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Viele Wärmepumpen sind falsch eingestellt – so ist es effizient

Wärmepumpen sind oftmals weniger effizient als gedacht.
Seit dem Jahr 2000 hat sich der Einsatz von Wärmepumpen vervielfacht.Bild: Shutterstock

Warum viele Wärmepumpen falsch eingestellt sind – und wie es richtig geht

28.05.2025, 10:1328.05.2025, 13:40

Seit dem Jahr 2000 hat sich der Einsatz von Wärmepumpen vervielfacht. Mittlerweile wird jedes fünfte Gebäude der Schweiz mit einer Wärmepumpe geheizt.

Wärmepumpen leisten einen wichtigen Beitrag zur Erreichung des Nettonullziels, allerdings erhöhen Wärmepumpen auch den Strombedarf. Darum ist ein effizienter Einsatz wichtig.

Nun zeigt eine Studie der ETH Zürich: Wärmepumpen sind wegen falscher Einstellungen oftmals ineffizient.

«Die Anlagen mit dem niedrigsten Wirkungsgrad lagen zum Teil um das Zwei- bis Dreifache unter denjenigen mit dem höchsten Wirkungsgrad. 17 Prozent der Luftwärmepumpen unterschritten sogar die europäischen Effizienzstandards», heisst es in der Studie.

Zur ETH-Studie
In der bisher grössten Feldstudie haben Forschende der ETH Zürich den effizienten Betrieb von Wärmepumpen untersucht. Zwei Jahre lang haben sie die Daten von 1023 Anlagen in zehn europäischen Ländern, darunter Deutschland, Österreich, Niederlande, Schweden, Dänemark, Frankreich und Grossbritannien in Echtzeit ausgelesen. Ziel der Studie war es, ein System zu entwickeln, um die Anlagen standardisiert miteinander zu vergleichen, obwohl sie in unterschiedlichen Gebäuden installiert wurden.

Ein weiteres Problem sei, dass jede zehnte untersuchte Anlage überdimensioniert war. So hätte bei diesen Beispielen auch eine leistungsschwächere Anlage gereicht, die weniger Strom verbraucht hätte.

Wie es in der Studie heisst, könnte das Problem durch eine Optimierung der Heizkurveneinstellung bei vielen Anlagen gelöst werden.

Thorsten Staake, Co-Leiter des Bits to Energy Labs der ETH Zürich, sagt:

«Auch wenn uns bekannt war, dass fehlerhafte Planungen und Einstellungen bei Wärmepumpen keine Seltenheit sind, hat uns überrascht, wie stark sich dies im tatsächlich erzielten Effizienzniveau widerspiegelt und wie klar das in den Daten sichtbar wird.»
Thorsten Staake

Wärmepumpen in der Schweiz wurden in der Studie zwar nicht untersucht, aber auch hierzulande gibt es Verbesserungspotenzial. Das zeigt eine andere Studie aus dem Jahr 2023, bei der man 410 Wärmepumpenanlagen untersucht hat.

So war bei den untersuchten Anlagen in 41 Prozent der Fälle die Heizkurve zu hoch eingestellt, bei 36 Prozent der Anlagen war die Nachabsenkung aktiviert, «was zur Abkühlung der Gebäude und einem höheren Nachheizen führte». Zudem war in 26 Prozent der Fälle die Heizgrenze zu hoch angesetzt. All das hat Auswirkungen auf die Effizienz.

Einheitliche Regeln und digitale Werkzeuge sollen helfen

Um die Effizienz zu verbessern, schlagen die Autorinnen und Autoren der Studie vor, die Überwachung der Anlagen europaweit zu standardisieren. «Noch fehlen aber die Rahmenbedingungen für technische Standards, die der Vielfalt realer Gebäudesituationen gerecht werden», heisst es in der Studie.

Zudem sollen digitale Instrumente dabei helfen, die Effizienz zu steigern. «Wärmepumpen sind bereits eine fortschrittliche Technologie für klimafreundliches Heizen. Der nächste Schritt besteht darin, ihren Betrieb noch intelligenter und effizienter zu gestalten», schreibt die ETH.

Bis die digitalen Werkzeuge so weit sind, ermutigen die Autorinnen und Autoren Hausbesitzer, mehr auf die Einstellungen ihrer Heizsysteme zu achten, um Verbrauch und Kosten zu optimieren.

Effizienztipps für Einstellung von Wärmepumpen

Die Studie teilt dazu gleich drei Tipps für eine bestmögliche Effizienz mit:

  • Eine möglichst niedrige und konstante Vorlauftemperatur (je nach Gebäude meist zwischen 35 und 55 °C) gilt als Anzeichen für einen effizienten Betrieb.
  • Ein gutes Verhältnis von Stromverbrauch zu erzeugter Wärme zeigt sich in einer Jahresarbeitszahl über 3. Diese lässt sich in der Regel per App oder am Steuerungsgerät der Wärmepumpe auslesen.
  • Ein gleichmässiger Betrieb weist auf eine gute Abstimmung der Anlage hin. Achte darauf, dass sich die Anlage nicht übermässig häufig an- und ausschaltet.

(ome)

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