International
Libyen

Italien prüft Verwicklung Frankreichs in Kämpfe in Libyen

Ist Frankreich in den libyschen Bürgerkrieg verwickelt? – Salvini erhebt schwere Vorwürfe

11.04.2019, 10:4811.04.2019, 10:48
Libya's Prime Minister Fayez al-Sarraj of the U.N.-backed government, left, and General Khalifa Hifter of the Egyptian-backed commander of Libya's self-styled national army shake hands as Fr ...
Im Juli 2017 trafen sich die verfeindeten Parteien in Frankreich: Premierminister al-Sarraj (l.), Macron und der oppositionelle General al-Haftar. Bild: AP/AP

Die italienische Regierung prüft, ob Frankreich in irgendeiner Form in Kämpfe in Libyen verwickelt ist und ob das Land bewaffneten Gruppen finanziert. «Wir gehen diesem Aspekt nach, es gibt einige Beweise. Sollte wegen Frankreichs Wirtschaftsinteressen die europäische Friedensinitiative blockiert werden, wäre dies äusserst gravierend», sagte Innenminister und Vizepremier Matteo Salvini.

«Als Innenminister werde ich nicht zusehen, wie jemand aus wirtschaftlichen Interessen Krieg spielt. Denn die Folgen eines Chaos in Libyen würden die Italiener zahlen», so Salvini im Interview mit dem italienische Radiosender RTL 102.5 am Donnerstag.

Salvini hatte sich zuletzt unter anderem um italienische Unternehmen in Libyen wie ENI besorgt gezeigt. Der Energiekonzern hatte vergangene Woche sein italienisches Personal aus dem ölreichen Land zurückgerufen.

In der vergangenen Woche hatte der mächtige General Khalifa Haftar seinen Truppen den Vormarsch auf die Hauptstadt Tripolis befohlen. Dort sitzt die international anerkannte, aber weitgehend machtlose Regierung von Fayez al-Sarraj, die von verschiedenen, zum Teil islamistischen bewaffneten Gruppen gestützt wird. In den vergangenen Tagen kam es vor allem in den Vororten im Süden der Hauptstadt zu Gefechten.

Laut Medienberichten hatte Frankreich in der Vergangenheit Haftar bei dessen Vorgehen gegen Jihadisten in Ostlibyen unterstützt. Seit dem Sturz von Langzeitdiktator Muammar al-Gaddafi 2011 ist der libysche Staat weitgehend zerfallen und wird von verschiedenen Milizen und Kriegsherren beherrscht. (sda/apa)

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5 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Arnoli
11.04.2019 11:43registriert November 2018
Frankreich? Ist Frankreich irgendwo in Afrika verwickelt? Ach ne, wer hätte das gedacht! Ist ja mal ganz was Neues... jetzt fallen mir gerade alle Schuppen von den Augen.
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Jason96
11.04.2019 11:19registriert Januar 2015
"Als Innenminister werde ich nicht zulassen... "
Weisst du was Salvini? Halte dich doch an den Beruf des Innenministers und hör auf Aussenminister zu spielen.
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In den letzten Monaten sichteten europäische Staaten immer wieder ausländische Drohnen in ihrem Luftraum. Die Vermutung: Sie kommen aus Russland. Warum der Kreml auf Drohnen setzt und ob seine Einmischung in den aktuellen Abstimmungskampf hybride Kriegsführung ist, sagt Russland-Experte Jeronim Perovic.
Seitdem man am Leipziger Flughafen eine Drohne gefunden hat, mit welcher Russland gemäss Bundeskanzler Friedrich Merz einen Angriff auf Deutschland geplant haben soll, scheinen die Mikro-Aggressionen des Kremls auf europäische Länder zuzunehmen. Manche Fachleute befürchten, dass Russland die Angst vor einem Angriff auf Nato-Staaten verliert. Sie auch?
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Solche Provokationen sind nichts Neues. Der Kreml verfolgt damit das Ziel, den Westen beschäftigt zu halten und auszutesten, wie weit er gehen kann. An einer direkten militärischen Konfrontation mit der Nato hat Putin jedoch kein Interesse. Das wäre ein potenziell grosser Krieg mit völlig unsicherem Ausgang, zumal Russland militärisch in der Ukraine festgefahren ist. Viele Russinnen und Russen wollen sich nicht mit dem Krieg in der Ukraine beschäftigen, solange sie nicht unmittelbar davon betroffen sind. Eine Massenmobilisierung wäre dagegen unpopulär, und das will Putin möglichst verhindern.
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