisreserven der Gletscher damals bereits weitgehend aufgebraucht. Normalerweise geschieht dieser Wendepunkt erst im August. Nur im Rekordjahr 2022 war er noch früher erreicht worden.

Rekordjahr wohl nicht übertroffen

Wie stark die Gletscherschmelze tatsächlich ausfällt diesen Sommer, kann bisher nicht definitiv gesagt werden, die Messungen sind noch nicht abgeschlossen. Huss geht aber davon aus, dass die Schmelze jene des Rekordjahres 2022 nicht erreichen wird.

Damals gingen in der Schweiz rund sechs Prozent der gesamten Gletschermasse verloren. Wenig Schnee im Winter und Frühling, Saharastaub, der die Oberfläche verdunkelte, und eine aussergewöhnliche Sommerhitze trieben die Schmelze auf einen historischen Höchststand.

In diesem Jahr lag etwas mehr Schnee auf den Gletschern, und auch Saharastaub fiel weniger ins Gewicht. (pre/sda)

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185 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Firefly
13.08.2026 13:27registriert April 2016
Wenn dann alle Gletscher mal weg sind in der Schweiz und wieder so ein trockener Sommer kommt wie dieser wird es richtig schlimm, denn dann kommt nicht mal mehr Schmelzwasser aus den Bergen!
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Pointless Piraña
13.08.2026 13:27registriert Dezember 2019
Da schmilzt das Wasserschloss Schweiz dahin und damit die wertvollste Ressource dieses Planeten.
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Vision2060
13.08.2026 13:30registriert April 2021
Also das mit im Jahr 2100 werden die Gletscher verschwunden sein, ist eine Prognose, die wiederum unterboten werden wird. Die meisten Gletscher werden schon 2070 weg sein, durch die rasant steigen Temperaturen in der Schweiz. Auch hier werden die Prognosen zu Klimaveränderungen unterschritten, so wie in den letzten 60 Jahren bei den Prognosen, immer wieder und dann sind alle wieder Überrascht.
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