Schweiz
UserInput

Nach Abstimmung zum Waffenrecht: «Verkäufe haben zugenommen»

Waffenrecht, Waffen
Die Waffen auf dem weissen Tisch unterliegen ab Anfang Juni den neuen Waffenregelungen, die Waffen auf dem schwarzen Tisch sind nicht betroffen. Bild: fedpol

Nach Waffenrecht-Abstimmung: Händler verzeichnet Run auf halbautomatische Gewehre

22.05.2019, 18:3525.09.2020, 10:38

Am Sonntag hat die Schweizer Stimmbevölkerung die Übernahme des EU-Waffenrechts mit 63,7 Prozent angenommen. Die Änderung des Gesetzes tritt wohl bis Anfang Juni in Kraft. Dies veranlasst einige Waffenbesitzer, sich vor dem Ende des Monats noch eine halbautomatische Waffe zu besorgen.

In einem Info-Mail eines Waffenhändler aus Schaffhausen, das watson vorliegt, steht Folgendes: «Wer noch ein Halbautomatisches Selbstlade-Gewehr benötigt, muss JETZT den Waffen Erwerbsschein beantragen UND die Waffe bestellen. Bedenkt, dass Ihr nicht die Einzigen seid, und dass überall mit Wartezeiten zu rechnen ist.»

Waffenrecht

  • Stände
  • Ja:22
  • Nein:1
  • Offen:0
AIARAGBEBLBSFRGEGLGRJULUNENWOWSGSHSOSZTGTIURVDVSZGZH
Endresultat
63.7%
36.3%

watson hat beim Waffenhändler nachgefragt. Dieser bestätigt: «Es stimmt, die Waffenkäufe haben in den letzten beiden Monaten stark zugenommen. Seit diesem Sonntag ist die Nachfrage nochmals gestiegen. Nach der Abstimmung sind wohl einige erschrocken und wollen nun noch Waffen unter der alten Regelung erwerben.» watson kontaktierte weitere Schweizer Waffenläden, dort hiess es jedoch nur: «Kein Kommentar.»

Hoch sei die Nachfrage vor allem bei den sogenannten halbautomatischen Gewehren, die grosse Magazine fassen können. Also genau bei denjenigen, die unter der neuen Waffenregelung nur noch mit Sonderbewilligung erhältlich sind. «Besonders bei den Gewehren haben wir einen Anstieg des Absatzes beobachtet, Zahlen für die Faustfeuerwaffen liegen noch keine vor», sagt der Waffenhändler aus Schaffhausen. (leo)

Drei Jahre Zeit, die Waffe zu melden
Vor der Gesetzesänderung braucht man lediglich einen Waffenerwerbsschein für halbautomatische Waffen mit grossen Magazinen. Ab Juni sind halbautomatische Gewehre und Faustfeuerwaffen mit Magazinen über 20 beziehungsweise über 10 Patronen nur noch mit einer Sonderbewilligung erhältlich. Damit gehören sie offiziell zu den verbotenen Waffen.

Wer vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes eine solche Waffe erwarb und diese nicht in einem kantonalen Waffenregister verzeichnen liess, muss dies innert drei Jahren nachholen. Die Waffe werde aber in keinem Fall beschlagnahmt, verspricht das Bundesamt für Polizei fedpol auf seiner Webseite. (leo)

Das Streitgespräch zum Waffenrecht:

Video: nico franzoni
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
111 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Miicha
22.05.2019 18:49registriert März 2014
Na das ist ja mal beruhigend...
00
Melden
Zum Kommentar
avatar
Mugendai
22.05.2019 18:56registriert Januar 2017
Wie überraschend.
00
Melden
Zum Kommentar
avatar
Snowy
22.05.2019 20:13registriert April 2016
Danke für den Reminder… ;-)
00
Melden
Zum Kommentar
111
«Kein Geheimnis daraus gemacht»: So ging ein Schweizer Politiker mit Leihmutterschaft um
Das Volk sei meist progressiver eingestellt als die Politik. Das sagt ein Mann, der mit seinem damaligen Partner ebenfalls die Dienste einer Leihmutter in Anspruch genommen hat.
Es war vor fast zehn Jahren, als in der Schweiz ebenfalls ein Politiker der christlichen Partei Schlagzeilen machte mit einer Leihmutterschaft: Der Partner hatte in den USA eine Frau seine Tochter austragen lassen. Vor der Kandidatur des CVP-Politikers (heute: die Mitte) in eine städtische Regierung wurde dies zum Thema. Allerdings sorgte das längst nicht für so viel Aufregung wie in Deutschland, wo CDU-Fraktionschef Jens Spahn zurücktreten musste.
Zur Story