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Dieser kleine Fisch hört auf den illustren Namen Hypoplectrus Puella. Oder zu Deutsch: Baunband-Hamletbarsch. Bild: wikimedia

Basler Forscher zeigt anhand von Zwitterfischen, wie fairer Handel funktioniert



Wenn sich zwittrige Tiere paaren, geht es vor allem um die Frage, wer den weiblichen Part übernimmt und die kostspieligen Eier spendet. Bestimmte Fische lösen das Problem durch einen Tauschhandel. Diese Besonderheit interessiert auch Wirtschaftswissenschaftler.

In den Korallenriffen der Karibik lebt ein spezieller Fisch. Speziell, weil die zwittrigen Individuen während der Paarung die Rolle tauschen und so nacheinander jeder dem anderen Eier spendet.

Normalerweise bevorzugen zwittrige Tiere bei der Paarung die Rolle des Samenspenders, weil die Produktion von Eiern mehr Energie kostet. So läuft es in der Regel auch bei Vertretern der Familie der Sägebarsche- ausser eben bei der besagten Fischart, den Hamletbarschen.

Tierische Rekorde

Das Phänomen beschäftigt auch den Wirtschaftswissenschaftler Georg Nöldeke von der Universität Basel. Gemeinsam mit dem Meeresbiologen Oscar Puebla in Deutschland und Jorge Peña in Frankreich hat der Experte für Spiel- und Vertragstheorie nach Gründen dafür gesucht, warum sich der Eiertausch - also fairer Handel - als Verhalten beim Hamletbarsch durchsetzen konnte, wo doch dessen nahe Verwandte klassisch nur in einer Richtung Eier abgeben. Nöldeke entwickelte für diese Studie ein spieltheoretisches Modell, wie die Uni Basel am Montag mitteilte.

«Die Spieltheorie fragt danach, wie ein auf die Situation gut angepasstes Entscheidungsverhalten aussieht, wenn die Situation wesentlich durch das Entscheidungsverhalten anderer Individuen bestimmt wird», erklärte Nöldeke gemäss der Mitteilung. Im Grunde spiele es dabei keine grosse Rolle, ob es um Tierverhalten oder das Verhalten von Menschen gehe.

Wann sich Tauschen lohnt

Wie die Forscher im Fachblatt «The American Naturalist» berichten, braucht es ganz bestimmte Voraussetzungen, damit sich der Eiertausch von Zwittern als Verhalten in der Evolution durchsetzen konnte. Zum einen muss die Produktion von Eiern relativ kostspielig sein. Zum anderen darf es nicht zu schwer, aber auch nicht zu leicht sein, einen Partner zu finden.

«Auf jemanden zu warten, mit dem ein fairer Tausch möglich ist, macht nur dann Sinn, wenn die Wahrscheinlichkeit relativ hoch ist, dass ich so jemanden überhaupt treffe», so der Basler Wirtschaftswissenschaftler.

Wenn es allerdings zu leicht ist, einen Partner zu finden, wird die Möglichkeit des Betruges zu attraktiv. In einem solchen Fall täte ein Fisch nur so, als wolle er den Eiertausch erwidern, suchte jedoch nach Erhalt der Eier des Partners das Weite anstatt seine eigenen Eier abzugeben.

Schliesslich müsse es auch eine Chance geben, Betrüger vor der Befruchtung zu erkennen, um sie vor der Paarung auszuschliessen, hiess es weiter. Nur so lohne es sich, überhaupt eine Tausch-Strategie zu verfolgen.

«Anhand dieses Modells konnten wir erstmals theoretisch zeigen, welche Faktoren entscheidend sind, um den Eiertausch erklären zu können», sagte Nöldeke. Nun hoffen die Forscher, dass andere Biologinnen und Biologen die erforderlichen Daten sammeln, um diese Theorie zu prüfen. (dfr/sda)

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