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Terror in Halle: Täter ist anscheinend 27-jähriger Deutscher

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Schiesserei in Halle
09.10.2019, Sachsen-Anhalt, Halle: Eine abgedeckte Leiche liegt in einer Straße. Bei Schüssen sind nach ersten Erkenntnissen zwei Menschen getötet worden. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
quelle: dpa-zentralbild / sebastian willnow
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Terror in Halle: 2 Tote ++ Täter soll ein Deutscher sein ++ Tatwaffe Marke Eigenbau

09.10.2019, 13:1309.10.2019, 23:57

Was ist passiert?

Nach tödlichen Schüssen auf zwei Menschen in Halle im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt hat die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen übernommen. Ein Sprecher begründete dies am Mittwoch mit der «besonderen Bedeutung des Falles». Nach Angaben der jüdischen Gemeinde wollte der Angreifer die Türen der Synagoge aufschiessen.

Der Oberbürgermeister von Halle, Bernd Wiegand, sprach von einer «Amoklage». Der Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte zur Übernahme der Ermittlungen durch die Karlsruher Behörde, es gehe hier um «die innere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland».

Die Tat ereignete sich am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur. 70 bis 80 Menschen befanden sich deswegen am Mittwoch in der Synagoge. Ob ein Zusammenhang bestand, blieb aber zunächst unklar. Ein offenbar von einem Augenzeugen aufgenommenes Video zeigte einen mit einem Kampfanzug und Helm ausgestatteten Angreifer, der auf offener Strasse mehrere Schüsse abgab.

Wer sind die Opfer?

Bei den Todesopfern handelt es sich nach den Worten einer Polizeisprecherin um einen Mann und eine Frau. Der Mann sei in einem Döner-Imbiss erschossen worden, die Frau in der Humboldtstrasse, in der sich auch die Synagoge befindet. Die beiden wurden gegen Mittag getötet.

Wer ist der Täter?

Die Polizei sprach zunächst von mehreren mutmasslichen Tätern, die mit einem Auto flüchteten. Ein Tatverdächtiger konnte festgenommen werden.

Die deutsche Presseagentur meldete am frühen Abend, dass es sich anscheinend nur um einen Einzeltäter handle. Laut Medienberichten soll es sich um einen 27-jährigen Deutschen handeln.

Der Täter soll seine Tat angeblich auf Video aufgenommen haben und ins Internet gestellt haben. Laut «Spiegel» deute das Video auf einen rechtsextremistischen Hintergrund hin.

«Nach Einschätzung des Generalbundesanwalts gibt es ausreichend Anhaltspunkte für einen möglichen rechtsextremistischen Hintergrund», teilte der deutsche Innenminister Horst Seehofer am Mittwochabend in Berlin mit. Die aktuelle Erkenntnislage erlaube es aber noch nicht, die Tat abschliessend einzuordnen.

Ein Zeuge berichtete im Fernsehsender n-tv, dass ein mit Sturmmaske und Helm bekleideter Mann mit einem Sturmgewehr in ein Döner-Restaurant geschossen habe. Zuvor habe der Angreifer eine Art Sprengsatz geworfen, der aber an der Fassade abgeprallt und explodiert sei. In dem Döner-Imbiss hätten sich insgesamt fünf bis sechs Gäste aufgehalten, sagte der Zeuge. Er selbst habe sich in der Toilette versteckt.

Wie es scheint, ist die Tatwaffe vom Anschlag in Halle selbstgebastelt. Auf mehreren Twitter-Posts ist ein Bild dieser Waffe zu sehen:

Alarm auch in Landsberg

Das Lagezentrum der Landesregierung warnte kurz darauf vor einem «Schusswaffengebrauch im Bereich Landsberg» östlich von Halle. Anwohner wurden ebenfalls aufgefordert, Gebäude und Wohnungen nicht zu verlassen. Die Polizei bestätigte das zunächst nicht.

Nach den tödlichen Schüssen in Halle wurde auch die Polizei im benachbarten Sachsen in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Zudem wurde der Schutz jüdischer Einrichtungen ausgeweitet, wie Landesinnenminister Roland Wöller am Mittwoch in Dresden mitteilte.

Die notwendigen operativen Massnahmen würden von einem eigens einberufenen Einsatzstab der Polizei in Leipzig aus geleitet. Die Polizei Sachsen unterstützt darüber hinaus die Polizei in Sachsen-Anhalt mit Einsatzkräften und Technik.

In Leipzig laufen am Mittwoch die Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution, an denen unter anderem auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier teilnimmt. Das am Abend geplante Lichtfest in der Leipziger Innenstadt wird «mit aktuellem Stand» stattfinden, wie die Polizei Sachsen auf Twitter mitteilte. Geprüft werde eine Kräfteaufstockung. (dfr/jaw/sda/afp/dpa)

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