Mit diesem Trick hat die FIFA zwei WM-Tribünen gefüllt
FIFA-Präsident Gianni Infantino muss sehr viel Kritik einstecken für seine Preisgestaltung. Hunderte Dollar kostet ein WM-Ticket, über den Zweitmarkt – wo die FIFA vom Käufer und vom Verkäufer einen Anteil abzwackt – kann der Betrag schnell vierstellig werden.
Viele Fans scheinen das zähneknirschend hinzunehmen, die Stadien sind bislang ziemlich voll. Doch nicht alle Tickets werden verkauft. Bei Niederlande – Japan blieben in Dallas zwei Sektoren direkt hinter den Toren weitgehend leer. Zu Beginn sah das so aus:
Die fraglichen Plätze sind VIP-Logen, die beim American Football begehrt sind. Für die Spiele der Fussball-WM trifft das offenbar nicht zu. Das Plus ist die Nähe zum Spielfeld, doch das bezahlt man mit schlechter Übersicht.
Nach rund zehn Minuten bei Niederlande – Japan stellten aufmerksame Beobachter allerdings Bewegung fest, und in einem Stadion mit auffälligen Oranje-Trikots und blau gekleideten japanischen Fans zwei Blöcke mit Personen in neon-grünen Shirts. Es handelte sich um Volunteers, die davon profitierten, dass die FIFA nicht alle Plätze verkaufen konnte und dass die Verantwortlichen wohl nicht wollten, dass so viele Sitze, die im TV bei jeder Torszene zu sehen sind, leer blieben.
Die freiwilligen Helfer kamen in den Genuss einer spannenden Partie, die 2:2 endete, weil Japan zwei Mal einen Rückstand ausgleichen konnte. «Sie sagten uns: Okay, eure Schicht ist zu Ende? Dann kommt mit», erzählte eine Helferin in einem Video, das die FIFA veröffentlicht hat. «Ich hätte nicht im Geringsten daran gedacht, jetzt hier zu sitzen. Das ist die beste Überraschung überhaupt.»
Volunteers in Dallas hoffen nun wohl darauf, dass die VIP-Plätze auch bei den weiteren Partien für sie frei sind. Insgesamt finden in der texanischen Metropole neun WM-Spiele statt, als nächstes der Vorrunden-Kracher England – Kroatien am Mittwoch und später einer der Halbfinals. (ram)
