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Türkei

Russisches Ehepaar wegen Bibellesung in Hagia Sophia festgenommen

Muslim worshippers perform Friday prayers during the holy fasting month of Ramadan at the Hagia Sophia mosque in Istanbul, Turkey, Friday, Feb. 27, 2026. (AP Photo/Khalil Hamra)
Turkey Ramadan
Muslime beten während des Fastenmonats Ramadan in der Hagia Sophia, 27. Februar 2026. Die Moschee wurde im Jahr 537 n. Chr. eröffnet und diente von 1935 bis 2020 als Museum.Bild: keystone

Russisches Ehepaar wegen Bibellesung in Hagia Sophia festgenommen

Zwei russische Staatsbürger wurden in der Türkei wegen Verdachts auf «Anstiftung zum Hass» in ein Internierungslager verlegt.
16.07.2026, 12:3916.07.2026, 12:39

Ein russisches Touristenpaar wurde in Istanbul festgenommen, weil sie in der Hagia Sophia, die derzeit als Moschee dient, die Bibel gelesen haben sollen. Sie wurden von der Polizei aus dem Gebäude eskortiert und festgenommen, meldete die österreichische Kathpress.

Anschliessend wurden sie in ein Migranten-Internierungslager verlegt, wo sie laut Medienberichten bis zum Abschluss der Verwaltungsverfahren in Haft bleiben sollen.

Die beiden russischen Staatsbürger stehen im Verdacht, gegen Artikel 216 des türkischen Strafgesetzbuches verstossen zu haben, der den Straftatbestand der «Anstiftung zum Hass» betrifft. Der Vorfall soll sich am Montag ereignet haben.

Nach türkischem Recht darf die Verwaltungshaft von Ausländern sechs Monate nicht überschreiten, kann jedoch um weitere sechs Monate verlängert werden, wenn die Abschiebung aufgrund fehlender Dokumente oder mangelnder Kooperation des Inhaftierten nicht abgeschlossen werden kann.

«Symbol der Eroberung»

Unterdessen sorgte dieser Tage auch ein Social-Media-Beitrag des türkischen Kulturministers Mehmet Nuri Ersoy für Empörung in der orthodoxen (griechischen) Welt. Anlässlich des sechsten Jahrestags der Wiedereröffnung der Hagia Sophia als Moschee sprach er von einem «Symbol der Eroberung». Er erinnerte an den «historischen Tag», an dem die Hagia Sophia mit der Unterschrift des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan wieder für den Gottesdienst geöffnet wurde. Damit sei ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung gegangen.

«In der Hagia Sophia, dem Symbol der Eroberung und dem einzigartigen Erbe von Sultan Mehmed dem Eroberer, führen wir mit grösster Sorgfalt die umfangreichsten Restaurierungsarbeiten in der Geschichte der Republik Türkei durch, um dieses heilige Erbe für künftige Generationen in seiner ursprünglichen Form zu bewahren», schrieb Ersoy.

Die Hagia Sophia wurde im Jahr 537 als damals grösste Kirche der Christenheit errichtet. Nach der Eroberung von Konstantinopel durch die Osmanen 1453 wurde sie in eine Moschee umgewandelt, später, in der Türkischen Republik, von Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk 1935 zum Museum erklärt. Staatspräsident Erdogan machte sie im Juli 2020 wieder zur Moschee. Die Kuppel geht in ihrer jetzigen Gestalt auf das Jahr 562 zurück. (sda/apa)

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Die beliebtesten Kommentare
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Boomer & Boomer GmbH.
16.07.2026 13:22registriert Juli 2019
Genau deswegen finde ich hat die Türkei in der NATO nichts verloren. Sind doch qwasi gegenüber allen anderen NATO Mietgliedsstaaten feindlich eingestellt.
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