Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa05114431 Romanian national Cirsot Ciprian plays on a battery powered keyboard as he walks on the 'Eiserne Steg' pedestrian bridge in Frankfurt, Germany, during the late evening hours on 20 January 2016. The unemployed baker - according to his own words - tries to earn a bit of money by playing music in the streets of Frankfurt in order to support his family with whom he is living in nearby Muehlheim, a small village in the East of the German financial hub.  EPA/FRANK RUMPENHORST

Armut in Frankfurt.
Bild: EPA/DPA

122 Millionen Menschen sind in Europa arm und/oder sozial ausgegrenzt



Das Armutsrisiko in der EU steigt: Das zeigen Daten der europäischen Statistiker. Die Europäische Union ist weit entfernt von ihrem Ziel, die Zahl der von Armut bedrohten Menschen in Europa bis 2020 deutlich zu senken.

Der Wert sollte bis dahin von mehr als 118 Millionen im Jahr 2010 auf weniger als 100 Millionen gesenkt werden. Waren 2010 aber noch 23.8 Prozent der EU-Bürger von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, stieg der Anteil in den folgenden vier Jahren auf 24.4 Prozent an. Das entsprach rund 122 Millionen Menschen in der EU.

Das geht aus Daten des Europäischen Statistikamtes Eurostat hervor, die die stellvertretende Fraktions-Vorsitzende der Linken, Sabine Zimmermann, ausgewertet hat. Vor diesem Hintergrund sehe sie auch den Brexit als ein «deutliches Signal», dass die «EU endlich eine Politik für die Menschen machen und die soziale Sicherung stärken» müsse, sagte Zimmermann der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.

In vielen Ländern wuchsen zuletzt die sozialen Unterschiede. In Griechenland und Spanien stieg die Zahl der Armen in den vergangenen Jahren bis 2015 deutlich an. Grund war vor allem die schlechte wirtschaftliche Lage der Länder in der Euro-Krise und die daraus resultierende Geringbeschäftigung und Arbeitslosigkeit.

Im Vereinigten Königreich lag der Wert der betroffenen Menschen mit 24.1 Prozent im Jahr 2014 knapp unter dem europäischen Durchschnitt von 24.4 Prozent. Nach dem Brexit-Votum könnte die Arbeitslosigkeit laut Experten weiter steigen, vielen Briten droht eine Verschlechterung der wirtschaftliche Lage.

Auch in Deutschland steigt Armutsrisiko

In Deutschland ist ebenfalls ein Anstieg zu beobachten: Demnach waren im Jahr 2010 rund 16.0 Millionen Bundesbürger betroffen, 2014 hingegen 16.5 Millionen. Insgesamt waren 2014 somit 20.6 Prozent der deutschen Bevölkerung dem Risiko von Armut ausgesetzt. In den vergangenen zehn Jahren war der Wert nur im Jahr 2007 leicht höher.

epa04427660 A city dweller, dragging his belongings in carts and wearing a plastic cone used to mark construction sites as a hat, passes a fashionable fur shop in downtown Frankfurt, 02 October 2014. Frankfurt is home to a lot of wealth due to its financial insitutions and businesses, but also to many poor. In 2012, some 15 per cent of people living in Frankfurt were regarded as being at poverty level. In 2004 the figure was at 13,7 per cent. In the state of Hesse where Frankfurt is, a one-person household earning from 922 Euro upwards per month is regarded as being at poverty level.  EPA/SARA HOULISON

Clochard in Frankfurt. Bild: SARA HOULISON/EPA/KEYSTONE

Am geringsten ist das Armutsrisiko in Europa für die Bewohner Islands. Nur knapp elf Prozent der Isländer mussten sich 2014 Sorgen um ihre wirtschaftliche Situation machen. Island hat ein EU-Beitrittsgesuch im vergangenen Jahr zurückgezogen.

Als Indikatoren für die Statistik dienten unterschiedliche Kriterien: Wer zum Beispiel weniger als 60 Prozent des landesweiten Durchschnitteinkommens verdiente, galt als von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht.

Auch Menschen, die eine geringe Beschäftigungsintensität aufwiesen, wurden in der Statistik berücksichtigt - zum Beispiel Menschen, die nur wenige Stunden am Tag oder in der Woche arbeiteten. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

