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Extremwetter

So verheerend schmolzen die Schweizer Gletscher 2026

Gletscher Gletscherschmelze 2026 Schweiz: Höhe des Eisverlustes in den Jahren 2022 bis 2026 am Konkordiaplatz, Grosser Aletschgletscher
(VS) verglichen mit dem Mittelwert der Messungen zwischen 1953 u ...
Höhe des Eisverlustes in den Jahren 2022 bis 2026 am Konkordiaplatz des Grossen Aletschgletschers. Verglichen mit dem Mittelwert der Messungen zwischen 1953 und 1983.Bild: Matthias Huss/ A. Linsbauer
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Schneearmer Winter und intensive Hitzewellen: Das ist die Schweizer Gletscherbilanz 2026

Die Gletscher erleben auch 2026 ein Jahr mit extremer Schmelze. Nach dem schneearmen Winter führten die intensiven Hitzewellen zu erneut verheerenden Verlusten. Das ist die Bilanz der Schweizer Eisriesen im letzten Jahr.
01.10.2026, 01:03

Es zeichnete sich schon im letzten Winter ab, dass das Gletscherjahr schwierig werden könnte. Denn durch den wenigen Schnee gab es wenig «Winterreserven». Tatsächlich waren diese dann so schnell geschmolzen, wie zuvor nur in einem Jahr. Nach dem Gletscherschwundtag am 29. Juni ging der heisse Sommer mit Hitzewellen und vielerorts wenig Niederschlag bekanntlich weiter – eigentlich bis heute.

Wie immer schliesst das Schweizer Gletschermessnetz (GLAMOS) das «Gletscherjahr» am 1. Oktober ab. Normalerweise schmelzen die Gletscher danach nicht mehr. Es könnte aber in diesem Jahr sein, dass sie noch weiteres Volumen verlieren. Dieser Rückgang wird dann im nächsten Jahr berücksichtigt.

Gletscher Gletscherschmelze 2026 Schweiz: Vielerorts sind auf Gletscherzungen tiefe Einsturztrichter zu erkennen, wie hier am Rhonegletscher
(VS). Riesige Höhlen unter dem Eis brechen plötzlich ein –  ...
Einsturztrichter bei den Gletscherzungen, wie hier beim Rhonegletscher waren vielerorts zu sehen.Bild: Matthias Huss

20 Prozent weniger Eisvolumen in 5 Jahren

Die Daten von GLAMOS und der Schweizerischen Kommission fürKryosphärenbeobachtung der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) zeigen: Das Abschmelzen der Schweizer Gletscher war 2026 wiederum extrem.

Über 5 Prozent des Eisessind verschwunden. Die mittlere Eisdicke einzelner Gletscher nahm zwischen 2,5 und 4 Metern ab. Auf Gletscherzungen reduzierte sie sich über den Sommer teils um bis zu 10 Meter. Allein in den letzten 5 Jahren hat das Eisvolumen in der Schweiz nun um fast 20 Prozent abgenommen.

Neuer Rekord an Tagen mit Nullgradgrenze über 4000 Metern

Wie bereits im Vorjahr lag im Winter 2025/26 in allen Höhenstufen viel weniger Schnee als im langjährigen Durchschnitt. Der Hauptgrund waren die geringen Niederschläge. Bezogen auf die mittlere Schneehöhe gehört das Winterhalbjahr (November 2025 bis April 2026) zu den zehn schneeärmsten Wintern seit Messbeginn.

Gletscher Gletscherschmelze 2026 Schweiz: Der Claridenfirn (GL) ist im September 2026 komplett schneefrei.
Selbst der Claridenfirn war im September 2026 komplett schneefrei. Er erlitt in diesem Jahr eine so grosse Schmelze wie nie zuvor.Bild: Matthias Huss

Von Mai bis September war jeder Monat durch Trockenheit und mindestens eine Hitzeperiode geprägt. Die Nullgradgrenze lag während dieser Monate an 76 Tagen über 4000 Metern. Dies ist mehr als doppelt so viel wie im Mittel und damit ein Rekordwert. Die schützende Schneeschicht auf den Gletschern verschwand teils schon in den Hitzewellen im Juni. Im September blieb selbst auf einer Höhe von 3500 Metern über Meer kein Schnee mehr liegen.

Im watson-Podcast hier ging es auch um die Gletscherschmelze:

Rekordjahr knapp verpasst

Alpengletscher haben unter solchen Bedingungen langfristig keine Überlebenschance. Das äussert sich im Verschwinden vieler kleiner Gletscher, wie zum Beispiel dem Bella-Tola-Gletscher (VS) und dem Griessfiren/Plattalvafirn (GL).

Gletscher Gletscherschmelze 2026 Schweiz: Höhe des Eisverlustes im Sommer 2026 am Konkordiaplatz, Grosser Aletschgletscher (VS).
So viel tiefer liegt der Grosse Aletschgletscher im Vergleich zum letzten Jahr.Bild: A. Linsbauer

Die Messperiode 2026 reiht sich nur knapp hinter dem Rekordjahr 2022 ein. Dass dessen Verluste trotz höheren Temperaturen nicht ganz erreicht wurden, hängt damit zusammen, dass auf vielen Gletschern etwas mehr Schnee lag als 2022. Zusätzlich wurde 2026 weniger Saharastaub auf dem Schnee abgelagert. Somit wurde das Sonnenlicht besser reflektiert. Aber es gab Ausnahmen: So erlitten einige Gletscher (Allalin, Clariden, Grosser Aletsch und Rhone) dieses Jahr so starke Schmelze wie noch nie.

Schmelzwasser dämpft Wasserknappheit

Zwischen Juli und September haben die Gletscher insgesamt rund 2200 Milliarden Liter Wasser verloren. Dies entspricht mehr als viermal dem jährlichen Trinkwasserverbrauch aller Schweizer Haushalte.

Gletscher Gletscherschmelze 2026 Schweiz: Das Schmelzwasser vom Findelgletscher (VS) wird für die Stromproduktion gefasst. Mittlerweile ist
vom Gletscher kaum mehr etwas zu sehen. Vor 40 Jahren stand  ...
Das Schmelzwasser vom Findelgletscher (VS) wird für die Stromproduktion gefasst. Mittlerweile ist vom Gletscher kaum mehr etwas zu sehen. Vor 40 Jahren stand er noch unmittelbar vor der Wasserfassung.Bild: Matthias Huss

Die Gletscherschmelze trägt damit momentan noch dazu bei, sommerliche Wasserknappheiten abzumildern. Allerdings nimmt dieser Effekt aufgrund der schwindenden Eisfläche schon heute deutlich ab.

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Gletscher-Schmelze in den europäischen Alpen
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Gletscher-Schmelze in den europäischen Alpen

Seit dem Jahr 2000 schrumpfen die Gletscher in den Alpen massiv. Greenpeace hat Fotos von sechs Gletschern in den Alpen Anfang 1900 und jetzt verglichen.

quelle: greenpeace germany / gesellschaft fuer oekologische f
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Unterwegs auf dem schwindenden Feegletscher
Video: watson
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