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ZDF streicht Auftritt des deutschen Rappers Danger Dan

06.03.2025, Antilopen Gang, im Konzert live in der Columbiahalle, Berlin, Kolja Podkowik alias Koljah, Tobias Pongratz alias Panik Panzer, Daniel Pongratz alias Danger Dan, Berlin Deutschland, Germany ...
Der deutsche Rapper Danger Dan.Bild: www.imago-images.de

«Aufruf zu Gewalt»: ZDF streicht Auftritt des deutschen Rappers Danger Dan

Das ZDF strich seinen Auftritt kurz vor der Aufzeichnung – der Text sei ein möglicher Aufruf zu Gewalt.
17.07.2026, 04:3317.07.2026, 07:19
Ein Artikel von
t-online

Kurz vor der Aufzeichnung ist der Rapper Danger Dan aus einer Jubiläumsausgabe der ZDF-Satiresendung «Die Anstalt» rausgeflogen. Der Sender hält seinen neuen Songtext für problematisch.

Eingeladen war der Rapper zur Aufzeichnung der 100. Ausgabe der Sendung «Die Anstalt», die am kommenden Dienstag (21. Juli) im ZDF gezeigt wird und sich mit politischer Radikalisierung und der Wehrhaftigkeit der Demokratie befasst. Vorgesehen war laut ZDF ein gemeinsamer Auftritt mit dem Starpianisten Igor Levit: Zusammen sollten sie den Song «Keine Angst» präsentieren, der sich mit dem «Widerstand gegen Rechtsextremismus» befasst. Im Anschluss war eine Diskussion geplant. Dazu kam es nicht – der Sender strich den Auftritt auf den letzten Metern, ganz kurz vor der Aufzeichnung, wie es in einer Mitteilung der Promotion-Agentur Check Your Head hiess.

ZDF wirft Danger Dan Aufruf zur Gewalt vor

Zur Begründung führte das ZDF an, der Liedtext könne als Aufruf zu Gewalt verstanden werden. Das stünde im klaren Widerspruch zu den Programmrichtlinien des Senders. Man habe sich bei der Vorbereitung intensiv mit dem Song beschäftigt, auch die Geschäftsleitung sei eingebunden gewesen. Am Ende sei man zu der Bewertung gekommen, dass sich dieser Widerspruch im Anschluss an die mehr als siebenminütige Live-Performance auf der Bühne nicht mehr hätte auflösen lassen.

Welche Passagen des Textes den Vorwurf des Gewaltaufrufs auslösten, blieb zunächst offen. Veröffentlicht wurde der Song «Keine Angst» in der Nacht auf Freitag. Intern habe man sich beim ZDF darauf verständigt, «sich zeitnah dokumentarisch-journalistisch mit dem Lied von Danger Dan zu befassen und an einer anderen Stelle im Programm aufzuarbeiten».

Inhaltlich ruft der Song im Kern zum Kampf gegen Nazis und Faschisten auf. Der Text ist eine Art Anleitung dafür, wie man sich zusammenschliessen kann, ohne ins Visier von Rechtsextremisten oder Sicherheitsbehörden zu geraten: mit geheimer Kommunikation, mit dem Recherchieren rechter Strukturen, dem Dokumentieren ihrer Aktionen und dem öffentlichen Bekanntmachen von Nazis. «Lasst euch nicht erwischen, schaut nach Überwachungskameras», heisst es an einer Stelle. «Nie ohne Handschuhe, nie 'nen Fingerabdruck hinterlassen», an einer anderen. «Die seh'n gefährlich aus, aber wir legen sie lang», singt Danger Dan und auch: «Wenn ihr zusammen kämpft, dann kann es funktionieren.»

Danger Dan setzt sich gegen Diskriminierung ein

Bürgerlich heisst Danger Dan Daniel Pongratz. Der 43-Jährige ist Teil der Band Antilopen Gang («Mir kann nichts passieren», «Pizza»). Vor fünf Jahren erschien sein Soloalbum «Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt», dessen Titelsong für Schlagzeilen sorgte. Begleitet von Levit stellte er ihn auch im «ZDF Magazin Royale» von Jan Böhmermann vor. Schon dort griff der Rapper das Thema Faschismus auf und spielte diverse Szenarien durch.

Der aus Aachen stammende Musiker setzt sich mit seiner Band gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus ein. Mit Levit stand er zudem beim Festival «Jamel rockt den Förster» in Mecklenburg-Vorpommern auf der Bühne, das auf die Neonazi-Szene aufmerksam machen soll.

Die Entscheidung des ZDF quittierte der Rapper mit grossem Unverständnis. «Immer Ärger mit dem ZDF, dieses Mal haben sie uns ernsthaft rausgeschmissen», schrieb er auf Instagram. Er und Igor Levit hätten einen wunderschönen freien Tag in München gehabt, allerdings unverhofft, wegen der Absage. Eine offizielle schriftliche Begründung für die Ausladung habe man bis dahin nicht erhalten. Das Lied habe dem Sender seit Wochen vorgelegen, so Danger Dan weiter. Er sprach von einem Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit und sieht politische Gründe hinter der Entscheidung.

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92 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Nuke Skywalker
17.07.2026 06:02registriert November 2024
Nur Liebe für Gefahrendaniel! Freue mich auf sein neues Album und den kommenden Gig! Das R in ZDF steht für 'Rückgrat'.
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Eisvogel
17.07.2026 06:06registriert Februar 2019
ZDF & ARD bieten seit geraumer Zeit gesichert rechtsextremen Politikern viel Zeit und Platz.
Vorauseilender Gehorsam?
Übrigens war das "wir werden sie jagen" des AfD-Politikets Meuthen ja für ZDF & ARD auch kein Problem.
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Shikra
17.07.2026 05:34registriert Januar 2025
Interessant, das Framing dieses Artikels von t-online im Vergleich zu diversen anderen Medien.
Letztlich ist diese “Begründung” nur vorgeschoben. Der Text lag dem ZDF lange genug vor und war rechtlich anscheinend auch abgesichert.
Das Lied zu verbieten, war eine autoritäre, politische Entscheidung von oben herab.
Oder direkt von der Politik beeinflusst oder in vorauseilendem Gehorsam werden wir wohl nie erfahren.
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