160 Kilometer in 55 Stunden: Pole schwimmt als erster Mensch von Schweden nach Polen
Der polnische Langstreckenschwimmer Bartlomiej Kubkowski hat geschafft, was noch niemand geschafft hat: Er hat die Ostsee schwimmend ohne Unterbruch durchquert. Es war sein fünfter Versuch, bei dem es nun endlich geklappt hat. Im vergangenen Jahr musste Kubkowski nur elf Kilometer vor dem Ziel aufgeben.
Dieses Mal startete Kubkowski am Freitag im schwedischen Kaseberga. Nach rund 160 Kilometern erreichte er im polnischen Dziwnow das Land. Dafür benötigte er rund 55 Stunden, wie polnische Medien berichten.
Damit diese Meisterleistung auch zählt, mussten gewisse Bedingungen erfüllt sein. So durfte Kubkowski während der ganzen Zeit nicht schlafen oder das Begleitboot berühren. Nahrung erhielt er über einen speziellen Stab. Ausserdem galt der Rekord erst, wenn Kubkowski am Ziel selbstständig das Land betreten und ohne Hilfe am Strand stehen konnte. Das war gar nicht so einfach, wie auf dem Empfangsvideo zu sehen ist.
Die raue Ostsee tat ihr Übriges. Laut Medienberichten litt der Extremschwimmer in der zweiten schlaflosen Nacht unter Halluzinationen und Bewusstseinsstörungen durch Toxine im Hirn, konnte sie aber überwinden, wie ein Teammitglied erklärte. Am Sonntagabend gegen 20 Uhr erreichte er schliesslich sein Ziel. Kaum angekommen, wurde er über sein Wohlbefinden ausgefragt. Kubkowski antwortete lediglich, dass er zu erschöpft sei, um zu sagen, was er empfinde.
Der 31-Jährige wollte mit seiner Ostsee-Durchquerung Geld für eine Organisation sammeln, die sich für den Kampf gegen Krebs bei Kindern einsetzt. Insgesamt kamen dabei knapp 110'000 Franken zusammen.
Beim Spendensammeln wurde Kubkowski in diesem Jahr von der Olympia-Schwimmerin Karolina Szczepaniak unterstützt. Auch sie wollte die Strecke von Schweden nach Polen überwinden, musste aber nach etwa 58 Stunden und rund 40 Kilometer vor dem Ziel aufgeben. Es war ihr zweiter Versuch, die Strecke zu meistern. Ihr Zustand sei stabil, berichten polnische Medien.
Szczepaniak sammelte Geld für einen Jugendlichen, der nach einem Sprung in ein Schwimmbecken eine Rückenmarksverletzung davongetragen hatte. Sie konnte ebenfalls weit über 100'000 Franken sammeln. Nach ihrem Abbruch wandte sich Szczepaniak mit einem Wort an ihre Fans: «Danke», schrieb sie auf Instagram. (vro)
