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Erstes Medikament gegen schwere Erfrierungen zugelassen

Erstes Medikament gegen schwere Erfrierungen zugelassen

20.02.2024, 07:09
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In schweren Fällen – und die sind bei Alpinisten und Einwohnern der nördlichen Regionen der Erde mit Temperaturen von minus 20 Grad Celsius und noch viel weniger gefürchtet – geht das bis zu Amputationen. (Symbolbild)Bild: Shutterstock

Für Hochalpinisten und Menschen in nördlichen Regionen mit im Winter extrem tiefen Temperaturen stellen Erfrierungen eine potenziell grosse Gefahr dar. Erstmals hat vor kurzem die US-Arzneimittelbehörde FDA ein Medikament namens Iloprost zur Behandlung solcher Fällen zugelassen.

«Das bietet Patienten die erste Therapiemöglichkeit bei schweren Erfrierungen», wurde Norman Stockbridge, Direktor der Abteilung für Kardiologie und Nephrologie (Nierenkrankheiten) der US-Arzneimittelbehörde in einer Mitteilung zitiert. «Diese neue Behandlungsmöglichkeit gibt Ärzten ein Werkzeug, für die Betroffenen lebensverändernde Amputationen von Fingern oder Zehen zu vermeiden.»

Die meisten oberflächlichen Erfrierungen sind harmlos. Doch in schweren Fällen – und die sind bei Alpinisten und Einwohnern der nördlichen Regionen der Erde mit Temperaturen von minus 20 Grad Celsius und noch viel weniger gefürchtet – geht das bis zu Amputationen.

Bisher für Lungenhochdruck verwendet

Bei der neuen Behandlungsmöglichkeit handelt es sich um den Wirkstoff Iloprost. Er kommt aus der Reihe der Prostazyklin-Analoga und wirkt gefässerweiternd. Zugelassen war die Substanz bisher vor allem zur Behandlung von Lungenhochdruck. Die FDA hat das Anwendungsgebiet auf schwere Erfrierungen erweitert.

Der Zulassung liegt eine klinische Studie an 47 Probanden mit schweren Erfrierungen zugrunde. Dabei wurde den per Zufall zu drei Gruppen zugewiesenen Patienten entweder Iloprost allein per Infusion jeweils sechs Stunden pro Tag für acht Tage verabreicht, Iloprost zusammen mit nicht zugelassenen Substanzen oder letztere allein (nicht zugelassene Wirkstoffe).

Nach einer Woche zeigte sich, dass in der ersten Gruppe laut Computertomografie-Untersuchungen niemand eine Amputation bevorstand, hingegen 19 Prozent der Probanden in der zweiten und 60 Prozent in der dritten Gruppe. Alle Patienten hatten zusätzlich den Thrombozytenaggregationshemmer ASS (Acetylsalicylsäure; Aspirin) per Infusion bekommen. ASS soll verhindern, dass es im Gewebe, das von Erfrierungen betroffen ist, auch zum Auftreten von Thromben kommt. (sda/apa)

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