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Kanada und USA erneut im Konflikt: Carney mit Kritik wegen Alberta-Votum

Carney über die USA: «Arbeiten daran, uns zu brechen, um uns zu besitzen»

Der Streit zwischen Kanada und den USA geht in eine neue Phase. Nun geht es um ein Unabhängigkeitsreferendum.
16.10.2026, 17:1416.10.2026, 17:14
Ein Artikel von
t-online

Kanadas Premierminister Mark Carney hat den USA vorgeworfen, die Einheit des Landes gezielt untergraben zu wollen. «Einige ausserhalb unserer Grenzen arbeiten daran, uns zu brechen, um uns zu besitzen», sagte Carney am Donnerstag (Ortszeit) bei einer Kundgebung in Calgary. Seine Äusserungen fallen in eine Phase wachsender Spannungen zwischen beiden Ländern, ausgelöst durch Handelskonflikte und politische Drohungen aus Washington.

FILE - President Donald Trump speaks with Canadian Prime Minister Mark Carney, right, at a working lunch with leaders of G7 and the Middle East in Evian-les-Bains, France, Tuesday, June 16, 2026. (Eve ...
Kanadas Premierminister Mark Carney (r.) im Gespräch mit US-Präsident Donald Trump: «Einige ausserhalb unserer Grenzen arbeiten daran, uns zu brechen, um uns zu besitzen.» (Archivbild)Bild: keystone

Hintergrund ist das Referendum in der ölreichen Provinz Alberta am Montag, bei dem über die Einleitung eines möglichen Separationsprozesses entschieden wird. Carney warnte, die Abstimmung spiele «denjenigen in die Hände, die Kanada destabilisieren wollen». Die USA unter Präsident Donald Trump haben wiederholt mit der Annexion Kanadas als 51. Bundesstaat gedroht und führen seit Jahren einen Handelskrieg gegen das Nachbarland. Carney vermeidet zwar direkte Namensnennung, doch seine Anspielungen auf die US-Politik sind unmissverständlich.

Die Vorwürfe richten sich auch gegen die Separatistenbewegung «Let Alberta Decide», die Carney als «Handlanger ausländischer Interessen» bezeichnet. Die Gruppe weist dies zurück und fordert stattdessen die Rücknahme föderaler Gesetze, die Alberta wirtschaftlich benachteiligen. «Ottawa wird unsere Ölexporte besteuern, sobald es die Gelegenheit dazu hat», sagte Mitgründer Keith Wilson. Carney hatte solche Pläne bisher dementiert, doch die Separatisten bleiben skeptisch.

Carney warnt: «Gefährlicher Präzedenzfall»

Der Konflikt zwischen Alberta und der Bundesregierung verschärft sich seit Jahren, insbesondere in der Energiepolitik. Carney setzt auf die geplante Pacific-Link-Ölpipeline, um die Abhängigkeit von den USA zu verringern. Die Pipeline soll über 140'000 Arbeitsplätze schaffen und die Verhandlungsposition Kanadas stärken. Doch Kritiker befürchten, sie könnte die Spannungen mit Washington weiter anheizen – besonders, wenn Alberta den Weg für eine spätere Unabhängigkeit ebnet.

Die Abstimmung in Alberta fällt in eine Phase zunehmender politischer und wirtschaftlicher Spannungen zwischen Kanada und den USA. Trump setzt das Land mit Zöllen, Handelsbarrieren und politischen Drohungen unter Druck. Sollte Alberta den Separationsprozess einleiten, könnte das Signalwirkung für andere Regionen wie Quebec haben – und die Einheit Kanadas langfristig gefährden.

Carney warnte bereits vor den Folgen einer Entscheidung für die Separation: «Das wäre ein gefährlicher Präzedenzfall mit unkalkulierbaren Risiken für die Stabilität des Landes.» Die Vorabstimmung läuft noch bis Samstag, das endgültige Ergebnis wird am Montag erwartet.

Verwendete Quellen:

(hkl)

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