Melania Trumps neue Rolle im Ukraine-Krieg – und wie Russland davon profitiert
Melania Trumps Engagement in der Ukraine
Melania Trumps Engagement im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine begann schon vor der von ihr ins Leben gerufenen Rettungsaktion in Oleschky. So wandte sie sich im August 2025 in einem Brief an den russischen Präsidenten Wladimir Putin, in dem sie das Schicksal ukrainischer Kinder thematisierte, die nach Russland verschleppt worden waren.
Eigenen Angaben zufolge hat Melania Trump seitdem bei der Familienzusammenführung von 34 Kindern mitgewirkt. Dabei habe sie einen direkten Kommunikationskanal zwischen Moskau und Kiew entwickelt – die Grundlage für die Vermittlung in Oleschky im Oktober dieses Jahres.
Rettungsaktion in Oleschky
Im September 2026 erfuhr die First Lady eigenen Angaben zufolge am Rande der UN-Generalversammlung von der dramatischen Lage in der russisch besetzten Frontstadt Oleschky. Daraufhin beauftragte sie ihren Berater Marc Beckman, mit Russland und der Ukraine zu verhandeln.
In einer gemeinsamen Rettungsaktion mit Russland und der Ukraine wurde die Ausreise zahlreicher Menschen aus der Frontstadt während einer Waffenruhe ermöglicht. Auch humanitäre Hilfsgüter wurden in die Stadt gebracht.
Hochrangiges Treffen im Weissen Haus
Nach ihrer Vermittlung der Waffenruhe empfing Melania Trump Vertreter der Ukraine und Russlands im Weissen Haus, um den humanitären Durchbruch zu feiern. Es war eines der hochrangigsten Treffen russischer und ukrainischer Beamter der letzten Monate.
In ihrer Rede sagte sie:
Ob das der Wahrheit entspricht, ist unklar. Doch auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lobte am Donnerstag die begrenzte Waffenruhe, auch wenn er beim Treffen im Weissen Haus nicht anwesend war. Er sagte:
Neben der Aushandlung des lokalen Waffenstillstands umfasst Melania Trumps Arbeit weitere humanitäre Anliegen. Dazu gehört laut CNN Lobbyarbeit für Gesetze zum Schutz der Amerikanerinnen und Amerikaner vor Deepfakes und Rachepornos sowie die Interessenvertretung für Kinder, die aus Pflegefamilien ausscheiden.
Ungewöhnliche Rolle für First Lady
Die First Lady ist in den vergangenen zwei Jahren nur selten öffentlich aufgetreten. Laut einer Analyse des TV-Senders NBC hatte sie in der zweiten Trump-Amtszeit nur halb so viele öffentliche Auftritte wie in der ersten. Auch den Wahlkampf für die Midterms 2026 mied sie weitgehend.
Hat Melania Trump nun aus reiner Nächstenliebe für eine Waffenruhe in Oleschky gekämpft, oder steckt eine Agenda dahinter? Darüber kann nur spekuliert werden. Am Donnerstag konzentrierten sich jedenfalls alle darauf, Melania zu feiern, wie der Guardian schreibt. Der Präsident selbst nahm nicht teil. Später erklärte er, er habe sich mit dem russischen Gesandten Dmitrijew getroffen, mit dem ukrainischen Beamten jedoch nicht.
Zuletzt hat sich Trump Putin wieder angenähert. Erst machte er einen umstrittenen Diesel-Deal mit Russland, dann setzte er gerade erst beschlossene Sanktionen aus. Das Weisse Haus begründete dies mit nationalem Interesse.
Es war eine ungewöhnliche Rolle für Melania, schreibt der «Guardian» weiter. Zuvor hatte sie noch nie an hochrangigen Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland teilgenommen, soll laut der Zeitung hinter den Kulissen jedoch die «rabiate Vorgehensweise» ihres Mannes im Umgang mit der Ukraine kritisiert haben. Der Präsident selbst sagte über die Bemühungen seiner Frau: «Ich glaube, sie macht es im Moment besser als die Profis.»
Russische Propagandaaktion?
Die US-amerikanische Journalistin und Historikerin Anne Applebaum spricht von einer russischen Propagandaaktion, in der sie die Ukraine fälschlicherweise für die Tragödie verantwortlich machten, die die Stadt erlebt hat. Sie ziele darauf ab, Trumps Ego zu streicheln und ihn davon abzuhalten, den Druck auf Russland für ein Kriegsende wieder zu erhöhen.
«Die Ukrainer hatten diese Waffenruhe wiederholt gefordert. Die Russen gaben erst nach Intervention des Papstes und offenbar auch von Melania Trump nach», schreibt Applebaum. Ausserdem durften nur von Russland autorisierte Journalistinnen und Journalisten vor Ort darüber berichten. Weiter schreibt sie:
Die Zusammenarbeit mit Melania Trump hat laut dem «Guardian» sowohl für Moskau als auch für Kiew Vorteile: Beide Regierungen können dadurch einen wichtigen Kontakt zur amerikanischen Regierung pflegen. Beide Seiten scheinen die Notwendigkeit erkannt zu haben, die First Lady – und damit die Trump-Regierung – auf ihrer Seite zu halten.
Melania Trump hat sich damit zu einer Vermittlerin konkreter humanitärer Vereinbarungen entwickelt, wie die Evakuierung in Oleschky zeigt. Ob sie damit jedoch eine gezielte politische Funktion innerhalb der Trump-Regierung einnimmt, ist nach wie vor offen.
