Wissen
International

USA: Keine Tierversuchspflicht mehr bei Medikamentenforschung

Eine Maus sitzt am 24. Januar 2006 auf der Hand eines Angestellten in einem Labor fuer Tierversuche in Bar Harbor, USA. Am Freitag, 24. April 2009, ist "Internationaler Tag des Versuchtieres&quot ...
Eine Labor-Maus.Bild: AP

USA: Keine Tierversuchspflicht mehr bei Medikamentenforschung

22.01.2023, 08:5422.01.2023, 14:47

In den USA müssen neue Medikamente seit kurzem nicht mehr an Tieren getestet werden, um von der US-Arzneimittelbehörde (FDA) zugelassen werden zu können. Für Europa sieht die zuständige Arzneimittelbehörde EMA die Zeit für einen solchen Schritt noch nicht gekommen.

Noch könne nicht vollständig auf Tierversuche verzichtet werden, teilte die EMA der Deutschen Presse-Agentur in Amsterdam mit. Neue alternative Methoden, die stattdessen benutzt werden können, müssten erst überprüft werden, um sicherzustellen, dass sie verlässlich sind. Im vergangenen Jahr hatte die EMA eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um diesen Prozess zu beschleunigen.

In den USA ist seit kurzem nicht mehr vorgeschrieben, dass alle Arzneimittel an Tieren getestet werden müssen, bevor sie an Menschen erprobt werden. US-Präsident Joe Biden hatte im Dezember ein entsprechendes Gesetz unterschrieben, das Tierversuche in der Arzneimittelentwicklung zwar nicht verbietet, aber auch nicht mehr vorschreibt.

Stattdessen können künftig Mittel wie menschliche Miniorgane (Organoide), Multiorganchips oder computerbasierte Verfahren genutzt werden. Tierschutzorganisationen hatten das Gesetz begrüsst.

Im Mittel würden mehr als 90 Prozent der Medikamentenkandidaten, die alle Tierversuche erfolgreich durchliefen, später während der klinischen Studien an Menschen aussortiert, hiess es in einer Reaktion des Vereins Ärzte gegen Tierversuche. Grund seien oft eine mangelnde Wirkung oder erhebliche Nebenwirkungen. Bestimmte tierversuchsfreie Methoden hätten sich bereits als genauer und zuverlässiger als Tierversuche erwiesen.

(sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Luzerner Psychiatrie testete Medikamente an Patienten
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
14 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
14
Unerwartete Todesfälle am Universitätsspital Zürich: Maisanos Argumente ziehen nicht
Ans Unispital Zürich seien mehr komplexe Fälle zugewiesen worden, was die Sterblichkeit erhöhe, behauptet Francesco Maisano. Der Untersuchungsbericht hat eine klare Antwort auf die These. Derweil laufen die strafrechtlichen Ermittlungen an.
Es ist eine geschickte Strategie, die Francesco Maisano als Verteidigung gegen die schweren Vorwürfe einschlägt. Der italienische Starchirurg leitete die Herzchirurgie des Universitätsspitals Zürich in der Zeit, als die Mortalitätsrate nachweislich stieg. Ein ausführlicher Untersuchungsbericht kam Ende April zum Schluss, dass zwischen 2014 und 2020 rund 70 Patienten mehr gestorben sind , als statistisch zu erwarten gewesen wäre.
Zur Story