International
Schule - Bildung

USA: Gericht stoppt Visa-Verschärfung für Studenten und Journalisten

A Visa application form on the USA flag. xkwx visa law form emigration usa immigration border work embassy application travel international approved concept student country study status trip visa appl ...
Die Visa-Regelungen für Studierende und Journalistinnen und Journalisten werden vorerst nicht verschärft.Bild: www.imago-images.de

US-Gericht stoppt vorerst Visa-Verschärfung für Studenten und Journalisten

15.09.2026, 03:45

Die US-Regierung darf ihre Pläne zur Einschränkung der Aufenthaltsdauer von ausländischen Studierenden und Medienvertretern im Land bis auf weiteres nicht in die Tat umsetzen. Ein US-Gericht gab einem Antrag der Klägerseite gegen das Heimatschutzministerium statt und erliess eine einstweilige Verfügung. Dadurch dürfen die neuen Visa-Regeln nicht wie geplant an diesem Dienstag in Kraft treten und das Vorhaben der Trump-Regierung liegt zunächst auf Eis. Das Hauptverfahren in der Sache läuft aber weiter, eine abschliessende Entscheidung steht also noch aus.

Geklagt hatte ein Zusammenschluss von Hochschulpräsidenten, Bildungsorganisationen und Gewerkschaften, der sich für die Rechte und die Unterstützung von ausländischen Studierenden einsetzt. Die Pläne sehen vor, dass für Studierende und Austauschstudenten ein Aufenthaltszeitraum von maximal vier Jahren festgesetzt wird. Journalisten sollen höchstens 240 Tage am Stück in den USA bleiben dürfen. In beiden Fällen sollen Verlängerungen beantragt werden können, ohne das Land verlassen zu müssen.

Die drei Visa-Kategorien für Studierende (F-Visum), Austauschstudenten (J) und Journalisten (I) genossen seit Jahren einen Ausnahmestatus. Ihre Inhaber durften die USA nicht für einen festen Zeitraum betreten, sondern für «Duration of Status» – die Dauer ihres jeweiligen Status. Für Journalisten bedeutete das gemäss der Regel etwa, dass sich für sie nichts änderte, solange sie im selben Job für denselben Arbeitgeber aktiv waren. Studierende durften sich offiziell für die Dauer ihrer Ausbildung im Land aufhalten.

Kritk am Heimatschutzministerium

In seiner Entscheidung argumentierte Richter F. Dennis Saylor, dass das Heimatschutzministerium keine nachvollziehbare Kosten-Nutzen-Abwägung für die geplante Neuregelung vorgelegt habe. Er kritisierte zudem, dass die Behörde unter ihrem neuen Leiter Markwayne Mullin weder Alternativen ernsthaft in Betracht gezogen noch Gründe dargelegt habe, die eine Ablehnung anderer Optionen gerechtfertigt hätten.

Zudem sei die Festlegung auf einen bestimmten Zeitraum willkürlich, begründete der Richter weiter und schrieb: «Ein ausländischer Student, der Militärstützpunkte fotografieren möchte, könnte dies vermutlich innerhalb eines vierjährigen Zeitraums tun – oder auch mit einem sechsmonatigen B-1-Touristenvisum». Das Heimatschutzministerium sei zudem von einem Zeitraum von vier Jahren ausgegangen, in dem Menschen ein Studium in der Regel abschliessen würden. In der Realität lägen die durchschnittlichen Studiendauern aber bei 5,7 bis 7,3 Jahren. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
9/11-Gedenkfeier
1 / 9
9/11-Gedenkfeier
Hillary Clinton muss die 9/11-Gedenkfeier frühzeitig verlassen.
quelle: x90051 / brian snyder
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Demokratischer Senator Jon Ossoff: «Trump ist kompromittiert»
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
5 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5
US-Minister: Saudische Pipeline «sehr bald» wieder in Betrieb
Die nach Drohnenangriffen in Saudi-Arabien abgeschaltete Ost-West-Pipeline wird nach Einschätzung von US-Energieminister Chris Wright «sehr bald» wieder in Betrieb sein. «Dies wird eine kurze und vorübergehende Unterbrechung sein. Sie wird sich in Tagen bemessen», sagte er dem US-Sender CNBC. Die wichtige Pipeline, die unter Umgehung der faktisch blockierten Strasse von Hormus grosse Mengen Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer bringen kann, war kürzlich nach Angriffen auf die Leitung vorsorglich stillgelegt worden.
Zur Story