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Donald Trump Midterms: Supreme Court stoppt Briefwahl-Einschränkungen

The Supreme Court is seen on the morning after the conservative majority sided with the Trump administration in a case over President Donald Trump's executive order restricting mail-in voting, on ...
Donald Trump hat vor dem Supreme Court eine schwere Niederlage kassiert.Bild: keystone

Supreme Court stoppt Trumps Briefwahl-Einschränkungen: Die 3 wichtigsten Punkte

Donald Trump kassiert vor Bundesgericht eine Schlappe. Die Einschränkung der Briefwahl, wie sie ihm vorschwebt, kommt vor den Midterms nicht zum Zug.
15.09.2026, 02:2215.09.2026, 08:29

Endlich herrscht Klarheit. Der Supreme Court, das oberste Gericht der USA, hat am Montagabend Ortszeit entschieden, dass Trumps Vorhaben, die Briefwahl für die Midterms einzuschränken, nicht rechtens ist. Das berichten verschiedene US-Medien übereinstimmend.

Damit bleibt das Wahlprozedere für die Midterms im November das gleiche wie in der Vergangenheit. Hier kannst du das Urteil selbst nachlesen. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

Was hat der Supreme Court entschieden?

Der Supreme Court lehnte es ab, die Entscheidung einer unteren Instanz auszusetzen, die die Trump-Regierung bislang davon abhält, ihre neuen Regeln umzusetzen. Es sei unwahrscheinlich, dass die Regierung mit ihrer Anfechtung der einstweiligen Verfügung des unteren Gerichts in der Sache Erfolg haben werde, hiess es in der knappen Begründung. Der Entscheid fiel mit sieben zu zwei Stimmen, schreibt das US-Nachrichtenportal Axios.

Der konservative Richter Brett Kavanaugh schrieb, dass es zwar im Bereich des Möglichen sei, dass die neuen Regelungen der Regierung in ihren Zuständigkeitsbereich fielen und damit legal seien. Aber: Es wäre «willkürlich und unüberlegt», sie jetzt vor den Midterms in Kraft zu setzen, so Kavanaugh. Trump hatte ihn selbst ins Amt gesetzt.

Justice Brett Kavanaugh attends the swearing in of Kevin Warsh as Chairman of the Federal Reserve in the East Room of the White House, Friday, May 22, 2026, in Washington. (AP Photo/Alex Brandon)
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Der konservative Richter Brett Kavanaugh stellte sich gegen Trump, der ihn ins Amt gesetzt hatte.Bild: keystone

Die US-Regierung wollte über den Obersten Gerichtshof der USA erwirken, dass ihre strikteren Briefwahlregeln doch noch vor den Zwischenwahlen Anfang November eingeführt werden. Dass dieser die Anordnung einer unteren Instanz nun in Kraft lässt, bedeutet in der Praxis, dass die Bundesstaaten ihre Briefwahlunterlagen weiter nach den bisher geltenden Standards verschicken dürfen. Mancherorts ist das auch bereits geschehen.

Trump hatte Ende März verfügt, dass die US-Post Briefwahlunterlagen nur noch an Personen übermitteln soll, die auf einer von den Bundesstaaten zuvor erstellten Wählerliste stehen. Die Post würde laut Kritikern damit vom reinen Zusteller der Wahlunterlagen zu einer Kontrollinstanz im Ablauf der Wahl.

Noch Ende August hatte der Supreme Court dem US-Präsidenten zu einem Teilsieg verholfen. Damals entschied dass Gericht, das Trump bis auf Weiteres mit seinem Ansinnen, die Briefwahl einzuschränken, weitermachen darf.

Die beiden konservativsten Richter am Supreme Court, Samuel Alito und Clarence Thomas, verfassten eine Minderheitsposition zum Urteil. Sie hätten Trump die Einschränkung der Briefwahl erlaubt. Alito und Thomas gelten gemäss «New York Times» als die Trum gegenüber loyalsten Richter am Supreme Court.

FILE - Supreme Court Justice Samuel Alito attends a meeting in Rome, Sept. 20, 2025. (AP Photo/Andrew Medichini, File)
Supreme Court Alito
Der konservative Richter Samuel Alito findet, Trumps Briefwahleinschränkungen hätten diese sicherer gemacht.Bild: keystone

Alito stellte sich dabei auf den Standpunkt, die neuen Briefwahlregelungen wären wenig mehr als ein Zusatz zu sonstigen Voraussetzungen für Postversand, wie Adressfeld oder Briefmarken, gewesen. Trumps Pläne hätten «die Sichtbarkeit von Briefwahlcouverts erhöht und so dazu beigetragen, Betrug besser erkennen zu können», argumentierte Alito. Trump hatte in der Vergangenheit immer wieder die Verschwörungserzählung geschürt, bei Briefwahl komme es zu Betrug in grossem Stil.

Das sind die Reaktionen

Die «New York Times» schreibt, das Urteil sei nicht nur eine Niederlage für Trump, sondern umgekehrt ein grosser Sieg für die Bundesstaaten, die dagegen geklagt hatten. Darunter waren notabene auch sieben von Republikanern regierte Bundesstaaten.

Der kalifornische Staatsanwalt Rob Bonta zeigte sich dann auch erleichtert. Er hatte die klagenden Bundesstaaten angeführt. «Es hätte nicht mehr auf dem Spiel stehen können», sagte Bonta gegenüber der «New York Times». «Hätte das Gericht diese Regelung zugelassen, wären die Folgen katastrophal gewesen».

