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Symbolbild für rund 50 Prozent der 15-jährigen Schweizerinnen und Schweizer, wenn ihnen jemand vorschlägt, sie sollen doch mal wieder was lesen.
Symbolbild für rund 50 Prozent der 15-jährigen Schweizerinnen und Schweizer, wenn ihnen jemand vorschlägt, sie sollen doch mal wieder was lesen.
bild: shutterstock

6 Punkte, die bei der neusten Pisa-Studie (leider) auffielen

Die Pisa-Studie 2019 meint es nicht gerade gut mit uns. 15-jährige Schülerinnen und Schüler in der Schweiz sind meist biederer Durchschnitt. Vor allem die Lesekompetenz nahm in den letzten Jahren immer mehr ab.
03.12.2019, 14:3303.12.2019, 14:46
Reto Fehr
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Die aktuelle Pisa-Studie ist ernüchternd: Die Schweiz liegt meist im Durchschnitt. Der Fokus lag in der alle drei Jahre durchgeführten Studie auf der Lesekompetenz. Und dort – müssen wir feststellen – hört der Spass wortwörtlich auf.

Immer mehr Probleme mit Lesen

Wir bewegen uns bei der Lesekompetenz von 15-Jährigen zwar auf einem mehr oder weniger stabilen Niveau in diesem Jahrtausend. Aber während die Schweiz 2012 noch deutlich über dem OECD-Durchschnitt lag, ist sie 2018 nicht nur drunter, sondern muss auch den tiefsten Punktewert der letzten sieben Studien hinnehmen.

Entwicklung der Lesekompetenz in der Schweiz

Entwicklung der Lesekompetenz. Achtung: Die Y-Achse beginnt erst bei 400 Punkten.
Entwicklung der Lesekompetenz. Achtung: Die Y-Achse beginnt erst bei 400 Punkten.
bild: watson

Die Schweiz liegt mit diesem Wert auf Platz 27 aller 79 Nationen und damit im Bereich von Österreich, Italien oder den Niederlanden. Aber: Rund ein Viertel der 15-Jährigen in der Schweiz kann einen Text, den sie gelesen haben, nicht einmal in den Grundzügen verstehen.

Immer weniger Freude am Lesen

Ein Grund, dass die Lesekompetenz seit zwei Pisa-Studien sinkt, ist wohl auch die fehlende Lesefreude. Hier mussten die 15-jährigen Schüler diverse Fragen zur emotionalen Bedeutung des Lesens beantworten. Die vierstufige Ratingskala reichte dabei von «stimme überhaupt nicht zu» bis «stimme völlig zu».

Die Abnahme ist zwar schon seit 2000 im Gang. Aber bis 2009 war diese statistisch noch nicht signifikant, wie die Studienleiter berichten. 2018 ist dies aber der Fall. Insbesondere bei den Mädchen gab es eine deutliche Abnahme. Im internationalen Vergleich sieht es gar richtig düster aus: Einzig in Belgien ist die Lust auf Lesen noch kleiner.

Lesefreude der 15-jährigen Schweizer seit 2000

Lesefreude bei 15-jährigen Schweizern. Achtung: Die Skala beginnt bei 2.0 (Maximalpunktzahl: 4).
Lesefreude bei 15-jährigen Schweizern. Achtung: Die Skala beginnt bei 2.0 (Maximalpunktzahl: 4).
bild: watson

Fast die Hälfte liest nicht mehr freiwillig

Mit Punkt 2 geht auch dieser Punkt einher: Freiwilliges Lesen ist immer weniger beliebt. Lasen 2000 noch rund 35 Prozent der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler nichts freiwillig, sind es 18 Jahre später 51,1 Prozent. Vor allem bei Knaben ist die Abneigung mit rund 60 Prozent hoch.

15-Jährige in der Schweiz, die nicht zum Vergnügen lesen

Achtung: Die Skala beginnt bei 20%.
Achtung: Die Skala beginnt bei 20%.
bild: watson

Eine ähnliche Entwicklung geht in den weiteren OECD-Staaten vor sich. In Deutschland und Österreich sind die Daten vergleichbar.

Daten und Quellen
Die Daten für diesen Artikel stammen von der aktuellen Pisa-Studie. Hier gibt es alle Details dazu.

Wissen über die richtige Lernstrategie nimmt ab

Was in den letzten Jahren ebenfalls abnahm, ist die richtige Strategie zu finden, um Texte zu verstehen. Hierzu gaben Schüler und Experten Punkte für die Nützlichkeit verschiedener Strategien. Stimmten die beiden Parteien überein, gab es die Maximalpunktzahl 9.

Verstehen und Erinnern von Texten

Auch hier schneiden die 15-Jährigen Knaben in der Schweiz schlechter ab als die Mädchen. Dieser Trend zieht sich praktisch durch alle OECD-Länder.

Entwicklung Naturwissenschaften

Weg von der Lesekompetenz, hin zu den Naturwissenschaften. Dort schneiden die 15-jährigen Schweizer noch immer leicht besser ab als der OECD-Durchschnitt. Die Schweiz liegt auf Rang 23. Die Leistungen sind vergleichbar mit Altersgenossen aus Deutschland, den USA, Frankreich und Österreich. Deutlich besser haben 15-Jährige aus Ländern wie China, Japan, Finnland oder Kanada abgeschlossen.

Entwicklung der Kompetenz für Naturwissenschaften in der Schweiz

Achtung: Die Y-Achse beginnt erst bei 400 Punkten.
Achtung: Die Y-Achse beginnt erst bei 400 Punkten.
bild: watson

Entwicklung Mathematik

Zum Abschluss der beste Teilbereich: Mathematik. Die Schweiz büsst hier zwar gegenüber 2015 drei Plätze ein, liegt aber noch immer auf dem 11. Rang.

Entwicklung der Kompetenz für Mathematik in der Schweiz

Achtung: Die Y-Achse beginnt erst bei 400 Punkten.
Achtung: Die Y-Achse beginnt erst bei 400 Punkten.
bild: watson

Die Leistungen sind vergleichbar mit Altersgenossen aus Kanada, Dänemark und den Niederlanden. Deutlich besser haben 15-Jährige aus asiatischen Ländern wie China, Japan oder Südkorea abgeschlossen.

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