Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa04918279 Municipal Corporation sanitation workers fumigate an area as part of an anti-malaria fumigation drive to curb breeding sites for mosquitoes causing dengue and malaria after the dengue outbreak in Bhopal, India, 07 September 2015. Dengue has spread widely in Bhopal with some 300 people suffering from the mosquito-borne tropical disease.  EPA/SANJEEV GUPTA

Malaria-Bekämpfung in Bhopal, Indien.
Bild: SANJEEV GUPTA/EPA/KEYSTONE

«Wir können diesen alten Mörder besiegen»: Erfolg bei der Malaria-Bekämpfung – 60 Prozent weniger Todesfälle seit 2000



Die Zahl der durch Malaria verursachten Todesfälle ist nach UNO-Angaben seit dem Jahr 2000 um 60 Prozent zurückgegangen. Vor 15 Jahren starben von geschätzt 262 Millionen Malaria-Patienten fast 840'000.

Das ist dem am Donnerstag in Genf veröffentlichten gemeinsamen Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF zu entnehmen. Für 2015 werde hingegen prognostiziert, dass von rund 214 Millionen Malaria-Patienten 438'000 Menschen sterben.

World Health Organization (WHO) Director-General Margaret Chan addresses the media on WHO's health emergency preparedness and response capacities in Geneva, Switzerland, July 31, 2015. REUTERS/Pierre Albouy

Margaret Chan: «Eine der grossen Erfolgsgeschichten».
Bild: PIERRE ALBOUY/REUTERS

Damit wurde dem Bericht zufolge die Trendwende erreicht, die zu den Millenniumszielen der internationalen Gemeinschaft gehören. Die Eindämmung der Tropenkrankheit sei «eine der grossen Erfolgsgeschichten in der öffentlichen Gesundheitsversorgung der vergangenen 15 Jahre», erklärte WHO-Chefin Margaret Chan.

Über 6 Millionen Leben gerettet

«Wir können diesen alten Mörder besiegen.» Chan hob hervor, dass Kinder unter fünf Jahren immer noch die grosse Mehrheit der Malaria-Todesopfer ausmachten. Immerhin sank die Malaria-Todesrate bei Kindern aber in den vergangenen 15 Jahren um 65 Prozent.

Wenn die Rate der Malaria-Infektionen und -Todesfälle seit 2000 nicht derart zurückgegangen wäre, wären dem Bericht zufolge 6,2 Millionen Menschen mehr an der durch Mücken übertragenen Krankheit gestorben.

«Das Auslöschen von Malaria weltweit ist möglich»

Die grössten Fortschritte gegen Malaria wurden demnach in Asien und im Kaukasus gemacht, in Afrika ging es demnach deutlich schlechter voran. In den Ländern südlich der Sahara gebe es auch dieses Jahr fast 80 Prozent der weltweiten Malaria-Todesfälle, heisst es in dem UN-Bericht.

epa04865596 Liberians walk past a waste canal in downtown Monrovia, Liberia, 29 July 2015. Water pollution is an environmental issue that affects many water bodies, and affects human lives through deadly diseases such as malaria, ebola and many others.  EPA/AHMED JALLANZO

In Afrika geht es deutlich schlechter voran mit der Malaria-Bekämpfung. Im Bild Liberia.
Bild: AHMED JALLANZO/EPA/KEYSTONE

Wegen dieses ungleichen Fortschritts müssten den am schwersten betroffenen Ländern mehr Aufmerksamkeit und Ressourcen gewidmet werden, forderten Chan und UNICEF-Chef Anthony Lake. «Das Auslöschen von Malaria weltweit ist möglich – aber nur wenn wir diese Barrieren überwinden und den Fortschritt beschleunigen», schrieben sie.

Aufwendungen verzwanzigfacht

Seit dem Jahr 2000 wurden die Aufwendungen im Kampf gegen Malaria bereits verzwanzigfacht, etwa um mit Insektiziden behandelte Moskitonetze zu verteilen. Heute schlafen fast 70 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren südlich der Sahara unter solchen Netzen, 2000 waren es noch weniger als zwei Prozent.

Malaria wird durch Parasiten verursacht, die durch die Stiche infizierter Mücken übertragen werden. Die Tropenkrankheit führt über einen Befall der Leber zur Zerstörung der roten Blutkörperchen, zu Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen. Unbehandelt kann die Krankheit schnell lebensbedrohlich werden, wenn die Blutversorgung lebenswichtiger Organe gestört wird. (sda/afp/meg)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Warum junge Menschen schwer am Coronavirus erkranken

Zu den Risikogruppen der Lungenerkrankung Covid-19 zählen vor allem ältere Menschen. Doch immer mehr jüngere Infizierte entwickeln einen schweren Verlauf. Woran das liegen könnte, hat eine Studie aus den USA untersucht.

Das Coronavirus verursacht bei Senioren häufiger schwere Krankheitsverläufe als in anderen Altersgruppen. Der Anteil der jüngeren Menschen ist jedoch nicht so gering wie zu Beginn der Pandemie erwartet. Auch sie können schwer an Covid-19 erkranken.

Aktuelle Daten aus den USA zeigen, dass sich seit April der Anteil junger Corona-Patienten, die in Krankenhäusern behandelt werden mussten, deutlich erhöht hat. So gab es dort laut der Seuchenschutzbehörde CDC bis Mitte April 8.7 …

Artikel lesen
Link zum Artikel