California Attorney General Rob Bonta speaks after a hearing about Riverside County Sheriff Chad Bianco's seizure and recount of more than half a million 2025 election ballots on Monday, Aug. 24, ...
Rob Bonta hatte die Klage gegen Trumps Pläne angeführt.Bild: keystone

Noch erleichterter zeigen sich die Wahlhelferinnen und Wahlhelfer, die sogenannten election officials. Sie organisieren die Midterm-Wahlen. Eine Einschränkung der Briefwahl so kurz vor den Midterms wäre für sie mit grossem Aufwand und Hektik verbunden gewesen. «Wir sind dankbar, dass eine Unsicherheit eliminiert wurde», sagte Ricky Hatch, ein republikanischer Wahlleiter aus dem Bundesstaat Utah.

Der demokratische Gouverneur Kaliforniens, Gavin Newsom, schrieb auf Social Media: «Der Supreme Court hat Donald Trump daran gehindert, die Wahlen vor den Midterms zu manipulieren». Briefwahl sei sicher und allen zugänglich.

Etwa ein Drittel der Wählenden in den USA haben in der Vergangenheit per Briefwahl gewählt. Eine Stellungnahme Trumps oder des Weissen Hauses lag zunächst nicht vor.

House Minority Leader Chuck Schumer, D-N.Y., speaks at a news conference on anti-corruption, at the National Press Club, Thursday, July 30, 2026, in Washington. (AP Photo/Mariam Zuhaib)
Chuck Schumer
Der demokratische Leader im Senat, Chuck Schumer, spricht von einem Sieg für die Demokratie.Bild: keystone

Chuck Schumer, der demokratische Minderheitsführer im Senat, sagt: «Trumps Plan, Wählen schwieriger zu machen, war offensichtlich verfassungswidrig». Und weiter:

«Trumps Versuch, an der Briefwahl rumzuschrauben, war unverschämt. Endlich hat sein Machwerk ein Ende.»
Chuck Schumer

Das sind die Konsequenzen

Eigentlich ist es im Gegenteil so, dass durch das Urteil des Supreme Court keine Konsequenzen entstehen. Denn es bleibt alles beim Alten, die Bundesstaaten können die Midterms nach dem üblichen Wahlprozedere durchführen.

Eine Konsequenz ergibt sich trotzdem. Der US Postal Service (USPS) hatte in den vergangenen Wochen ein ausführliches Dokument erarbeitet, wie er die verschärften Briefwahlregelungen, die Trump vorschwebten, umsetzen wolle. Gemäss Informationen von CNN ist dieses Dokument nun Makulatur.

Die Trump-Regierung wollte, dass die Bundesstaaten Listen registrierter Wählerinnen und Wähler bei der Post einreichen; nur an diese hätte die Post dann Couverts schicken dürfen. Zudem hätte jedem potentiellen Briefwähler und jeder potentiellen Briefwählerin ein individueller Barcode auf dem Couvert zugeordnet werden müssen.

Kritiker warfen Trump vor, dass er mit seinen Plänen für striktere Briefwahlregeln die Stimmabgabe per Briefwahl erschweren und so die Demokratische Partei benachteiligen wolle. Deren Wählerschaft entscheidet sich traditionell häufiger für die Briefwahl. Trump sah sich angesichts der kurzfristig vor den Midterms vorangetriebenen Pläne zudem mit dem Vorwurf konfrontiert, damit vor den Wahlen Verwirrung und Chaos zu stiften.

Die US-Regierung verteidigte ihre Pläne hingegen mit dem Argument, damit angeblichen Wahlbetrug verhindern zu wollen.

Am 3. November stimmen die Amerikanerinnen und Amerikaner unter anderem über die Sitze im Repräsentantenhaus und einen Teil der Sitze im Senat im US-Kongress ab. Die Republikaner halten in beiden Kammern aktuell eine knappe Mehrheit und wollen diese verteidigen. Sollte Trumps Partei verlieren, hätte der US-Präsident deutlich schlechtere Karten, seine Politik in den noch gut zwei Jahren seiner verbliebenen Amtszeit durchzusetzen.

(Mit Material der Agenturen sda und dpa)

Dieser Artikel wird laufend ergänzt.

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62 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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ImmerMitderRuhe
15.09.2026 02:33registriert Februar 2023
Das Trump Regime wird einen anderen Weg finden. Bei einer Niederlage wäre die Wahl so oder so gestohlen.
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Butschina
15.09.2026 04:03registriert August 2015
Das sind gute Nachrichten. Ich bin tatsächlich etwas erstaunt aber positiv überrascht, dass nur zwei Richter für Trumps Vorhaben stimmten. Da war ich wohl zu pessimistisch. Dass auch sieben republikanische Staaten gegen Trumps Briefwahleinschränkung klagten, wusste ich gar nicht. Es scheint doch noch Hoffnung zu geben.
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Stäbchen
15.09.2026 05:25registriert März 2026
Was mich immer zutiefst befremdet, sind Formulierungen wie "gelten als die Trump gegenüber loyalsten Richter am Supreme Court".

Und ich dachte immer, Richter sollten nur dem gegenüber Gesetz loyal sein...
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