DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Marco Odermatt ist ein gefragter Mann. Umso mehr Kontakt mit Medien, Publikum und Funktionären er hat, umso grösser die Gefahr, sich im dümmsten Moment noch anzustecken.
Marco Odermatt ist ein gefragter Mann. Umso mehr Kontakt mit Medien, Publikum und Funktionären er hat, umso grösser die Gefahr, sich im dümmsten Moment noch anzustecken.Bild: keystone

Marco Odermatt und die Macht von Chinas Virologen

Ab wann bedeutet eine Coronainfektion für Sportlerinnen und Sportler das Olympia-Aus? Gerade Goldhoffnungen wie die Schweizer Skistars, die derzeit wegen ihrer Erfolge von Interview zu Interview und von Siegerehrung zu Siegerehrung gereicht werden, sind von einer Last-Minute-Infektion besonders gefährdet.
14.01.2022, 19:52
rainer sommerhalder / ch media

Was passiert, wenn Skistar Marco Odermatt am 27. Januar positiv auf Corona getestet wird? Sind die olympischen Träume damit geplatzt oder besteht eine Chance, dass er acht Tage später in Chinas Bergen die Abfahrt bestreiten kann? Christophe Dubi, Olympiadirektor des IOC, hat vergangene Woche angedeutet, dass neuerdings eine gewisse Flexibilität in der Frage gilt, wie positive Fälle kurz vor dem Entzünden des olympischen Feuers gehandhabt werden.

Die Frage zu Odermatt geht also an Ralph Stöckli, den Schweizer Olympiachef. Dieser sagt: «Der Prozess scheint uns klar. Grundsätzlich kann ins Flugzeug steigen, wer vier negative Tests an vier aneinanderfolgenden Tagen vorlegen kann – unabhängig vom Zeitpunkt der Ansteckung. Ein Expertenteam kann Ausnahmen bewilligen, wenn ein Testresultat zwar positiv, der CT-Wert den Sportler aber nicht mehr als infektiös ausweist».

Positiv ist nicht überall auf der Welt positiv

Es kann also sein, dass chinesische Virologen das letzte Wort haben, ob ein kurzfristig angesteckter Athlet am Start steht. China definiert den Schwellenwert, wann ein PCR-Test positiv gewertet wird, übrigens wie die Schweiz bei 40. Andere Länder kennen ein CT-Limit von lediglich 35. Stöckli sagt, dass durchaus die Situation eintreffen kann, wo jemand vor dem Abflug negativ und bei der Einreise in Peking positiv getestet wird.

Ralph Stöckli hat immer noch unzählige Fragen zu beantworten.
Ralph Stöckli hat immer noch unzählige Fragen zu beantworten.Bild: KEYSTONE

Der Schweizer Olympiachef spricht sieben Tage vor seiner eigenen Abreise nach China von «unzähligen Fragen, die noch offen sind» und einem unglaublich grossen administrativen Aufwand, welcher Swiss Olympic für die gut 400-köpfige Peking-Delegation erledigen muss.

Rund 170 Athletinnen und Athleten sollen die Schweiz in Peking vertreten. Die letzten Selektionen erfolgen am 24. Januar. Stöckli sagt, die ständige Unsicherheit dieser Olympiahoffnungen vor einem positiven Test generiere einen «enormen Druck». Um diesem auch vor Ort gewachsen zu sein, wird die sportpsychologische Betreuung personell verstärkt.

Stöckli erwähnt nebst Corona drei weitere Faktoren, welche die Winterspiele zu einer grossen Herausforderung machen: Die enorme Kälte in Chinas Bergen, die grossen Distanzen zwischen den drei Athletendörfern und zu guter Letzt: «Es sind und bleiben politische Spiele. Auch darauf müssen wir die Delegation einstellen.»

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die Austragungsstätte der Olympischen Spiele 2022 in Peking

1 / 30
Die Austragungsstätten der Olympischen Spiele 2022 in Peking
quelle: keystone / roman pilipey
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

So machst du den Corona-Selbsttest richtig

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

9 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Reiszeit
14.01.2022 20:55registriert November 2021
Diese Spiele sind an Absurdität schon jetzt kaum noch zu überbieten. Schade für den Sport.
769
Melden
Zum Kommentar
avatar
Sitzplätzler
14.01.2022 20:59registriert April 2017
Wie merkt man als Athlet, dass es politische Spiele sind? Wäre spannend; hier etwas tiefer zu gehen...
326
Melden
Zum Kommentar
avatar
Salvatore_M
14.01.2022 20:24registriert Januar 2022
Golden Boy Marco nicht an Olympia? Nicht auszudenken.
234
Melden
Zum Kommentar
9
McGrath gewinnt den Slalom, Kristoffersen holt die Kugel – die Schweizer enttäuschen
Henrik Kristoffersen gewinnt zum dritten Mal den Slalom-Weltcup. Der Norweger sichert sich die kleine Kugel dank dem 2. Rang hinter seinem Landsmann Atle Lie McGrath beim Finale in Méribel.

McGrath siegte zum zweiten Mal im Weltcup, zum zweiten Mal in einem Slalom nach seinem Erfolg Mitte letzter Woche in Flachau. Hinter Kristoffersen, der schon vor sechs und vor zwei Jahren der beste Slalom-Fahrer im Weltcup gewesen war, klassierte sich sowohl im letzten Slalom des Winters als auch in der Disziplinen-Wertung der Österreicher Manuel Feller.

Zur Story