12
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kstyle 10.07.2016 00:46
    Highlight Highlight Es wundert mich auch nicht. Wen ich mir die Finanzpolitik der letzten jahre in der EU anschaue. Der mindestlohn ein anfang ber 8.euro50 sind einfach zu wenig. Sie haben ja selber zugegeben das man 60 jahre arbeiten müsste um volle rente zu erhalten sie bräuchten mindesten 12euro50. Wieso ist deutschland EU exportmeister nummer 1. Weil sie gute produkte produzieren und die löhne ständig sinken. Die produktivität in Spanien steige wieder aber die leute verdienen 30 prozent weniger als vorher. Wen die EU nicht sozialer wird, wird sie zerbrechen.
  • saukaibli 04.07.2016 15:26
    Highlight Highlight Das ist doch vollkommen logisch. Wirtschaftliche Stagnation wird in einem kapitalistischen System zwangsläufig zu mehr Armut führen. Dazu kommt, dass man heute mehr Geld "verdienen" kann mit Hochfreqzenzhandel, Derivate- (Ausfallversicherungen) und Rohstoffspekulationen als mit Investitionen in die Wirtschaft. also investiert auch kaum einer in die Wirtschaft und somit werden keine Arbeitsplätze geschaffen, wovon ärmere Menschen wieder profitieren könnten. Abr diese Zusammenhänge scheinen für Schäuble und co. zu kompliziert zu sein, oder sie wollen es einfach so wie es ist.
  • Alnothur 04.07.2016 14:07
    Highlight Highlight "Wer zum Beispiel weniger als 60 Prozent des landesweiten Durchschnitteinkommens verdiente, galt als von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht." - ein völlig bescheuertes Kriterium. So wäre in der Schweiz - Durchschnittseinkommen 7112.- - arm, wer weniger als 4267.- monatlich verdient; mit einem solchen Einkommen kann man aber recht anständig leben. Dass sich die Definition völlig an den Bedürfnissen vorbei je nach Lohnschnitt verändert, noch gar nicht berücksichtigt.
    • Kstyle 10.07.2016 00:38
      Highlight Highlight Die Schweiz ist immer einwenig eine ausnahme zur EU. In deutschland ist der durchschnitts nettolohn 1345 euro. 60 prozent davon sind 807 euro. Nicht gerade viel.
  • Der Zahnarzt 04.07.2016 06:15
    Highlight Highlight Absicht oder nicht, spielt keine Rolle: Die EU wirkt wie eine Umverteilungsmaschine. In Polen, Rumänien etc. wird der Mittelstand grösser zu lasten des Mittelstandes in Deutschland, GB etc. (Siehe dazu die Elephant Chart von Branko Milanovic). Der lachende Dritte sind die Reichen, die immer reicher werden. Die Bettler und Obdachlose sind Einzelschicksale und Symptom.
    • Fabio74 04.07.2016 19:29
      Highlight Highlight Die Reichen werden auf der ganzen Welt reicher und die Armen ärmer. Das Volk unterstützt diese Politik ja
  • Kookaburra 03.07.2016 14:21
    Highlight Highlight Tja. Die Linken haben den Mensch zur Ware gemacht. Und die Wirtschaft sagt danke.

    Migration ist nicht nur Symptombekämpfung, sondern das Werkzeug zur Verelendung und Umverteilung. Immer mehr, nach immer weiter oben.

    Und anstatt, dass dadurch die Welt gerettet würde, macht man das kaput, was in Ordnung war.
    • ElenderKuschelwuschel 04.07.2016 13:45
      Highlight Highlight Die strikte Unterscheidung links und rechts macht diesbezüglich wenig Sinn. Im Prinzip sehen wir hier das Ergebnis liberaler Politik wie Danyboy bereits erwähnt. Die Liberalen sind aber im Prinzip nicht die traditionellen Rechten (Konservative).
      Dass die Linken nicht an allem Schuld sind, stimmt auch, aber leider lassen sich die Linken heute von liberalem Gesäusel am Nasenring durch die Manege führen und unterstützen deren Ziele, weil sie linkskompatibel formuliert werden.
    • Kookaburra 04.07.2016 15:35
      Highlight Highlight Weil sie das Gegenteil Behaupten: Sie seien für Arbeiter und "sozialistisch" und gleichzeitig alles tun um den Arbeiter zu entwerten und sich alles "Soziale" drei und vierfach bezahlen lassen. Und weil sie einfach nie genug Zuwanderung bekommen.

      Das Flaggschiff des Neoliberalismus ist die Sozialindustrie.

      Bürgerlich ist schon lange nicht mehr rechts. Die FDP ist in Wahrheit genauso neoliberal-links, wie die CVP, SP und der "bürgerlich"-wirtschaftliche Teil der SVP.

      Neoliberal ist links, auch wenn die meisten es noch nicht gemerkt haben.
  • Karl Müller 03.07.2016 13:17
    Highlight Highlight "122 Millionen Menschen sind in Europa arm ..."

    Das kann man so nicht sagen! Wie richtig erklärt, gilt als "armutsgefährdet", wer weniger als 60 Prozent des landesweiten Durchschnittseinkommens verdient. Wenn nun zum Beispiel im nächsten Jahr Personen mit Einkommen über 60% weniger verdienen würden, gäbe es schlagartig weniger Arme, obwohl sich an der wirtschaftlichen Situation der heute weniger als 60% Verdienenden grundsätzlich nichts verändert hätte. Oder würden alle Menschen 2000 Euro mehr verdienen, bliebe die Zahl konstant.
  • Klaus K. 03.07.2016 11:51
    Highlight Highlight Was diese Menschen wohl bei einem EU-Austritts-Entscheid stimmen würden?
  • pamayer 03.07.2016 09:45
    Highlight Highlight Ist wohl ke8n eu spezifisches Problem, sondern ein grobes globalisierungsproblem, das uns (fast) alle noch deftig treffen wird.

QDH: Huber tappt im Dunkeln und schwitzt. Aber nicht wegen der Hitze

Liebe Huberquizzer

Wir sind wieder da.

Und ich gebe zu: Es fehlt noch etwas am Feintuning. Die Fragen pendeln zwischen zu einfach und zu schwer. Das Gute daran ist: Das gilt auch für Huber.

Mal sehen, wie er sich nach der Sommerpause geschlagen hat.

Artikel lesen
Link zum Artikel