Kanada provoziert Trump nun mit seiner eigenen Lieblingsmethode
Mit der Trump Avenue in Ottawa ist es vorbei: Der Stadtrat der kanadischen Hauptstadt beschloss einstimmig, die nach dem US-Präsidenten benannte Strasse in einem Wohngebiet der kanadischen Hauptstadt umzubenennen. Er möge den Gedanken nicht, dass es «in unserer Stadt irgendetwas gibt, das den Namen von Donald Trump trägt, der seine Feindseligkeit gegenüber Kanada gezeigt hat», erklärte Ottawas Bürgermeister Mark Sutcliffe am Mittwoch (Ortszeit).
Die Trump Avenue befindet sich in einem begrünten Wohngebiet von Ottawa namens Central Park, in dem viele Strassennamen einen Bezug zu New York haben, der Heimatstadt des US-Präsidenten. Die Bewohner des Gebiets sollen nun eine Arbeitsgruppe bilden, um einen neuen Namen für ihre Strasse zu finden. Die Umbenennung soll dann im kommenden Jahr stattfinden.
Trump liebt Umbennungen
Zwischen Kanada und den USA ist in den vergangenen Monaten ein Handelsstreit eskaliert, Washington und Ottawa überziehen sich gegenseitig mit hohen Zöllen. Im Zuge dieses Konflikts verfügte Trump unlängst, den zwischen den beiden Ländern liegenden Ontariosee in «Amerikasee» umzubenennen, was von kanadischer Seite entschieden zurückgewiesen wird. Trump hatte den nördlichen Nachbarn der USA zudem immer wieder mit Überlegungen provoziert, Kanada zum 51. Bundesstaat der USA zu machen.
Dass Ottawa sich nun im Gegenzug Trump mit der Namensänderung revanchiert, dürfte eine wohl kalkulierte Provokation sein: Der US-Präsident ist dafür bekannt, dass er Dinge gerne in seinem Namen umbenennen lässt. So wurden seit Amtsantritt im Januar 2025 bereits ein Friedensforschungsinstitut, ein Flughafen, ein Kulturzentrum und eine Strasse nach dem US-Präsidenten umbenannt.
Bei der Umbennung des weltberühmten John F. Kennedy Center for the Performing Arts in der Hauptstadt Washington, D.C. stiess Trump jedoch auf den Widerstand der Justiz. EIn Richter untersagte dem amtierenden Präsidenten die Einrichtung umzubenennen. Daraufhin drohte Trump mit der Schliessung des Centers und sogar mit dem Abriss der renommierten Kulturinstitution.

