Wirtschaft
International

Adeus! Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff muss den Regierungspalast verlassen

Bild
Bild: EPA/EFE

Adeus! Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff muss den Regierungspalast verlassen

Schwere Niederlage für Dilma Rousseff: Der Senat hat klar für das Amtsenthebungsverfahren gegen Brasiliens Präsidentin gestimmt. Sie wird zunächst suspendiert, die Amtsgeschäfte übernimmt ihr Stellvertreter Michel Temer.
12.05.2016, 06:0412.05.2016, 11:56

Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff muss ihr Amt vorläufig abgeben. Der Senat stimmte am Donnerstag nach einer Marathonsitzung mit 55 zu 22 Stimmen für eine Suspendierung von zunächst 180 Tagen, um mögliche Amtsverfehlungen Rousseffs juristisch untersuchen zu lassen. Dann muss der Senat über eine endgültige Amtsenthebung entscheiden. Wird das Quorum verfehlt, würde Rousseff wieder das Amt übernehmen.

Nun übernimmt ihr Vize Michel Temer den Posten an der Staatsspitze. Der 75-jährige Politiker der Partei der demokratischen Bewegung (PMDB) hatte die Koalition mit Rousseffs linker Arbeiterpartei im März aufgekündigt.

Das Amtsenthebungsverfahren wird nicht mit Korruptionsvorwürfen begründet, sondern primär mit Bilanztricks im Staatshaushalt. Über staatliche Banken werden Sozialprogramme wie die Familiensozialhilfe bezahlt. Die Regierung soll zum Beispiel die Überweisung von 3,5 Milliarden Reais (900 Millionen Euro) für ein Hilfsprogramm für Bauern bewusst verzögert haben, um das Defizit zu verringern – das haben aber auch schon Vorgängerregierungen gemacht.

Michel Temer: Wird von Roussef als «Verräter» bezeichnet.
Michel Temer: Wird von Roussef als «Verräter» bezeichnet.Bild: Francisco Seco/AP/KEYSTONE

Rousseff weist die Vorwürfe zurück und spricht von einem «Putsch». Sie sei bis zum 31. Dezember 2018 gewählt, einen Rücktritt schliesst sie aus. Ihr Versuch, das Amtsenthebungsverfahren in letzter Minute stoppen zu lassen, war am Mittwoch vom Obersten Gericht des Landes zurückgewiesen worden.

Noch mehr Abschiede: Die berühmtesten letzten Worte in der Geschichte der Menschheit

1 / 23
Nicht nur Sepp sagte Tschau: Das sind die berühmtesten letzten Worte in der Geschichte der Menschheit
«Ich wiederhole: Was für mich am meisten zählt ist die FIFA und der Weltfussball.» So beendete Sepp Blatter seine Rücktrittsrede.
quelle: x00265 / ruben sprich
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Vor gescheiterter Hinrichtung: Das wünschte Christa Pike anstelle einer letzten Mahlzeit
Am Vorabend der gescheiterten Hinrichtung verzichtete die US-Amerikanerin Christa Pike laut einem Bericht der «New York Times» auf ihre letzte Mahlzeit. Stattdessen habe sie darum gebeten, die dafür vorgesehenen 20 Dollar für Pizza für Obdachlose in der Innenstadt von Nashville im US-Bundesstaat Tennessee zu verwenden. Pike sollte am vergangenen Mittwoch hingerichtet werden, überlebte allerdings zwei Giftspritzen. Die 50-Jährige war nach Angaben ihrer Anwälte zuletzt weiter bewusstlos und an ein Beatmungsgerät angeschlossen.
Zur Story