Wissen
watson-Leser empfehlen

Corona: John Oliver hat eine beunruhigende Warnung

Massentierhaltung begünstigt weitere Pandemien.
Massentierhaltung begünstigt weitere Pandemien.screenshot: youtube

«Die nächste Pandemie» – John Oliver hat eine Warnung für uns

18.02.2021, 19:2319.02.2021, 19:23

Die zweite Corona-Welle hat die Schweiz hart erwischt. Seit Wochen steckt das Land in einem Lockdown, der an unseren Kräften zehrt. Langsam zeichnet sich aber ein Licht am Ende des Tunnels ab. Die Impfkampagne schreitet voran, erste Lockerungen sind vorgesehen.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Doch noch ehe die aktuelle Pandemie ausgestanden ist, hat der britische TV-Host John Oliver eine beunruhigende Warnung für uns. Die Chancen, dass nach SARS-CoV-2 eine weitere Pandemie über den Globus zieht, stehen leider gar nicht so schlecht, wie der Brite in seiner Show «Last Week Tonight» aufzeigt.

Ein globaler Trend

Oliver beginnt seinen Beitrag mit Aussagen eines Wissenschaftlers, der sich bereits zu Beginn des Jahrtausends Sorgen machte, dass sich das SARS-Virus über den ganzen Planeten verteilen könnte. In der Tat haben Ausbrüche von Infektionskrankheiten seit den 1980er-Jahren weltweit deutlich zugenommen.

Wir erinnern uns: SARS, H1N1, eine Serie von Ebola-Ausbrüchen, Mers und Zika. «Schauen Sie, ich weiss, dass aktuelle Coronavirus kann sich wie ein Einmal-im-Leben-Albtraum anfühlen, aber es ist Teil eines globalen Trends», so Oliver.

Nun bestehe die Gefahr, dass der Mensch die Lehren aus der aktuellen Pandemie nicht ziehe und so weiter mache wie zuvor. Dies könnte verheerende Folgen haben, denn die Ursache des Problems ist mit der Impfung und der Immunisierung nicht gelöst.

Der ganze Beitrag von John Oliver.Video: YouTube/LastWeekTonight

Laut der WHO liegt der Ursprung der aktuellen Corona-Pandemie bei Fledermäusen, die das Virus über ein anderes Tier an den Menschen weitergegeben haben. Das Problem sei jedoch nicht die Fledermaus, sondern der Mensch, der sich in die Lebensräume des Tieres vorwage, oder dieses an einen Ort bringe, wo es viele Menschen habe, so Oliver.

Wo die Probleme liegen

Die Wildtiermärkte wie in Wuhan, wo die erste Übertragung vermutlich stattgefunden hat, seien dabei nur ein Problem, wie Oliver festhält. Das Halten von Wildtieren, die Abholzung der Wälder, Jahrmärkte mit Tieren und Massentierhaltung würden die Ausbreitung von Viren ebenfalls begünstigen.

Die Wirkungsvollsten Gegenmassnahmen, um künftige globale Pandemien zu bremsen, wären nach Oliver:

  • Das Schliessen sämtlicher Wildtiermärkte
  • Ein Ende der Massentierhaltung
  • Ein Stopp des Fleischkonsums
  • Die Abholzung stoppen
  • Jahrmärkte mit Tieren beenden

Solche drakonischen Massnahmen haben jedoch teilweise unerwünschte Nebeneffekte, wie der Brite aufzeigt. Als in China 2003 etwa Wildtiermärkte geschlossen wurden, stieg einfach der Schwarzmarkt an. Dies solle uns aber nicht davon abhalten, diese schädlichen Praktiken, wo immer möglich, zu beenden.

Dies ist umso dringender, da zwischen 631'000 und 827'000 Krankheiten unter Tieren kursieren, mit denen sich Menschen infizieren können. Dabei ist gut möglich, dass einige dieser Krankheiten weitaus tödlicher sind als SARS-CoV-2. Der renommierte Wissenschaftler Dennis Carroll, welcher im Beitrag eingespielt wird, sagt, SARS-CoV-2 sei «bei weitem nicht das Schlimmste, was Mutter Natur zu bieten hat.» (cma)

Mehr zum Coronavirus:
    DANKE FÜR DIE ♥
    Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
    (Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
    5 CHF
    15 CHF
    25 CHF
    Anderer
    Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
    So wird Dating nach Corona aussehen (vermutlich)
    Video: watson
    Wie gefährlich ist die Pest?
    Die Pest – keine andere Pandemie hat Europas Bevölkerung so stark dezimiert. Doch heute ist sie besiegt, nur sporadisch gibt es lokal begrenzte Ausbrüche wie möglicherweise jetzt in Sibirien. Wie gefährlich ist die Seuche noch?
    Am vergangenen Freitag teilte der Gouverneur der russischen Republik Burjatien mit, in Irkutsk sei eine Laborantin an der Pest gestorben. Die 28-jährige Darja T. war laut Medienberichten am Dienstag mit schweren Symptomen einer Lungenentzündung aufgenommen und künstlich beatmet worden. Am Donnerstag sei sie gestorben. Die stationäre Abteilung des Kreiskrankenhauses in Schelechow bei Irkutsk wurde darauf von den Behörden unter Quarantäne gestellt.
    Zur Story